12.08.2019 - 10:46 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Camper-Streit im Gemeinderat

Der Konflikt um fehlende Griffe und Geländer am Gaisweiher hat den Gemeinderat eine knappe Dreiviertelstunde beschäftigt. Alexander Sailer (FWG) hat sich an den VdK in München gewandt und fordert Abhilfe.

Das fehlende Geländer vor dem Sanitärraum am Campingplatz Gaisweiher beschäftigt nun auch den Gemeinderat in Flossenbürg. Rosemarie Zaruba hat gebeten, den Handlauf der am ehemaligen Gebäude angebracht ist, einfach umzuschrauben.
von Gabi EichlProfil

Selbstverständlich sei klar, dass man nicht alle Wünsche der Camper erfüllen könne, sagte er auch im Namen seiner Fraktionskollegin Birgit Neumann, aber die geforderten Griffe und das Geländer zu den Sanitärräumen seien ein Einzelfall und könnten als solcher kein Problem sein, zumal die Camper schon angeboten hätten, die Kosten zu übernehmen. Sailer sagte, er habe sich an den VdK in München gewandt und habe von Eberhard Grünzinger, dem Abteilungsleiter Ehrenamt und Berater für Barrierefreiheit, zur Antwort bekommen, dass ein Geländer zu den Sanitärräumen hilfreich sei. Sailer musste später auf Nachfrage seiner Kollegen jedoch einräumen, dass Grünzinger seine Aussagen unter dem Vorbehalt gemacht habe, die Situation vor Ort nicht letztgültig beurteilen zu können. Sailer begründete seinen Vorstoß damit, dass seine Fraktion nicht verstehen könne, dass man wegen solcher Kleinigkeiten ein solches Aufhebens mache.

Bürgermeister Thomas Meiler wies mehrmals darauf hin, dass der Platz vor den Sanitärräumen in Kürze asphaltiert werde und dass daher die Anbringung eines Geländers unsinnig sei, solange die Asphaltierung nicht beendet sei, denn es sei „irrsinnig“, das Geländer anzubringen und dann wieder abzuschrauben, wenn geteert werde. Das sei Sailer aber bekannt.

"Das sind Methoden..."

Meiler berichtete von einem Vorfall, wonach ein VdK-Vertreter unbefugt in die Sanitärräume eingedrungen sei. Man habe die Polizei informiert. „Das sind Methoden“, sagte Meiler, „das wenn wir machen würden, würden wir zur Schau gestellt.“ An Sailer gewandt verwies er auf Stapel von Eingaben von Campern, die zum Beispiel forderten, Wege neu zu teeren, damit die Garantie des Rollators nicht in Gefahr sei. „Du kannst dich gern darum kümmern“, sagte er zu Sailer.

300 Prozent mehr als 2018

Der Campingplatz sei statt mit 5,8 Millionen Euro mit nur 2,3 Millionen saniert worden. Natürlich habe das erhebliche Einschränkungen bedeutet, dennoch sei man erfolgreich damit und verzeichne heuer schon 300 Prozent mehr Übernachtungen als im vergangenen Jahr. Er warf Sailer vor, sich nicht ausreichend mit dem Thema Campingplatz beschäftigt zu haben. Meiler sagte auf die Frage Sailers, ob er für das Geländer sei, es müsse erst asphaltiert werden und dann werde man die Frage des Geländers im Verwaltungsrat des zuständigen Kommunalbetriebes erörtern.

Löw: "Maßlos enttäuscht"

Unverständnis zeigten die Gemeinderatskollegen Sailers wie auch der Bürgermeister, dass dieser sich an den VdK in München gewandt habe, wo man doch einen Fachmann vor Ort habe. Dieser Fachmann vor Ort, Erwin Löw, der vom VdK geschulte Beauftragte der Gemeinde für Barrierefreiheit, zeigte sich „maßlos enttäuscht“ durch Sailers Vorgehensweise, wie er in der Sitzung sagte, und bot an, sein Amt niederzulegen.

Sailer wurde vom Bürgermeister, aber auch von Kollegen vorgeworfen, die Gemeinde schlecht zu reden. Offenbar wolle man das Image des Campingplatzes kaputt machen, sagte Meiler. Umso unverständlicher sei es, dass ein Gemeinderat auf diesen Zug aufspringe.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.