24.04.2020 - 16:24 Uhr
FlossOberpfalz

Weiße Fahne gehisst

Die Flosser erinnern mit weißer Fahne und Glockengeläut an die Befreiung vor 75 Jahren.

Zum Gedenken an eine mutige Tat zu Kriegsende wurde an der Flosser evangelischen Kirche erneut die weiße fahne gehisst.
von Fred LehnerProfil

Floß. (le) In diesen Tagen werden bei vielen Flossern wieder die Erinnerungen an die letzten Kriegstage vor 75 Jahren wach. Karin Pausch, Leiterin des Heimatmuseums Flosser Amt, und Hans Pröls wussten Pfarrer Wilfried Römischer zu erzählen, dass am 21. April 1945 zwei Flosserinnen, Martha Höllerer (Lederbinner) und Maria Lindner (Hanslpauler) in einer Atmosphäre der Unsicherheit und des Misstrauens mutig die weiße Fahne an der evangelischen St. Johannes Baptista Kirche gehisst hatten. Schon am Morgen gegen 9 Uhr konnte man das große weiße Tuch am Kirchturm sehen.

Im Gedenken an dieses Zeichen läuteten am 21. April, genau 75 Jahre später, alle Glocken der alten Flosser Wehrkirche, berichtete uns Pfarrer Römischer. Die Kapitulation bedeutete auch das Ende der Diktatur und der Einschränkung von Meinungsfreiheit. "Wir danken Gott für 75 Jahre Frieden und Freiheit, auch in Floß. Wir verneigen uns vor allen, die sich dafür eingesetzt haben und wollen gerne diese Fahne hochhalten: Sie steht für das offene Wort, das nicht jedem gefallen muss, für Freiheit, die nicht Willkür oder Beliebigkeit meint, sondern immer auch die Freiheit des anderen und für Gerechtigkeit, die sich am Schutz des Lebens und an Gottes guten Geboten orientiert", hält Pfarrer Römischer fest.

Er sagte Renate Lindner, Leiterin des Seniorenkreises Klub 70, für das weiße Tuch, Schreinermeister Kurt Wirner für das Holzgestänge der Fahne und Mesner Wolfgang Bock für seine Mithilfe beim Aufhängen der weißen Fahne ein dickes Dankeschön.

Bild: le

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