17.06.2020 - 10:39 Uhr
Frankenreuth bei WaidhausOberpfalz

Auftaktböller als Rückkehr zur Normaliät

Hermann Schillinger (stehend) führt die 18 Teilnehmer behutsam an den Gebrauch scharfer Böller heran.
von Josef ForsterProfil

Das Schützenhaus des Schützenvereins „Enzian“ geht mit einer Vorreiterrolle in die Chronik der Marktgemeinde ein. Scharf geschossen wurde dabei auch und so mancher Bewohner des Waidhauser Ortsteils mag sich deshalb verwundert die Augen gerieben haben.

Am Wochenende ging ein zweitägiger Kurs zum Böllerschießen über die Bühne. 18 Teilnehmer aus dem Sportschützengrenzgau Vohenstrauß und dem Oberpfälzer Schützenbund (OSB) absolvierten unter strengen Corona-Hygiene-Auflagen und mit entsprechenden Abstandsregeln am Sonntag den Umgang mit Böllerpulver und Böllergeräten in der Theorie und am Montag in der Praxis. So musste jeder Teilnehmer einen Schuss mit dem „Gerät“ abgeben, für das er geprüft wurde. So hallten im Waidhauser Ortsteil am Montagvormittag exakt 20 Schüsse mit Böller, Muskete oder Kanone. Der Waidhauser Bürgermeister, Markus Bauriedl, ließ es sich nicht nehmen und begrüßte alle Teilnehmer in Frankenreuth recht herzlich. Er freute sich, dass mit diesem Lehrgang etwas „Normalität“ ins Waidhauser Vereinsleben zurückkehre und wünschte allen Teilnehmern "viel Glück bei der bevorstehenden Prüfung und für die Zukunft immer einen sicheren Umgang mit den Böllergeräten".

Hermann Schillinger aus Vachendorf in Oberbayern war als Spezialist für die Ausbildung an die böhmisch-bayerische Grenze gekommen. Nur wenigen Experten ist es in Bayern erlaubt, diese Kurse durchzuführen. Am Montagnachmittag nahm zusätzlich ein Beamter der bayerischen Gewerbeaufsicht von der Regierung von Oberbayern die Prüfung ab, die alle Teilnehmer mit Bravour bestanden.

Somit hat neben den neuen Böllerschützen aus Eslarn, Moosbach und der weiteren Umgebung auch Waidhaus sechs neue Böllerschützen, die sich im „Weydhauser Fähnlein“ für künftige Feste und auch für das Friedensfest 1621 im kommenden Jahr lautstark einbringen werden, um mit den bereits vorhandenen Luntenschlossmusketen und der noch neu anzuschaffenden vereinseigenen Kanone nach historischem Vorbild den Grenzmarkt weiter präsentieren zu können.

Beinahe spektakulär verläuft in der Marktgemeinde Waidhaus die Rückkehr zu einer Normalität im Vereinsleben und das ausgerechnet mit 20 Böllerschüssen, die zum aktuellen Corona-Jahr 2020 zu passen scheinen.
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