04.09.2018 - 10:32 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Durchs Granitherz direkt in die Künstlerseele

Der Granit zog zehn Männer und Frauen über zwei Wochen hinweg in seinen Bann. Sie waren bei einer Exkursion der Kunstschule Freiburg-Munzingen dabei. Sie präsentierten ihre in Stein gefassten Impressionen.

Den Blick für die Kunst und durch das aufgehängte Granitherz stellten zehn Studenten über zwei Wochen hinweg unter Beweis. Am Freitag präsentierten sie die aus dem Stein entstandenen Impressionen.
von Bernhard NeumannProfil

Der Gruppe um Kursleiterin Verena Reimann war das Glück hold. In der zweiten Augusthälfte boten Sonne und Hitze den erhofften Rahmen für das Geschehen auf dem Gelände des Plattenbergbruchs. Die Granitwerke Baumann unterstützte die Künstler nicht nur mit dem zur Verfügung gestellten Werksgelände, sondern auf vielfältige Weise. Das reichte von Transportaufgaben bis hin zur Möglichkeit, den Arbeitsalltag oder den Verlauf einer Sprengung miterleben zu dürfen.

Mit dem Granit hatten die Teilnehmer bislang kaum etwas am Hut. Ihr Studium läuft berufsbegleitend. Im „wirklichen Leben“ sind sie Kunsttherapeuten, Schreiner, Holzbildhauer, und selbst ein Zirkuspädagoge zählte zum Team. Aus Seligenstadt, Landau, dem Breisgau oder aus Luxemburg reisen sie über vier Jahre hinweg zur Ausbildung nach Munzingen, einem Stadtteil von Freiburg, an.

Der Granit spielt beim Studium eine Rolle, als Material und mit Aspekten zum Bearbeiten des Urgesteins. Reimann nahm ihre Schützlinge dazu mit nach Flossenbürg: „Hier gibt es Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken, von den Granitexperten zu lernen und selbst Hand anzulegen.“ Zwei Wochen harte körperliche Arbeit wären allerdings übertrieben gewesen. Die Kursleiterin begleitete die Gruppe zum Spaziergang auf dem „Weg des Granits“, zum Parkstein, zum Gaisweiher oder zum Doost. Nicht fehlen durfte ein Abstecher zur KZ-Gedenkstätte. Dort läuft die Ausstellung „Zeichen der Erinnerung“ mit Werken des weltweit renommierten Künstlers Fritz Koenig.

„Gefühl für den Stein“, das war die Überschrift für den Freitagnachmittag. Reimann stellte den rund 50 Gästen bei der Abschluss-Vernissage die Gruppe und deren Absichten vor: „Die Präsentation soll aber genauso Gelegenheit bieten, sich mit den Studenten zu unterhalten.“ Ein Umstand fiel denen während der zurückliegenden zwei Wochen besonders auf: „Wir wurden mit einer außergewöhnlichen Herzlichkeit aufgenommen. Und mit den Flossenbürgern ins Gespräch zu kommen, fiel leicht.“

Das galt auch für den Schlusspunkt. Zunächst machten sich Gastgeber und Gäste, unter ihnen Bürgermeister Thomas Meiler, die Geschäftsführerin der Granitwerke Baumann Winnie-Anna Hauser und Angela Baumann, aber auf zum Rundgang. Vom strömenden Regen ließ sich niemand beeindrucken, viel zu spannend fielen die Hinweise und Gedankengänge der Künstler aus. Das reichte vom "Würfel mit Überraschungen“ über den „Schmetterling“ bis hin zu einem unvollendeten Werk. „Ich hätte schon Lust, noch ein wenig herumzuklopfen“, schmunzelte die Autorin.

Bürgermeister Meiler, er kam mit Blumen und einem Kasten Bier zum Plattenbergbruch, würdigte die Verbundenheit zu Flossenbürg: „Verena Reimann weiß, was sie an unserem Ort hat und andererseits wissen wir ihre Besuche und ihre Freundschaft sehr zu schätzen.“ Das Camp trage dazu bei, den Flossenbürger Granit weit über die Region hinaus als ganz besonderes und wertvolles Material einzuschätzen.

Bunte Schirme und fröhliche Menschen bestimmten am Freitag trotz Dauerregen das Bild im Plattenberg-Steinbruch. Rund 50 Gäste sahen sich auf dem Gelände um und ließen sich die geschaffene Granit-Kunst vorstellen.

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