11.11.2019 - 17:16 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Junge Bühne Freudenberg zeigt "Ein Koffer voller Geld"

"Des Oanzige, wos zählt, auf dera Welt, is a Geld": Das besang schon Haindling in "Paula". Auch die Gästeschar auf der Bühne ist dem schnöden Mammon nicht abgeneigt. Doch wo ist er, der Koffer voller Geld? Die Antwort weiß die Junge Bühne.

Die illustre Gästeschar sitzt beieinander, einer von ihnen muss die halbe Million gestohlen haben – doch wer?
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Sein fünftes Theaterstück führt derzeit der Nachwuchs der Freudenberger Bauernbühne auf, am Samstagabend war Premiere im Wutschdorfer Pfarrsaal. Spielleiter Benno Schißlbauer, der mit den Youngsters das Stück "Ein Koffer voller Geld" einstudiert hatte, wünschte dem Publikum, es möge zweieinhalb Stunden gut unterhalten sein. Und das war es auch, bestens sogar.

Illustre Gästeschar

Es könnte so beschaulich sein in Freimberch, wäre da nicht der Dauerclinch der beiden rivalisierenden Gasthäuser "Weißer Hirsch" und "Roter Ochse". Und hätte nicht plötzlich ein Räuber 500 000 Euro von der örtlichen Raiffeisenbank erbeutet. Doch wer war es?, fragt sich nicht nur der Dorfpolizist Stoppel, der dümmer ist als die Polizei erlaubt und am Premierenabend ob seiner Stotterei und seiner trotteligen Art zum absoluten Publikumsliebling avanciert. Doch auch die Frage, wo das Geld abgeblieben ist, interessiert die illustre Gästeschar mit schlitzohrigen Zechprellern und dreisten Hochstaplern brennend - und Stoppel.

Deftige Wortgefechte

Die Junge Bühne Freudenberg setzt den kriminalistischen Schwank in drei Akten, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt, temporeich um, arbeitet die Charaktere der Protagonisten pointiert heraus und überzeugt mit dem Stück. Die Freude am Theaterspiel ist den jungen Leuten anzumerken, ihr Publikum gewinnen sie nullkommanichts für sich. Die Wortgefechte, die sich die Akteure auf der Bühne liefern, sind mitunter deftig, die Wege des Koffers mit dem begehrten Inhalt verschlungen: Er wird verwechselt, geklaut, ausgetauscht. Er ist weg, hat einen anderen Inhalt - selbst aus dem Polizeirevier wird er gestohlen. Und da wäre noch der zweite Koffer, prall gefüllt, jedoch nur mit Filmgeld für einen Krimi.

Verdächtig ist ein jeder, nur einer scheint über jeglichen Verdacht erhaben, quasi qua Amt: Ein Mann im priesterlichen Gewand, aber trinkfest ("Aquavit ist besser als Aquaplaning) und den weltlichen Genüssen so gar nicht abgeneigt ("Solange ich im Weißen Hirschen wohne, wird es Gruppensex nicht geben - jedenfalls nicht ohne mich").

Doch ob auch dessen Aussage, "der ehrlichste Mensch auf derer Welt, des is halt doch der Pfarrer" auch als Moral von der Geschicht' gelten darf? Wer weiß ...

Info:

Rund ums Stück

„Ein Koffer voller Geld“ wird am Freitag, 15. November, an den Samstagen, 16. und 23. November, am Sonntag, 24. November, Freitag und Samstag, 29. und 30. November, gezeigt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, nur am Sonntag, 24. November, um 17 Uhr. Karten zu sieben, acht und neun Euro (je nach Kategorie) plus Vorverkaufsgebühr gibt es beim Bayerischen Taxieinkauf Schießlbauer in Freudenberg sowie in Amberg (Tourist-Info und Reisebüro am Bahnhof) und im Internet (www.freudenberger-bauernbühne.de).

Im neuen Stück der Jungen Bühne Freudenberg wirken Michael Vogt als Lipus, Christina Hahn als Wirtin Josefine Hirsch, Matthias Tafelmeier als Wirt Josef Weinstein und Johannes Altmann als dessen Sohn Andreas Weinstein mit. Auf der Bühne stehen weiter Katharina Dotzler als Rosi, Franziska Hahn als Elisabeth von Mühlberg und Corina Rumpler als deren „Nichte“ Susi sowie Björn Alt als Lenz und Michael Wiesmeth als Dorfpolizist Stoppel. Regie führt Benno Schißlbauer. Auch hinter der Bühne sind viele Helfer fleißig im Einsatz: Erwin Altmann war für Bühnenbau zuständig, um die Maske kümmern sich Edeltraud Dotzler, Anna und Kathi Zweck sowie Jessica Schuch.

Und auch die Theaterküche der Bauernbühne ist wieder im Einsatz, bewirtet vor den Aufführungen sowie in den Pausen mit Pfälzern mit Kraut und sauren Bratwürsten über Käsespätzle bis hin zu Wurstsalat, Lachs- oder Griebenschmalzbrot.

Nanu, wo ist er denn hingekommen, der Koffer? Elisabeth von Mühlberg (Franziska Hahn) und ihre Nichte Susi (Corina Rumpler) sind ratlos.
Wenn sich Hirschen-Wirtin Josefina (Christina Hahn) und Ochsenwirt Josef (Matthias Tafelmeier) versöhnen, hat Dorfpolizist Stoppel (Michael Wiesmeth) schlicht und ergreifend das Nachsehen.
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