Jeweils die Hälfte der zweieinhalb Stunden wurde vom gastgebenden Gemeindeoberhaupt und von den Besuchern in Anspruch genommen. Wiederholt zur Sprache kam an dem Abend das Wohnungsangebot in der Grenzgemeinde. Wortmeldungen ließen erkennen, dass Bürger die Gemeindeverantwortlichen auffordern, sie sollten aktiv werden und in Vorleistung gehen. Konkret ging es um zwei gemeindliche Wohngebäude, den sogenannten „Zwölfer-Block“ und das „Polizeihaus“. Gefordert wurde eine rasche Entscheidung im Gemeinderat, um modern gestaltete Wohnungen anbieten zu können.
Bürgermeister Thomas Meiler bestätigte den Bedarf: „Aktuell wird die Sanierung des sogenannten Alten Gendarm-Hauses abgeschlossen. Die fünf Wohnungen ließen sich belegen, ohne dass wir dafür Werbung machten.“ Meilers Absicht war es, mit dem „Polizeihaus“ in der Birkenstraße weiterzumachen, den maroden Bau abzubrechen und ein neues Haus zu errichten: „Es gibt allerdings abweichende Meinungen und Ideen. Dabei spielen der demografische Wandel und der Sanierungsstart an einem anderen Wohnblock eine Rolle.“ Eine endgültige Entscheidung zum weiteren Vorgehen gebe es aktuell nicht.
Das Thema „Gaisweiher“ rückte wiederholt in den Blickpunkt. Moniert wurden zunächst Mängel an einer der zwei neuen Straßen im Gaisthal. Die Verbindung vom Campingplatz zum Hauptort Flossenbürg, daran wird aktuell gearbeitet, soll in Kürze wieder frei sein. Auch das Höhenniveau bei der Wasser-Spiellandschaft am Gaisweiher stimme nicht. Das sei mit "gravierenden negativen Folgen" verfunden.
Zwei Wortmeldungen galten der Aufforderung, Spannungen mit der Pächterin der Gaststätte am Gaisweiher abzubauen. Meiler stellte klar: „Hier geht es um einen Sachverhalt, der derzeit nicht für eine öffentliche Diskussion geeignet ist. Ich kann versichern, dass wir alle nötigen Schritte unternehmen.“
Staunen ließ sich am Gesicht des Bürgermeisters beim Hinweis auf Fortbildungsangebote für Gemeinderäte ablesen: „Es soll nur eine Anregung sein, denn offensichtlich lässt bei manchen Beschlüssen die Rechtmäßigkeit zu wünschen übrig.“ Meiler erläuterte den angesprochenen Sachverhalt, bei dem es um einen ohne Genehmigung errichteten Bau ging, und kommentierte: „Ich werde den Gemeinderatsmitgliedern nicht vorschreiben, dass sie einen Kurs besuchen müssen.“
Weitere Redebeiträge galten der zu schnellen Fahrweise in der Silberhüttenstraße, Mängel an Bordsteinen, dem explodierenden Sperrmüll-Tourismus und den offenen Restzahlungen für einen Straßenausbaubeitrag am Vogelherd: „Die dort wohnenden Leute müssen voraussichtlich noch zahlen und sind damit die Dummen.“ Der Bürgermeister verwies auf die nach wie vor offene Rechtslage: „Im Moment lässt sich dazu nichts Konkretes sagen. Angekündigt sind klärende Hinweise. Bislang haben wir die noch nicht auf dem Tisch.“
Im ersten Teil des Abends hatte der Bürgermeister zu einem Streifzug quer durch das Geschehen im Ort eingeladen. Erläuterungen sowie Texte und Bilder führten den Verlauf des zu Ende gehenden Jahres vor Augen. Das reichte vom Investitionsansatz mit rund 2,2 Millionen Euro über den imposanten Schuldenabbau oder die positive Entwicklung des Kommunalunternehmens bis hin zur gerade laufenden Erschließung des Baugebietes am Kapellenberg: „Mit einem attraktiven Verkaufspreis.“
Veränderungen gibt es beim Personal der Kommune. Geschäftsleiter Bernhard Neumann wird sich in Kürze in den Ruhestand verabschieden. Meiler verwies auf die schwierige Nachfolge-Suche: „Wir haben es aber geschafft. Diana Kraus übernimmt die Geschäftsleitung. Der Bereich der Kämmerei entfällt auf Margit Frauenreuther.“ Ein neues Gesicht gibt es auch am Bauhof. Dort ergänzt Stephan Strunz das Team.













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