Im Alter von 73 Jahren ist Ernst Weig aus Frankenrieth bei Waldthurn nach schwerer Krankheit verstorben. „Wir nehmen Abschied von einem Menschen, der durch sein Wirken und seine Persönlichkeit viele Leben berührt hat“, blickte Bürgermeister Georg Bocka am Lennesriether Friedhof zurück. Das Requiem in der Jakobuskirche zelebrierte Pfarrer Norbert Götz. Manuela Grünauer und Hans-Peter Reil umrahmten zusammen mit der Waldthurner Bläsergruppe die Trauermesse, musikalisch begleitet von Georg Schmidbauer an der Orgel.
Für Ernst Weig war sein christlicher Glaube das Fundament seines Lebens. Er war viele Jahre Obmann der Marianischen Männerkongregation (MMC) Waldthurn. Unzählige Male hat er die MMC-Fahne zur Muttergottes auf den Fahrenberg getragen. Er pilgerte nach Altötting. 1989 war er erstmals in Maria Kulm, wohin er anschließend insgesamt 15-mal gepilgert ist. Weig unterstützte auch die „Kirche im Osten“ und war zudem in Medjugorje. Eine weitere Leidenschaft von Weig waren seine Oldtimer-Fahrzeuge.
Aufgewachsen ist der „Boier Ernst“ einen Kilometer von seinem Frankenriether Wohnhaus entfernt, als jüngster Sohn der Eheleute Margaretha und Georg Weig, zusammen mit drei Geschwistern – zwei Brüdern und einer Schwester – beim Boier am Waldthurner Bahnhof in Ottenrieth. Zur Schule ging er in Lennesrieth, anschließend besuchte er die Realschule in Neustadt/WN. Er absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann, besuchte die Fachoberschule, studierte Betriebswirtschaftslehre und schloss als Diplom-Kaufmann ab. Beruflich qualifizierte er sich zum Steuerbevollmächtigten, Steuerberater und zum Wirtschaftsprüfer.
Seine Frau Elisabeth heiratete er im Juli 1981 in der Jakobuskirche in Lennesrieth. Gemeinsam schenkten sie fünf Kindern – Ernst, Thomas, Stefan, Julia und Christian – das Leben. Die Familie bedeutete ihm alles, und er erfreute sich an seinen 14 Enkeln. Ernst Weig baute in Weiden mit herausragender fachlicher Kompetenz, außergewöhnlichem Einsatz und unternehmerischem Weitblick seine „Steuerkanzlei Weig und Partner“ auf.
Seine Mandanten und seine Mitarbeiter lagen ihm stets am Herzen. Die Kanzlei war für ihn weit mehr als ein Arbeitsplatz – sie war seine Kanzleifamilie. Weig war zudem Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Luce-Stiftung sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates der Raiffeisenbank Floß eG. Im Jahr 2014 trat sein Sohn Stefan in die Kanzlei ein, und im Januar 2024 übernahm dieser die „Steuerkanzlei Weig und Partner“ von seinem Vater. „Am Waldthurner Kirchweihsonntag ist er daheim bei seiner Familie verstorben. Ernst Weig war ein sehr großzügiger Mensch, auch für die Kirchen in der Pfarrei“, sagte Pfarrer Götz.
Sein Sohn Stefan nahm die schwierige Aufgabe auf sich, als Kanzleinachfolger am offenen Grab zu sprechen. Die Kanzlei sei das Lebenswerk seines Vaters gewesen. Er habe sie gegründet, aufgebaut und zu dem gemacht, was sie heute ist. Sie sei eine Gemeinschaft von Menschen, die der Verstorbene als Chef, Mentor und Vorbild geleitet habe. Kameraden der Feuerwehr Lennesrieth trugen den Sarg. Der Verstorbene war Mitglied bei den Seilziehern der Fahrenbergauswahl, der Kolpingsfamilie, dem OWV sowie bei den Bayerntreu-Schützen Lennesrieth, bei denen er als junger Mann so manche humorvolle Episode erlebte.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.