Jesus immer wieder neu finden

Die evangelischen Kulmgemeinden begehen traditionell den Tag Christi Himmelfahrt gemeinsam. Dieses Mal feierten sie aber nicht alleine.

Der Projektchor Speichersdorf unter der Leitung von Dominic Fink begeistert mit „O Happy Day“.
von C. & W. RupprechtProfil

Normalerweise versammeln sich die evangelischen Kulmgemeinden an Christi Himmelfahrt am kleinen Kulm bei Neustadt am Kulm zum Gottesdienst unter freiem Himmel. Heuer trafen sie sich im Festzelt, dass der Geselligkeitsverein "Hide Away" Frankenberg zum 45. Gründungsjubiläum aufgestellt hatte. Im Ort steht eine Filialkirche der Neustädter Kirchengemeinde.

Den Gottesdienst gestalteten die vereinigten Posaunenchöre Neustadt am Kulm und Frankenberg, die Unterstützung von Bläsern aus Speichersdorf und Wirbenz erhalten hatten, musikalisch. Sie standen unter der Leitung von Monika Klausfelder. Neben Pfarrer Hartmut Klausfelder zelebrierten Pfarrerin Anne Utz, Vikarin Kathrin Spies und Pfarrer Dirk Grafe den Gottesdienst. Regina Sendelweck fungierte als liturgische Lektorin, die Fürbitten sprach ein Hide-Away-Team.

Drei Ziele

Besondere Begeisterung weckte der Projektchor aus Speichersdorf bei den gläubigen Besuchern. Unter der Leitung von Dominik Fick brillierte er nicht nur bei "O happy Day", zu dem die Zuhörer begeistert mitklatschten. Die Lieder "Kommt, atmet auf" und "Wo wir Gott loben, wachsen neue Lieder" passten auch zu dem Leitgedanken des Geselligkeitsvereins "Hide Away", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Traditionen zu bewahren, die Geselligkeit zu fördern sowie die Generationen zu vereinen, wie Vorsitzende Denise Zyla und Bürgermeister Manfred Porsch in ihren Ansprachen betonten. Es seien neue Feste ins Leben gerufen und neue Wege beschritten worden. Dazu gehöre Mut, und in der Gemeinschaft könnten Projekte leichter verwirklicht werden.

Ebenso war es damals für die Jünger neu, erst ohne Jesus sein zu müssen, ihn dann als den Auferstandenen wieder gefunden zu haben und an Himmelfahrt wieder gehen lassen zu müssen. Pfarrer Grafe ging im Kollektengebet darauf ein, dass man sich im Leben manchmal himmelhochjauchzend und glücklich, dann wieder zu Tode betrübt fühle. Die gleichen widerstrebenden Gefühle hätten die Jünger gehabt, als sie Jesus in den Himmel aufsteigen sahen.

Doch auch wenn er danach für ihre Augen unsichtbar war, so hatten sie ihn in ihrem Herzen gefunden. Sie vertrauten nach wie vor auf ihn. Er habe sie stark gemacht und gesegnet - danach seien sie ein Segen für viele andere Menschen gewesen.

Das trifft laut Klausfelder auch auf den Verein "Hide Away" zu. Er ging von der Übersetzung aus, nach "Hide Away" ein Versteck bedeute, das gefunden werden wolle. Ein Verein lebe nur vom Miteinander. Auch er wolle gefunden werden, denn ohne Nachwuchs könne er nicht weiterexistieren. Doch auch die Senioren, die ab einem bestimmten Alter aus dem aktiven "Dienst" ausscheiden, seien nach wie vor mit Rat und Tat für die junge Generation da, so wie die Gründungsmitglieder des Geselligkeitsvereins, Hans Gräbner, Rudi Heidenreich, Erich und Manfred Porsch sowie Hans und Reinhold Schmid.

Klausfelder spannte den Bogen zurück zum Osterfest. Auch sei gesucht und gefunden worden. Jesus sei gesucht, aber an seinem Grab ein Engel gefunden worden. Die Emmaus-Jünger suchten Frieden sowie Klarheit und fanden bei ihrer Wanderung Jesus. Ebenso habe der ungläubige Thomas Jesus gefunden.

Suche Weg durchs Leben

"Und an Himmelfahrt verschwindet Jesus wieder vor den Augen seiner Jünger. Jesus kehrt zurück in sein himmlisches ,Hide Away'". Aber die Jünger hätten den Heiligen Geist und damit Jesus ganz neu und ganz anders gefunden. "Für uns Menschen bedeutet das, dass auch wir Gott suchen. Immer dann, wenn wir glauben, ihn zu verstehen, erscheint er uns wieder auf neue Weise. Dabei ist diese Suche ein Weg durch das Leben." Gott hinterlasse Hinweise für Suchende und lasse sich gerne finden, versicherte der Seelsorger. Dabei dürfe der Glaube durchaus auch Spaß machen und der Gottesdienst auch einmal in einem Festzelt stattfinden. Wer Gott gefunden habe, dürfe dies feiern.

Wer wollte, konnte nach dem Gottesdienst bei Krenfleisch und Knödeln sowie weiteren kulinarischen Köstlichkeiten weiter über die Suche im Leben diskutieren. Mit einem Kinderprogramm, das von Hüpfburg über Armbrustschießen zu Erbsenschlagen und Dosenwerfen reichte, sowie Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen gingen die Feierlichkeiten bis in die Abendstunden weiter.

Die vier Seelsorger der Kulmgemeinden stellen sich zu einem Gruppenfoto: (von links) Dirk Grafe (Wirbenz/Immenreuth/Kemnath), Hartmut Klausfelder (Neustadt am Kulm/Frankenberg/Trabitz), Vikarin Kathrin Spies und Pfarrerin Anne Utz.
Der Festaltar ist mit Blumen aus Feld, Flur und Garten geschmückt. Daneben ist das wunderschöne Kulmkreuz zu sehen, das anlässlich des Reformationsjubiläums geschnitzt wurde. Alle evangelischen Kulmgemeinden sind in dem Kreuzeskorpus´ genannt.
Denise Zyla, Vorsitzende von „Hide Away“, gibt einen Einblick in die Entstehung und Zielsetzung des Geselligkeitsvereins.
Bürgermeister Manfred Porsch, selbst Gründungsmitglied, gratuliert „seinem“ Verein.
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