23.04.2019 - 14:03 Uhr
FreihungOberpfalz

Gemeinderat Freihung mit Plänen für Photovoltaik-Anlage Thansüß nicht zufrieden

Die geplante Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage entlang des Bahngleises bei Thansüß hat die erste Verfahrenshürde noch nicht genommen. Der Marktgemeinderat verweigert für den Entwurf die Änderung des Flächennutzungsplans.

Auf diesem Areal - hier der Blick auf Thansüß - soll die Photovoltaik-Anlage entstehen, begrenzt von der Baumreihe an der Bahnlinie zwischen Weiden und Neukirchen.
von Autor USCProfil

Der Grund: Die Planung geht über die vorgegebene Grenzlinie von 110 Meter von der Bahnlinie Richtung Süden hinaus. Sie muss modifiziert werden.

Nach dem Baugesetzbuch ist eine Freiflächenphotovoltaik-Anlage im Außenbereich nicht privilegiert. Deshalb ist im Fall Thansüß ein vorhabenbezogener Bebauungsplan mit gleichzeitiger Änderung des Flächennutzungsplans des Marktes Freihung zur Errichtung der PV-Anlage zwingend erforderlich.

Lukrativ ist die Errichtung von PV-Anlagen im Randstreifen von 110 Metern entlang von Eisenbahnlinien, in diesem Fall an der Strecke Weiden-Neukirchen, für Investoren deshalb, weil die Einrichtungen innerhalb dieses Randstreifens nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) besonders gefördert werden. Bei einer Anschlussgröße von maximal 750 KilowattPeak ist der Bauherr des Weiteren von einer Ausschreibungspflicht nach dem EEG befreit. Ausgleichsflächen beziehungsweise Sichtschutzstreifen können außerhalb der 110 Meter zum Tragen kommen. Der Standort Thansüß ist auch so günstig, da der Einspeisepunkt in das Stromnetz direkt neben dem Grundstück steht und somit keine lange und kostenintensive Kabelverlegung erforderlich wird.

Der von Landschaftsarchitekt Gottfried Blank, Pfreimd, vorgelegte Antrag sieht eine Fläche von 2,7 Hektar einschließlich Ausgleichsflächen mit Hecken und Obstbäumen vor. Die Anlage selbst umfasst nach diesen Plänen 2,2 Hektar. Die Module erreichen eine Höhe von maximal drei Metern. Die vorgesehene Einfriedung der Anlage soll durchgängig für Kleintiere sein. Eine Blendwirkung ist laut Blank beim direkten Nachbarn nicht zu erwarten.

Der Marktgemeinderat forderte nach kurzer Beratung eine Änderung der Pläne, da der Bauherr die Fläche der PV-Module über die 110-Meter-Linie hinaus vorsieht. Nach Maßgabe des Gremiums müssen die Module allesamt im 110-Meter-Randstreifen zur Bahnlinie errichtet werden. Das Planungsbüro muss nun eine Neuplanung bis zur Sitzung am Dienstag, 14. Mai, vorlegen. Dann soll der Gemeinderat über einen vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan zur Errichtung eines Sondergebiets Photovoltaik-Freiflächenanlage Thansüß III (Süd), sprich über die Genehmigung der Entwurfsplanung, abstimmen.

Keine grundsätzlichen Bedenken hatte der Gemeinderat gegen die Ausweisung eines Sondergebiets für Pferdehaltung in der Gemarkung Großschönbrunn. Die Antragsteller Norbert Pfab und Christian Finster müssen nach ergangenem Aufstellungsbeschluss eine genauere Planung vorlegen. Außerdem muss für das Vorhaben ein Durchführungsvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen werden.

Sehr einfach zu lösen ist die Erschließung eines Grundstücks in Thansüß, das Besitzerin Thea Stör in absehbarer Zeit bebauen will. Der Gemeinderat stimmte der Einbeziehung von Teilflächen durch eine entsprechende Satzung zu. Grünes Licht gab es für den Bau eines Einfamilienhauses in Seugast, für die Errichtung einer landwirtschaftlichen Lagerhalle in Großschönbrunn und für die Ersatzbeschaffung einer Abwassertauchpumpe für das Seugaster Pumpwerk.

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