26.02.2020 - 19:30 Uhr
FlossOberpfalz

Politischer Aschermittwoch des BBV: "Wir haben das Schweigen und Zuhören satt"

Beim politischen Aschermittwoch des Bayerischen Bauernverbandes üben die Redner viel Kritik an den vielen Verboten und Reglementierungen gegen die Landwirtschaft. Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ fordert Veränderungen.

Die Bauern wollen ihre Zukunft aktiv gestalten. Das wird bei der Aschermittwochversammlung des BBV in Diepoltsreuth deutlich.
von Fred LehnerProfil

Waren es früher Kundgebungen mit namhaften Politikern von Bund und Land, darunter Minister und Staatssekretäre, die das Bild der Aschermittwochversammlungen im Flosser Amt, zeichneten, so hat sich dies gewaltig geändert. Doch dass die Landwirte nicht länger schweigen und zuhören, sondern gehört werden wollen, das wurde in der Aschermittwochversammlung des Bayerischen Bauernverbandes, Kreisverband Neustadt/WN, im Theaterstodl in Diepoltsreuth deutlich. Kaum eine Kundgebung und Versammlung in den letzten Jahrzehnten hatte die Bauern und Landwirte in dieser Form so auf- und wachgerufen, in Bewegung zu bleiben, nicht aufzugeben und persönliche Interessen hinten an zu stellen, wie diese. Nur in der Gemeinsamkeit könne die Zukunft gemeistert werden.

Das Initiative "Land schafft Verbindung" war somit ein großes Thema. Zwei Vertreter der Initiative stellten sich vor. Die organisatorisch unabhängige und parteipolitisch neutrale Gruppe bekundet: "Wir haben das Schweigen und Zuhören satt, wir wollen gehört werden." Stefan Adam, aktiver Landwirt und Schweinezüchter aus Reuth bei Erbendorf, kritisierte das Agrarpaket von heute, das die Zukunft der Landwirte gefährde. Die neue Düngeverordnung habe keine fachliche Grundlage. Adam ging auf die Tierhaltung, die Nitratgehalte im Wasser und vieles mehr ein. Die Initiative "Land schafft Verbindung" strebe ein verbandsübergreifendes Positionspapier mit dem Bayerischen Bauernverband, dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und den Bioverbänden an. "Wir leben in unseren Betrieben in einer Blase und aus dieser Blase müssen wir herauskommen", war eine der Kernbotschaften des Referenten der zur Gemeinsamkeit aufrief.

Beide Referenten machten in ihren Aussagen deutlich, dass die Bauern und Landwirte in Bewegung bleiben müssen, denn die Politik habe nur noch Verbote und Reglementierungen für die Landwirtschaft übrig. Das aber bringe diesen Berufsstand nicht weiter. Deshalb setzt sich die Gruppe für eine gesicherte Zukunft auf dem Land ein.

Andreas Fischer befasste sich zunächst mit der Entwicklung der Weltbevölkerung, die von 1950 bis 2019 von 2,53 Milliarden auf 7,71 Milliarden Menschen stieg. Würden die Landwirte alle biologisch produzieren, wäre die Produktionsmenge vergleichbar mit der Produktion von 1950. Die Gewässerbelastung, das Insektensterben, die Schweinehaltung und die Tiertransporte waren weitere Themen, mit denen sich der Referent kritisch auseinandersetzte. Sein Fazit: Wir Landwirte wollen nicht weiter die Schuldigen sein, denn ohne Landwirtschaft wärst du hungrig, nackt und nüchtern.

Bürgermeister Günter Stich lobte die Landwirte, deren Einsatz für die Pflege von Natur, Heimat und Kulturlandschaft. Stellvertretender Landrat Albert Nickl fühlte sich mit den Landwirten verbunden und hob die nachhaltige Pflege von Landschaft und Kultur hervor. Die Landwirte seien keine Klimasünder.

Endlich aus der Blase der Schuldigen herauskommen, forderten Stefan Adam und Andreas Fischer (von links) von der Initiative "Land schafft Verbindung" in der Aschermittwochversammlung im Theaterstodl in Diepoltsreuth.

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