07.02.2020 - 11:09 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Heizen lässt keinen kalt

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) rückte am Dienstag vor 50 Gästen Aspekte rund um den Klimawandel, Fördermöglichkeiten und Verfahrensabläufe in den Blickpunkt. Es war ein interessanter, gleichzeitig aber auch anstrengender Abend.

Matthias Rösch (Zweiter von links) entpuppte sich als Glücksgriff für die Freie Wählergemeinschaft (FWG). Birgit Neumann, Alexander Sailer und Stefan Erndt (von Links) mit dem Energieexperten bei der Nachbesprechung zu einem überzeugenden Abend.
von Bernhard NeumannProfil

"Energetische Themen gehen uns alle an", führte die FWG-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Birgit Neumann, im Theresienheim ins Thema ein. Das sogenannte Klimapaket werfe viele Fragen auf. Als Experte auch zur Erläuterung von Förderchancen war Matthias Rösch, der Geschäftsführer des Energie-Technologischen-Zentrums Nordoberpfalz, gekommen.

Der Referent stellte den Besuchern zunächst das Betätigungsfeld des in Weiden ansässigen Unternehmens vor: „Wir sind unabhängiger Dienstleister bei Fragen rund um die Energie. Am Herzen liegen uns die kostenlosen und neutralen Erstberatungen. Sie bieten Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen.“ Rösch verwies auf die Kooperation mit der Verbraucherzentrale. Das ermögliche nun auch einen kostengünstigen Gebäude-Check. Wartezeit müsse man wegen der großen Nachfrage allerdings einplanen.

„Wir müssen etwas tun, um die Erderwärmung und die negativen Folgen zu begrenzen", sagte Rösch zur Frage, wie es mit der Energiewende weitergehen solle. Mit dem Klimapaket oder der enthaltenen CO2-Bepreisung sei ein Weg eingeschlagen worden, der durchaus im Geldbeutel zu spüren ist: „Das Heizöl verteuert sich beispielsweise ab dem kommenden Jahr um 79 Euro pro 1000 Liter.“ Nicht außer acht gelassen werden solle bei allen Diskussionen die Signalwirkung: „Aber sehen sie auch die Fördermöglichkeiten. Die sind durchaus attraktiv.“

Unter die Lupe nahm Rösch zunächst Gelder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Gefördert werden die Energieberatung, das Heizen und die Heizungsoptimierung. Ausführlich behandelte Rösch die Möglichkeiten für das Heizen mit erneuerbaren Energien, von der Wärmepumpe über die Solarthermie bis hin zur Biomasse in Form von Pellets. „Für letzteres gibt es 35 Prozent Zuschuss. Der erhöht sich um zehn Prozent, wenn die vorhandene Ölanlage weicht." Rösch sprach von interessanten Sätzen. Die Vorgaben, die es einzuhalten gilt, liegt bei einem Neubau höher als bei einem vorhandenen Gebäude.

Vergleichbar sei die Förderhöhe für Wärmepumpenanlagen, bei der einige Besonderheiten zu beachten seien. "Richtig anstrengend wird es, wenn es um einen Neubau geht.“ Solarkollektoren würden sich in den meisten Fällen nur mit anderen Heizungsanlagen kombinieren lassen. Zuschüsse gebe es hier erst ab drei Wohneinheiten: „Überhaupt kein Geld bekommen sie künftig für Ölheizungen. Auch nicht, wenn sie ausschließlich Gas nutzen wollen.“

Rund um das Gas drehten sich mehrere Diskussionsbeiträge. In Flossenbürg existiere keine derartige Versorgungsmöglichkeit. „Dazu dürfen sie mich nicht fragen. Das wird auf anderer Ebene festgelegt.“ Nicht gelten ließ Rösch den Einwand, dass es bei einer starken Nachfrage zu Engpässen bei der Pelletslieferung und zu gravierenden Preissteigerungen kommen könne. Der Referent verwies vielmehr auf das langfristige Ziel, den Anteil an Wärmepumpen deutlich zu erhöhen. „Ich sehe keinen Pelletsmangel. Und Preisschwankungen sind wie bisher schon beim Öl üblich.“

Bejahen konnte Rösch die Frage, ob es auch für Scheitholzheizungen Geld gebe. „Der Satz liegt bei 35 Prozent.“ An Blockheizkraftwerke sollten Gebäudeeigentümer erst bei einer Größenordnung ab sechs Wohneinheiten denken.

Eindringlich forderte der Redner auf, den hydraulischen Abgleich vornehmen zu lassen. Für den gebe es 30 Prozent Zuschuss. Davon abgesehen sei er bei allen Lösungen nötig und sinnvoll, ganz extrem bei Brennwertkesseln.

Weitere Tipps betrafen die sogenannten KfW-Förderungen. Hinweise gab es zu steuerlichen Aspekten oder auch zum „10.000-Häuser-Programm“.

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