21.06.2019 - 10:06 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Gratwanderung für Künstler und Besucher

Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung wollen der Bezirk Oberpfalz, die Katholische Jugendfürsorge der Diözese (KJF) und der Verein „Irren ist menschlich“ auf die Ausgrenzung von Menschen mit psychischer Erkrankung aufmerksam machen.

"Der verwundete Schamane" von Johannes Frank ist eines der Werke, das ab 5. Juli in der ehemaligen Häftlingsküche der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg zu sehen sein wird. Dort startet die Wanderausstellung Gratwanderung“ von Künstlern mit seelischer Krisenerfahrung.
von Externer BeitragProfil

Vom 5. Juli bis 3. September ist die Ausstellung „Gratwanderung“ zu sehen. In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sind in der ehemaligen Häftlingsküche von 5. Juli bis 3. September rund 30 Werke von 29 Oberpfälzer Künstlerinnen und Künstlern mit seelischer Krisenerfahrung zu sehen. Geöffnet hat die Ausstellung täglich von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Entstanden ist die Wanderausstellung aus einem künstlerischen Wettbewerb anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Regensburger Vereins „Irren ist menschlich“. Der Verein setzt sich erfolgreich für die Belange von Menschen mit Psychiatrieerfahrung ein und ist zu einer „festen Größe“ in der psychiatrischen und psychosozialen Landschaft Regensburgs und der Oberpfalz geworden.

Öffentliche Vernissage mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler ist am 5. Juli um 18 Uhr. „Das Ausstellungprojekt ist ein perfekter Beitrag zur Inklusion“, sagt dieser schon jetzt über die Ausstellung, der auch von einer gelungenen Verbindung zweier Aufgabenbereiche des Bezirks Oberpfalz spricht: der psychiatrischen Versorgung der Menschen in den bezirkseigenen medizinischen Einrichtungen und der Kulturarbeit des Bezirks. Besonders freut es Löffler, dass sich der Verein „Irren ist menschlich“ getraut habe, das künstlerische Schaffen von Menschen mit seelischen Krisen in die Öffentlichkeit zu tragen. „Denn die Herausforderungen, die psychisch kranke Menschen mit sich tragen, interessieren viele nicht“, ist Löffler überzeugt.

Zu sehen sind Zeichnungen, Skulpturen und Objekte, darunter auch die mit Preisen ausgezeichneten Werke von Tone Schmid (Weiden), „Hope“ (Pseudonym), „Harriett Burden“ (Pseudonym) und Johannes Frank (Regensburg).

„Für psychisch kranke Menschen ist Ausgrenzung eine der häufigsten Barrieren für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft“, erklärt Löffler schon im Vorfeld der Ausstellung. „Das Projekt ‚Gratwanderung‘ bietet eine Möglichkeit, diese Thematik auf besondere Art und Weise an die Öffentlichkeit heranzutragen, die der Bezirk Oberpfalz gerne unterstützt.“

Die Ausstellung tourt seit Herbst 2017 durch die Oberpfalz und wird das noch bis Ende dieses Jahres machen. Nächster Ausstellungsort ist Neumarkt in der Oberpfalz.

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