13.08.2019 - 10:23 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Neue Chance für Steinhauerhaus

Aus dem stark verwitterten ehemaligen Steinhauerhaus am Burgweiher soll eine Geo-Informationsstelle werden. Das hat der Gemeinderat mit Mehrheit beschlossen. Im besten Fall wird das Projekt mit bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert.

So könnte die Geo-Informationsstelle aussehen, die aus dem ehemaligen Steinhauerhaus am Schlossberg werden soll.
von Gabi EichlProfil

Die Aussicht auf eine derart hohe Förderung war für die überwiegende Zahl der Gemeinderäte mit ein Grund, unter Zeitdruck für das Vorhaben zu stimmen. Denn der Förderantrag muss laut Bürgermeister Thomas Meiler schon bis spätestens 20. August gestellt werden. Meiler hatte eigenem Bekunden zufolge auch erst am Montag vor der Sitzung erfahren, dass eine neuerliche Chance besteht, das Steinhauerhaus mit länderübergreifenden Fördermitteln zu sanieren.

Ein erster Versuch war gescheitert, nachdem der tschechische Partner abgesprungen war; nun ist kurzfristig das tschechische Plana als Co-Partner eingestiegen. Laut Meiler würden die Investitionskosten von 500.000 Euro mit 85 Prozent gefördert, möglicherweise bekomme die Gemeinde auch noch den sogenannten ILE-Bonus von 5 Prozent (ILE bedeutet Integrierte Ländliche Entwicklung), was eine Förderung von 90 Prozent bedeute und den Eigenanteil der Gemeinde auf 50.000 Euro reduziere. Den Worten der Kämmerin Margit Frauenreuther zufolge kann sich die Gemeinde das leisten.

Nach einer ersten Planung des Parksteiner Architekturbüros Schöberl würde das Steinhauerhaus saniert, und es würde ein Kubus oben drauf gepackt mit Panoramafenstern in Richtung Steinbruch und Naturschutzgebiet. Dieses Naturschutzgebiet ist laut Meiler gerade erst in die Liste der 100 schönsten Geotope Deutschlands aufgenommen worden, und es sei eben dieser Schlossberg, dessentwegen die Gemeinde überhaupt eine so höhe Förderung erwarten könne. Während der Kubus oben in erster Linie dem Ausblick dienen soll, ist im Steinhauerhaus selbst eine Ausstellung geplant zur Geologie des Schlossbergs, zum Granitabbau, mit Aufnahmen von Zeitzeugen und vielem mehr.

Für Ältere unerreichbar

Nicht jeder Gemeinderat teilt die Begeisterung des Bürgermeisters. Birgit Neumann (FWG) und Peter Gruber (SPD) ging die Sache zu schnell; es sei schwierig, in so kurzer Zeit über eine solche Investition zu entscheiden, sagten sie. Entschiedenster Kritiker der Pläne ist jedoch Alexander Sailer (FWG), der am Ende auch zusammen mit Gruber gegen das Vorhaben stimmte.

Sailers Hauptargumente: Das Steinhauerhaus sei für ältere Menschen nur schwer oder gar nicht zu erreichen, überdies seien die Folgekosten für den Betrieb nicht abzuschätzen, auch wenn der Betrieb ohne Personal geplant sei. Gruber sagte, das Geld sei besser im Ort selbst angelegt als „dort oben“.

"Eine einmalige Chance"

Meiler gab in der zunehmend hitzigeren Diskussion zu bedenken, dass mit dem einsturzgefährdeten Steinhauerhaus in jedem Fall etwas geschehen müsse: Sanierung oder Abbruch, beides koste ebenfalls Geld. Er nannte das Projekt eine „einmalige Chance“, dies auch im Hinblick darauf, die Geschichte der Steinhauer in Flossenbürg professionell zu dokumentieren. "Das ist wichtig“. Schließlich wolle man den Ort doch auf das Niveau der KZ-Gedenkstätte heben und da gelte es, jede Gelegenheit zu nutzen, den Ort positiv darzustellen.

Weg dort oben gut besucht

Peter Schwanitz (CSU) ging mit dem Bürgermeister konform. Er sprach von einem „Meilenstein“ und einem „unheimlichen Anziehungspunkt in Verbindung mit der Burg und dem Weg des Granits“. Rudolf Hauke (CSU) sagte, man sei sich doch schon lange einig im Gremium, „da oben was zu machen“. Und Christian Stahl (SPD) fügte hinzu, als Fußballplatzbesucher könne man sehen, dass der Weg am Steinhauerhaus vorbei gut besucht sei.

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