28.11.2019 - 10:46 Uhr
FlossOberpfalz

Sanierung der St.-Nikolaus-Kirche steht an

„Es geschehen noch Zeichen und Wunder", schreibt Pfarrer Max Früchtl im Pfarrbrief und kündigt an, dass von der Stiftungsaufsicht der Diözese der Weg zur Sanierung der St. Nikolaus-Kirche bewilligt wurde.

Die Flosser sind stolz auf ihr Kleinod im Markt, der St. Nikolaus-Kirche.
von Fred LehnerProfil
Der Altar der St. Nikolaus-Kirche ist sehenswert, so wie das gesamte Bauwerk, das seit dem 18. Jahrhundert auf dem St. Nikolausberg thront. Pfarrer Max Früchtl spricht gerne vom altehrwürdigen Heiligtum. Jetzt stehen dringend notwendige Sanierungsarbeiten an.

Wie sehr die Gläubigen der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer an ihrem Kleinod, der St. Nikolaus-Kirche, hängen, drücken sie Monat für Monat durch ihre reichen Spenden für die seit Jahren anstehende, notwendige Sanierung des Bergkirchleins aus. Pfarrer Max Früchtl ist voll des Lobes. In den monatlichen Pfarrbriefen dankt er für die von Herzen kommenden Spenden.

Doch bei aller Spendenfreudigkeit - im Schnitt sind es monatlich nicht unter 1200 Euro - lässt sich immer wieder hören, dass es jetzt endlich an der Zeit wäre, die anstehenden Sanierungsarbeiten in Auftrag zu geben. Die vorhandenen und sichtbaren Schäden an dem kleinen Gotteshaus, sowohl im Innenbereich als auch an den Fassaden, werden bekanntlich durch ein immer längeres Hinausschieben nicht geringer, ganz im Gegenteil. Freilich: Nach all den vorliegenden Kostenvoranschlägen muss mindestens eine nahezu halbe Million Euro für den ersten Bauabschnitt aufgebracht und finanziert werden.

Woher das Geld? Ohne Förderung und Zustimmung der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg läuft bekanntlich nichts. Das wissen die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde. Pfarrer Früchtl hat einen festen Grundsatz: "Bei solchen Projekten muss die Finanzierung stimmen und gesichert sein. Dazu gehört auch die Zustimmung aus Regensburg." Der Pfarrer geht auf Nummer sicher.

Die Stiftungsaussicht hat also nun zugestimmt. Nun ist die Kirchenverwaltung am Zuge. Angegangen wird der erste Bauabschnitt, die sich im Wesentlichen auf die Erd- und Entfeuchtungsarbeiten, den Baumeisterarbeiten, den Zimmerer-, Dachdecker-, Spengler-, Putz- und Malerarbeiten beziehen. Berücksichtigt man die Baunebenkosten, dann wird es sich wohl um eine Investition von nahezu 500.000 Euro handeln. Ein gewaltiger Aufwand. Es wird wohl bis Frühjahr 2020 dauern, um einen Baubeginn signalisieren zu können.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick des Bergkirchleins zeigt, dass sie am 9. November l723 benediziert wurde und eine Nebenkirche der Katholischen Pfarrgemeinde ist. Früher befand sich auf dem Berg eine Keltensiedlung. Erst im Mittelalter baute die Gemeinde auf dem Nikolausberg eine Kirche. Grund dafür war der Nikolaus-Kult, der sich im 12. und 13-Jahrhundert vor allem in Süddeutschland ausgebreitet hat. Nachdem das Gebäude 1561 abgetragen worden war, mit den Steinen wurde das Rathaus in der Plößberger Straße (Podewilshaus) erbaut, beschloss der katholische Teil des Gemeinderates 1719 den Wiederaufbau des Gotteshauses. Die Baupläne aus dem Jahre 1722 stammen vom Flosser Maurermeister Andreas Nißler.

Die Kirche war ausschließlich den Katholiken – trotz des damals bestehenden Simultaneums in Floß – vorbehalten. Als Einraum-Kirche erwies sie sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts für die vielen Gläubigen bei Gottesdiensten als zu klein. Deshalb wurde beispielsweise das Kirchenschiff verlängert und der Kirchturm angebaut. Noch im 20. Jahrhundert ließen der inzwischen verstorbene Pfarrer Richard Bartmann und Pfarrer Josef Most (heute Pfarrer in Moosbach) die Kirche innen und außen renovieren. Das ansprechende Aussehen des Gotteshauses machte es zur beliebten Hochzeitskirche. Andachten und Gottesdienste sind wegen des schlechten Zustandes der Kirche weniger geworden. Und dennoch: Es vergeht kein Jahr, wo nicht in der Nikolaus-Kirche Gottesdienste und Andachten gefeiert werden.

Eine sichtbare Bereicherung erfuhr der St. Nikolausberg durch die Initiative des Katholischen Männervereins, der aus Flossenbürger Granit einen Kreuzweg mit 14 Stationen und eingebauten Bronzereliefs errichtete.

Pfarrer Max Früchtl und die Mitglieder der Kirchenverwaltung sind zuversichtlich, dass im kommenden Jahr mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird. Die Pfarrgemeinde feiert am Freitag, 6. Dezember, den Festtag des Heiligen Nikolaus. Um 17.30 findet in der Nikolaus-Kirche Rosenkranz statt, anschließend um 18 Uhr Rorate-Gottesdienst.

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