Floß
10.12.2021 - 09:02 Uhr

Zeitzeuge Fred Lehner berichtet über jüdisches Leben im Markt Floß

Der ehemalige Bürgermeister Fred Lehner erzählt als Zeitzeuge über die jüdische Geschichte seiner Heimatgemeinde. Namhafte Gäste finden sich dazu in Floß ein.

Ein Aufnahmeteam des OTV aus Amberg hatte sich auf dem Judenberg, in der Synagoge und im jüdischen Friedhof eingefunden um mit Bürgermeister a. D. Fred Lehner, einer der letzten Zeitzeugen, die jüdische Geschichte von Floß ins Bild zu nehmen. Von links: Bürgermeister Robert Lindner, Redakteur und Moderator Tim Wehinger, Werner Friedmann, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Selina Hammerbacher, Assistentin Jessica Siegemund und Kameramann Reinhard Paintner. Bild: exb
Ein Aufnahmeteam des OTV aus Amberg hatte sich auf dem Judenberg, in der Synagoge und im jüdischen Friedhof eingefunden um mit Bürgermeister a. D. Fred Lehner, einer der letzten Zeitzeugen, die jüdische Geschichte von Floß ins Bild zu nehmen. Von links: Bürgermeister Robert Lindner, Redakteur und Moderator Tim Wehinger, Werner Friedmann, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, Selina Hammerbacher, Assistentin Jessica Siegemund und Kameramann Reinhard Paintner.

"Die nunmehr 337-jährige jüdische Geschichte ist ein fester und unverrückbarer Bestandteil des 1073-jährigen Marktes. Der jüdische Kultus lebt. Zeugen der Vergangenheit sind Judenberg, Synagoge und Friedhof“. Mit diesen Feststellungen wartete Lehner in seiner Eigenschaft als Heimatpfleger des Waldvereins im Rahmen eines Interviews für eine Sendereihe von OTV über das Thema "Jüdisches Leben in der Oberpfalz" auf. Mit dabei waren Werner Friedmann als Vertreter der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Weiden. Selbst Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und Selina Hammerbacher vom Bezirk Oberpfalz ließen es sich nicht nehmen, nach Floß zu kommen. Bürgermeister Robert Lindner war für kurze Zeit gekommen. Aufnahmen wurden auch in Regensburg, Weiden, Amberg, Sulzbürg und Sulzbach-Rosenberg gedreht.

Lehner wartete mit reichem Bildmaterial über seine Begegnungen mit früheren Flosser Juden, Persönlichkeiten bei der „Woche der Brüderlichkeit!“ und vieles mehr auf. Vorgespielt wurden auf einer CD hebräische Gebetsgesänge des früheren Oberkantors von Berlin, Estrongo Nachama mit dem Rias-Kammerchor. Natürlich durfte die Anschaffung der aus Naharia/Israel stammenden bunten Sakralbilder von der Firma Andreas Meyer mit Gebetstexten aus dem Alten Testament nicht fehlen. Auch die Anwesen der letzten beiden Ehepaare Ansbacher und Wilmersdörfer, die 1942 deportiert wurden und in Gaskammern von Theresienstadt umkamen, wurden in Augenschein genommen. Die schon zu Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Friedhofanlage mit über 426 Grabsteinen bildete den Abschluss. Die Sendereihe soll noch in diesem Jahr ausgestrahlt werden.

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