Obwohl schon seit Jahren davon gesprochen wird, dass die Pfarrstelle in Flossenbürg nicht mehr zu halten sein wird, waren die Gemeindemitglieder dennoch zuversichtlich, dass die Pfarrei aufgrund ihrer Bedeutung, nicht zuletzt durch die Arbeit mit der KZ-Gedenkstätte, wieder einen Pfarrer erhält. Und die Kirchengemeinde damit auch ihre jahrhundertelange Eigenständigkeit nicht aufzugeben braucht.
Ein wenig Licht ins Dunkel ist auf Seite drei des Gemeindebriefes, Ausgabe Nummer 39 für Dezember 2019 und Januar/Februar 2020, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista Floß unter der einfachen Überschrift „ Flossenbürg und Floß …" zu lesen. Pfarrer Wilfried Römischer schildert den Gläubigen beider Kirchengemeinden Floß und Flossenbürg in aller Offenheit die derzeitige Situation.
„Flossenbürg und Floß verbindet nicht nur der Name, die geographische Nähe, verwandtschaftliche und freundschaftliche Beziehungen, sondern seit 1. November auch der Pfarrer, der die pfarramtliche Vertretung für die evangelische Kirchengemeinde hat: Das bin ich", schreibt Pfarrer Römischer. Für Taufen, Trauungen und Beerdigungen ist Pfarrer Dieter Schinke aus Vohenstrauß zuständig.
Die Pfarrstelle in Flossenbürg kann demnach wieder besetzt werden. Sie wird ganz regulär ausgeschrieben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand bewirbt, ist nicht hoch. Zum einen wird sie nur als halbe Stelle ausgeschrieben (die bisherige Kombination mit der anderen Hälfte, der Arbeit in der KZ-Gedenkstätte, wird aufgegeben), zum anderen bewegt sich das „Bewerbungskarussell" in der Landeskirche im Moment nur sehr schleppend.
Grund dafür ist, weil für 2020 eine neue Landesstellenplanung ansteht und diese für fast alle Dekanate in Bayern Kürzungen mit sich bringt, deren Folgen noch unklar sind. Römischer meint in seiner Information, dass sich nur jemand bewerben werde, der sich auf eine „halbe Stelle" einlässt, wenn dessen Ehepartner in der Nähe ebenfalls berufstätig sein kann.
Und dann wird Pfarrer Römischer noch deutlicher: Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Vertretungszeit länger dauert und die beiden selbständigen evangelischen Kirchengemeinden Flossenbürg und Floß zu einer Pfarrei werden – mit einem Pfarrer, zumal Flossenbürg keine halbe und Floß keine ganze Stelle mehr sind.
Und dann gibt es eine förmliche, höfliche und dringende Bitte: „ Wir machen uns jetzt schon auf den Weg, ein wenig zusammen zu rücken „. Überlegt wird ein gemeinsamer Gemeindebrief und das gottesdienstliche Angebot zu reduzieren (nur ein Pfarrer). Pfarrer Römischer versichert den Gläubigen in der Nachbargemeinde Flossenbürg: „Jetzt schon bemühe ich mich, wenigstens einmal im Monat einen Gottesdienst in Flossenbürg zu leiten." Aber auch dessen ist sich der Pfarrer bewusst und bittet die Gläubigen darum: Das alles gelingt nur, wenn Sie als Gemeinde mitmachen: Schließlich richtete an die evangelischen Gläubigen von Floß und Flossenbürg noch eine kleine Aufforderung: „Ihr Flosser geht auch mal nach Flossenbürg – und umgekehrt."













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