03.02.2020 - 15:58 Uhr
FlossOberpfalz

Der Wald braucht Regen

Die Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung ist und bleibt für die über 280 Waldbesitzer eine unverzichtbare Einrichtung. Das zeigt die Lichtmessversammlung der 64 Jahre alten Gemeinschaft wieder deutlich. Ebenso die überzeugenden Zahlen.

Über 50 Jahre halten Waldbesitzer und Betriebe der Flosser Waldbesitzervereinigung die Treue. Dafür werden sie in der Lichtmessversammlung durch Vorsitzenden Willi Meierhöfer und Geschäftsführer Michael Bock mit Ehrenurkunden ausgezeichnet.
von Fred LehnerProfil

Immerhin wurden im abgelaufenen Jahr 2019 mehr als 5000 Festmeter Holz aus den heimischen Waldungen vermarktet. Dass wirtschaftlich wieder gut gearbeitet wurde, hielt Vorsitzender Willi Meierhöfer, Haupertsreuth, bei seiner Begrüßung im Gasthaus Plödt, Diepoltsreuth, fest. Mit dabei waren Vertreter der Nachbargemeinschaften aus Neustadt Nord, Neustadt Süd und Vohenstrauß.

Weiter gestärkt habe sich das Vertrauensverhältnis zwischen der WBV und Geschäftsführer Michael Bock als exzellenten Berater und Helfer der Vereinigung. Dazu komme das jederzeit gute Einvernehmen mit Forstamtmann Sebastian Höllerer von der Forstdienststelle Floß. Grundpfeiler, die der Sicherung und Existenz der Vereinigung dienen. So könne weiter gearbeitet werden, obgleich der Fusionsgedanke mit benachbarten Forstbetriebsgemeinschaften noch nicht vom Tisch ist.

Meierhöfer streifte das aktive Vereinsgeschehen des letzten Jahres mit nahezu 20 Sitzungen, Gespräche und Veranstaltungen. Der vereinsinterne Einsatz mit 214 Stunden durch den Sägeholzspalter, 10 Stunden des Holzspalters und über 70 Stunden durch das Planierschild half den Waldbauern. Obleute, Holzwart Erwin Vollath und die Kommunen, sie alle ziehen mit an einem Strang. „Wir haben unser Bestes gegeben, selbst wenn es immer schwieriger werde", schloss der Vorsitzende seinen Rückblick.

Breit angelegt hatte Geschäftsführer Michael Bock seinen Jahresbericht mit den Schwerpunkten Borkenkäfer, Holzlagerung, Holzpreise und Holzlagerung. Gleich eingangs hielt er fest, dass die Durchschnittstemperatur mit 10,2 Grad viel zu warm und insgesamt zu trocken war. Das tat dem Wald nicht gut. Nennenswerte Niederschläge gab es nur in den Monaten Januar, Mai und September. Die negativen Auswirkungen drückten sich auf die Frühjahrspflanzungen aus. Hier war die Ausfallquote zum Teil sehr hoch. Schließlich konnte durch diese Trockenheit das stärkere Aufkommen des Borkenkäfers nicht aufgehalten werden. Das war auch der Grund, weshalb im Betreuungsgebiet mehr als 3 000 Festmeter Käferholz anfielen. Hier lobte der Geschäftsführer das Verhalten der Waldbesitzer in der Vereinigung. Ihnen bestätigte er, dass sie eine konsequente Arbeit an den Tag gelegt haben. Hilfe kam auch durch Revierleiter Sebastian Höllerer, dessen Beratung unverzichtbar sei. Dass die Infos der WBV durch die Waldbesitzer gut angenommen wurden, freute Bock. Erleichtert habe die gesamte Abwicklung und Aufarbeitung des Schadholzes der von der WBV betriebene Lagerplatz bei Gösen. Doch auch die staatlichen Förderungen trugen bei der Holzvermarktung dazu bei.

Als ob es ein Steckenpferd des Geschäftsführers wäre. Jedenfalls versäumte Bock auch in dieser Jahresversammlung nicht, die Waldbesitzer auf das frühzeitige Erkennen des Borkenkäfers hinzuweisen. Verlass war bei der Abnahme des Schadholzes auf die Stammunternehmer, doch auch die eingesetzten Harvester und die Holzfahrer taten ihr Bestes. Bei den rund 5 000 Festmetern aufgearbeitetem Holz handelte es sich größtenteils um Schadholz. Deshalb lag der Holzerlös deutlich unter dem der vergangenen Jahre.

Bock wünschte dem Wald im neuen Jahr viel Regen und den Waldbesitzern wieder Freude an der Forstwirtschaft, unfallfreies Arbeiten und auskömmliche Holzpreise.

Bis ins Detail erläuterte an Hand von Auflistungen Bernhard Irlbacher die Bilanz des Jahres 2019. Das Wirtschaftsjahr hatte über 354 726 Euro Umsatzerlöse, während sich die Aufwendungen auf 308 266 Euro beziffern. Ein Jahresüberschuss werde den Rücklagen zugeführt. Den Kassenprüfungsbericht erstattete Revisor Wolfgang Lang mit Helmut Baumgart. Es werde wirtschaftlich gearbeitet. Das bedeutete einstimmige Entlastung für Kassier und Vorstandschaft. Für das Wirtschaftsjahr 2020 sieht der Haushaltsvoranschlag Einnahmen in Höhe von 34 800 Euro und Ausgaben in Höhe von 35 000 Euro vor. Die Versammlung war mit diesem Zahlenmaterial einverstanden. Es gab keine Gegenstimme.

Die Lichtmessversammlung hat für die Waldbesitzervereinigung Floß und Umgebung Tradition. Vorsitzender Willi Meierhöfer (rechts) freut sich über den guten Besuch.
Ehrungen :

Vorsitzender Willi Meierhöfer und Geschäftsführer Michael Bock zeichneten für 50-jährige Mitgliedschaft Xaver Weigl (Püchersreuth), Werner Stich (Gailertsreuth) und Josef Frank (Ritzlersreuth) aus. Mit Ehrenurkunde für 50-jährige Treue wurden landwirtschaftliche Betriebe geehrt: Lindner Bergnetsreuth), Stangl ( Goldbrunn ), Schmid (Spielberg), Saller (Pauschendorf), Reinl (Boxdorf), Pröls (Floß), Münchmeyer (Ritzlersreuth), Meierhöfer (Gailertsreuth), Leipold (Wampenhof), Meckl (Spielberg), Gollwitzer (Sandbachhöf), Grötsch (Spielberg), Feiler (Spielberg), Evangelische Kirchengemeinde Püchersreuth, Bock (Grafenreuth) und Raiffeisenbank Floß.

In ihren Grußworten stellten Dritte Bürgermeisterin Rita Rosner für den Markt und Kreisobmann Josef Fütterer die Aktivität der Einrichtung und den beispielhaften Zusammenhalt der Waldbesitzer heraus. Gerade die heutige Zeit brauche für die Landwirte diese.

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