26.04.2020 - 10:33 Uhr
FlossOberpfalz

Auf dem Motorrad ins Eheglück

Statt festlichem Essen mit vielen Gästen gibt's am Abend Pizza und Rotwein in trauter Zweisamkeit. Stefanie Kett und Stephan Bösl geben sich im Alten Pflegschloss das Jawort.

Stefanie Kett und Stephan Bösl sind nun ein glückliches Ehepaar. Standesbeamter Stefan Bäuml (links) freut sich, dass das junge Paar ihren Traum vom eigenen Hochzeitsfahrzeug, einem Motorrad, bewahren konnte.
von Harald MeierhöferProfil

Eigentlich sollte der Trauungsakt für die Bankbetriebswirtin Stefanie Kett und den Betriebswirt Stephan Bösl im Flosser Pflegschloss etwas anders ausschauen. „Standesamtliche Trauungen sind im Moment selten und etwas umständlicher zu gestalten“, berichtet der Geschäftsführer des Marktes Floß und Standesbeamte Stefan Bäuml.

Er hielt sich konsequnt an die Vorschriften der bayerischen Staatsregierung. Standesamtliche Trauungen dürfen stattfinden, allerdings nur im engsten Familienkreis und mit entsprechenden Schutzmaßnahmen. Mehrere Paare hätten daraufhin ihre Termine schon abgesagt. Stefanie und Stephan ließen sich dennoch nicht von ihrem Eheglück abbringen und nahmen die Situation ganz gelassen. "Natürlich waren wir nicht glücklich, als wir unsere geplante Feier so ganz anders organisieren mussten", erzählte das Paar. Die Anreise zum Trauungsort mit dem Motorrad musste aber nicht über den Haufen geworfen werden. Eine Terminverlegung kam für die beiden nicht infrage. Der 24. April hat für das sympathische Paar schon Tradition. Die Eltern von Stefanie heirateten an diesem Termin im Jahr 1976 und auch schon für ihre Großeltern war der 24. April im Jahre 1954 der Trauungstermin. Ihre damaligen Trauringe zieren jetzt die Finger der Frischvermählten.

"Natürlich hätten wir gerne unsere Familien und die Freunde dabei gehabt", stimmten beide überein. Doch das könne auch im nächsten Jahr nach der kirchlichen Trauung nachgeholt werden.

Die Braut ist als kaufmännische Angestellte bei der Unger Unternehmensgruppe in Weiden tätig und der Bräutigam arbeitet bei der Firma Aumer Stahl- und Hallenbau GmbH in Windischeschenbach. Die beiden haben sich vor acht Jahren über einen gemeinsamen Freundeskreis kennen und lieben gelernt. Sie haben bereits Zwillinge im Alter von fünf Jahren.

Schweren Herzens mussten auch die Trauzeugen ausgetragen werden, da beide in Kranken- und Pflegeberufen tätig sind und im Moment anderweitig schwer gefordert sind. Zum Glück durften wenigsten die Zwillinge Anni und Leni mit dabei sein. In gebührender Entfernung traute Bäuml das Paar. Im nahezu leeren Trauungssaal konnte auch auf Mund- und Nasenschutz verzichtet werden. Mit einfühlsamen Worten stellte der Standesbeamte das Thema Familie in den Vordergrund. Ein glückliches Paar verließ nach der Zeremonie das Trauzimmer, die zur Erinnerung und zum Miterleben auf Video festgehalten wurde. Eine kleine Überraschung gab es aber dennoch vor dem Standesamt. Familie und Freunde hatten ein riesiges Plakat mit ihren Namen und der Aufschrift „Wir umarmen euch“ ausgelegt. Die FDP/UB überraschte ihre Bürger-Büroleiterin einen Blumenstrauß in den Parteifarben. Ebenso gab es Blumen von den Flosser Adlern für ihre beiden Mitglieder. Statt Essen im großen Kreis war am Abend Pizza und Rotwein in trauter Zweisamkeit angesagt.

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