15.11.2019 - 12:07 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Teurer "notwendiger Lückenschluss"

Um die 150.000 Euro lässt sich der Freistaat knapp 350 Meter Rad- und Fußgängerweg am Ortseingang kosten. Eine „überfällige Maßnahme“, wie Bürgermeister Thomas Meiler sagt. Aber wegen der schwierigen Planung auch eine ungewöhnlich teuere.

Die Brücke gleich nach dem Ortsschild ist eines der beiden Nadelöhre, die den Radweg bis zur Abzweigung Waldkirch deutlich teurer als vergleichbare Projekte machen.
von Gabi EichlProfil

Es geht um die Anbindung der Gemeinde an den Bocklradweg, aber auch um mehr Sicherheit für Fußgänger, die derzeit noch auf der Staatsstraße gehen müssen, um die Brücke gleich nach dem Ortsschild zu überqueren. Gerhard Kederer, zuständig für den Straßenbau im nördlichen Bereich des Bauamtes Amberg-Sulzbach, spricht vor dem Gemeinderat von einem „notwendigen Lückenschluss“. Dieser wird jedoch deutlich teurer als ein Radweg vergleichbarer Größenordnung, und das liegt laut Kederer an zwei Nadelöhren, die zu überwinden sind, aber auch daran, dass Grundstücksverhandlungen gescheitert seien.

Grundbesitzer verkaufen nicht

Der Abschnitt der Staatsstraße zwischen der Flurbereinigungsstraße nach Würzelbrunn und der Einfahrt nach Waldkirch, an dem entlang der Radweg gebaut werden soll, misst gerade einmal 345 Meter. Den Worten Kederers zufolge wird der Radweg nach der aktuellen Planung auf dem Straßengraben gebaut, weil die angrenzenden Grundeigentümer nicht verkaufen wollten. Die Straßenbauer suchten eine solche Variante zwar zu vermeiden, aber in diesem Fall müsse man in den sauren Apfel beißen. Das erste „ganz schlimme“ Nadelöhr sei eine Stelle, an der auf eine Länge von etwa 70 Metern die Böschung abgefangen werden müsse. Dies wolle man mit Granitquadern tun, die im Steinbruch übrig bleiben. Das zweite Nadelöhr ist die Brücke nach dem Ortsschild; hier werde man sich „durchschlängeln“ müssen, denn die Straßenbauer müssten mit dem Radweg auf der Straße bleiben. Und so will man das Geländer etwas nach außen versetzen und den Radweg durch eine niedrige Mauer von der Straße abgrenzen. Für den Radweg bleiben dadurch nur etwa 1,50 Meter, ein normaler Radweg hat eine Breite von 2,50 Meter. Kederer hält dies eigenem Bekunden nach aber auf den nur 40 Metern, um die es geht, für vertretbar, zumal nicht zu erwarten sei, dass sich hier täglich Massen von Radfahrern bewegten. Baubeginn werde voraussichtlich im kommenden Sommer sein.

"Straßenschäden im Blick"

Der SPD-Sprecher Roman Schell fragt, ob es Überlegungen gebe, den Radweg in Richtung Floß zu erweitern. Kederer verneint: Das sei dann doch eine ziemlich große Maßnahme, immerhin gehe es dabei um etwa vier Kilometer. Der CSU-Sprecher Peter Schmidt nutzt die Gelegenheit, um den Vertreter des Straßenbauamtes auf Schäden an der Durchfahrtsstraße hinzuweisen. Kederer sagt, sein Amt habe diese im Blick und werde sie Zug um Zug beseitigen. Bürgermeister Thomas Meiler weist darauf hin, dass man in diesem Punkt in dauerndem Kontakt mit der Behörde sei, da die Gemeinde im Fall von Sanierungsarbeiten immer auch gleich die Gehwege oder den Kanal erneuere; es werde daher regelmäßig abgesprochen, wer gerade Geld für welche Maßnahme habe.

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