Floß
05.03.2020 - 13:48 Uhr

Musikwelt trauert um Willibald Wirth

Seine Leidenschaft galt der Kirchenmusik. Über viele Jahrzehnte hinweg hat sich Willibald Wirth in der Region einen Namen gemacht. Am Dienstag verstarb er unerwartet im Alter von 65 Jahren.

Kirchenmusiker Willibald Wirth stirbt im Alter von 65 Jahren. Bild: exb
Kirchenmusiker Willibald Wirth stirbt im Alter von 65 Jahren.

Willibald Wirth galt als exezellenter Kirchenmusiker. Die Nachricht von seinem unerwarteten Tod löste im gesamten Landkreis und darüber hinaus große Bestürzung aus. Um ihn trauern auch Ehefrau Christine und Tochter Annemarie.

Wirths Leidenschaft gehörte dem Geigenspiel, dafür war er bekannt. Er musizierte nicht nur in seiner Flosser Heimatpfarrei St. Johannes der Täufer, sondern gehörte den Orchestergruppen der Pfarrei St. Josef Weiden, St. Georg Neustadt/WN, Altenstadt/WN, Erbendorf, Eslarn, Flossenbürg, Mitterteich, Moosbach, Pleystein, Schirmitz und Tirschenreuth an. Außerdem war er Gründungsmitglied des Salonorchesters Neustadt und half gelegentlich beim Sinfonieorchester Weiden aus.

Wirth erblickte am 15. Oktober1954 als einziges Kind von Johann und Elisabeth Wirth, geborene Traub, in Floß das Licht der Welt. Er trat in die Laufbahn des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienstes beim Freistaat Bayern ein und begann beim Landratsamt Neustadt eine Ausbildung, die er 1977 abschloss. Zunächst war er in Schwandorf tätig, dann wieder in Neustadt.

Er war in verschiedenen Fachbereichen der Bauabteilung eingesetzt, erwarb sich besonders als Experte für Straßenerschließungsbeiträge und Bauleitplanung einen guten Ruf. Seit 1982 hatte er das Amt des Vertrauensmannes der Schwerbehinderten inne, in dessen Funktion er dem Personalrat angehörte. Ferner war er als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Regensburg tätig. Seit 1992 gehörte er dem Katholischen Männerverein Floß an.

Von Geburt an mehrfach behindert, hatte er es im Leben nicht leicht, dennoch verstand er es, so manchen schweren Schicksalsschlag, vor allem gesundheitlicher Natur, zu meistern. In den Jahren 1964 bis 1969 erlernte er von dem damaligen Flosser Musikmeister Franz Heindl das Geigenspiel. Instrument und Gesangsstimme sollten fortan sein Leben prägen. Seit dem 15. Lebensjahr, seit 1970, sang er im Bass beim Kirchenchor Floß, seit 1972 auch beim Liederkranz 1862 Floß.

Wirth überzeugte mit einer kraftvollen und sicheren Gesangsstimme und war bei Sonntagsmessen, Beerdigungen, Hochzeiten, Andachten, Konzerten, Ständchen und sonstigen Feierlichen stets als treuer und zuverlässiger Sänger zugegen. Er zählte zu den tragenden Stützen beider Chöre und hat oftmals unter großen Mühen und Opfern sein Gesangshobby ausgeübt.

Auch in manchen anderen Gotteshäusern wie in der Klosterkirche Speinshart und in Altkinsberg in Tschechien musizierte er bei großen Festen, Hochzeiten und Beerdigungen solistisch oder im Orchester. Die Musik bereitete ihm großen Spaß. Wirth scheute weder Zeit noch Mühe, übernahm oftmals auch die zeitraubende Organisation der Instrumentalgruppen und trommelte die Musiker unermüdlich zusammen, wo und wann immer es nötig war.

Seine letzte Orchestermesse spielte er am 26. Januar, es war die 1085. Vielen Menschen hat er durch sein lebenslanges treues und unermüdliches Engagement mit Geige und Gesangsstimme Erbauung und Freude zu bereiten versucht.

Ungezählige Verstorbene hat er über Jahrzehnte hinweg als Chorsänger und Geigenspieler beim Requiem im Gotteshaus oder auf ihrem letzten Weg am Friedhof die Ehre erwiesen. Nun wird ihm am Samstag, 7. März, um 10 Uhr beim Requiem in der katholischen Pfarrkirche in Floß mit anschließender Beerdigung das letzte Geleit gegeben.

 
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