10.12.2018 - 09:32 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Kein Neubau in der Birkenstraße

Gemeinderat Flossenbürg stimmt mit knapper Mehrheit gegen Abriss

Ein Schmuckstück ist das gemeindeeigene Wohngebäude in der Birkenstraße nicht mehr. Abgebrochen werden soll es aber nicht. Der Gemeinderat lehnt den Abriss ab.
von Bernhard NeumannProfil

Seit Freitag ist es verbindlich: Das gemeindeeigene Wohnhaus in der Birkenstraße wird keinem Neubau weichen. Mit einer Stimme Mehrheit sprach sich der Gemeinderat gegen eine solche Absicht aus. Wie es weitergeht, diese Frage ist aktuell offen.

Die Gremiumsmitglieder setzten sich bei der jüngsten Sitzung im Rathaus intensiv mit der Birkenstraße 9 auseinander. Das Gebäude mit den vier Wohnungen genügt selbst geringen Anforderungen nicht mehr und wird in Kürze komplett leer stehen. Bürgermeister Thomas Meiler erinnerte an die ein Jahr zurückreichenden Diskussionen im Gemeinderat: „Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, das Haus durch einen Block mit sechs Wohnungen zu ersetzen. Der Waldthurner Architekt Rudolf Meißner hat die Unterlagen ausgearbeitet. Sie bilden eine solide Basis.“

Bei geschätzten 860.000 Euro Baukosten könnte die Kommune 40 Prozent Fördergelder in Anspruch nehmen. Der Rest ließe sich mit einem Darlehen zu 0,99 Prozent finanzieren: „Die eingehenden Mieten decken den Aufwand. Nach den lange andauernden Diskussionen in der Vergangenheit muss heute eine Entscheidung fallen.“

Das war leichter gesagt als getan. Am Freitag kamen alle Argumente nochmals ausgiebig zur Sprache. Die Pro-Neubau-Aussagen rückten den Aspekt in den Vordergrund, Flossenbürg zukunftsfähig zu machen und mit einer solchen Entscheidung gegen den Bevölkerungsrückgang anzutreten. Der private Wohnungsmarkt gebe das leider nicht her. Nicht vergessen werden dürfe auf die günstigen finanziellen Konditionen. Jeder private Bauherr würde ohne Zögern zugreifen.

Dem stand die Überlegung gegenüber, nicht das Projekt Birkenstraße 9, sondern besser den sogenannten „12er-Block“ ins Auge zu fassen. Alleine schon die günstigere Lage würde dafür sprechen, unter anderem mit einer deutlich besseren Infrastruktur und mit dem ebenen Gelände. Zweiter Bürgermeister Alexander Sailer warnte mit einem Blick auf demografische Zahlen vor einem Überangebot an Wohnungen. Außerdem werden es im Ort in nächster Zeit genügend leerstehende Häuser geben.

Die sechs Ja-Stimmen von CSU-Fraktion, inklusive des Bürgermeisters und einem Pro-Votum der Freien Wähler reichten nicht aus. Gegen einen Neubau sprach sich die SPD-Fraktion aus. Hinzu kam ebenfalls eine Stimme der Freien Wähler. Das summierte sich auf sieben Mal Nein.

Keine unterschiedlichen Meinungen gab es zum Bauantrag für das im Eigentum der katholischen Kirchenstiftung stehende Theresienheim. Mit einem Aufwand von knapp einer Million Euro wird das Pfarrzentrum von Kirche, Diözese und Städtebauförderung saniert. Das Haus ist auch für die örtlichen Vereine wichtig und soll künftig im Untergeschoss Räume für die Flossenbürger Jugend bekommen.

Fazit 2018:

„Stellungnahmen der Fraktionen“ war der abschließende Tagesordnungspunkt in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2018 überschrieben. Roman Schell (SPD), Birgit Neumann (FWG) und Peter Schmidt (CSU) würdigten übereinstimmend das von vielen Seiten festzustellende Engagement zugunsten des Ortes. Eine gute Zusammenarbeit habe es auch im Gremium gegeben, wobei die Arbeit nicht zu knapp ausfiel. Immerhin enthielt der Haushalt heuer ein Investitionsvolumen von mehr als zwei Millionen Euro.

Den Bürgermeister beeindruckte nicht zuletzt das Interesse an den Sitzungen des Gemeinderates. Am Freitag waren rund 35 Zuhörer ins Rathaus gekommen: „Eine solche Resonanz imponiert. Erfreulich viele machen bei der Arbeit für unseren Ort mit.“ Unverzichtbar sei hier das gute Miteinander im Gremium: „Gelegentlich abweichende Meinungen gehören zur Demokratie.“

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