14.06.2018 - 10:50 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Rast beim Heiligen Johannes - Tour als Download

Das nächste Bergfest steht vor der Tür und wir starten zu Teil zwei unserer Serie "Mit dem Radl auf den Berg": Diesmal geht es zur Wallfahrtskirche St. Johann bei Freudenberg, wo die Pfarrei am 23. und 24. Juni Patrozinium feiert.

Auf 605 Metern steht die Wallfahrtskirche St. Johann bei Freudenberg. Immer um den 24. Juni herum lockt sie Wallfahrer aus der ganzen Region zum Johannisbergfest.

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Plant man eine Fahrradtour bei Freudenberg und setzt sich als geografischen, spirituellen und kulinarischen Höhepunkt das Johannisbergkirchlein, ist folgende Rechenaufgabe zu lösen: 605 minus 426. Das Ergebnis von 179 entspricht in Metern in der Direttissima dem Höhenunterschied zwischen dem Start bei der Hammermühle und dem schattigen Platz vor der Wallfahrtskirche St. Johann.

Das ist ein ordentliches Pfund, das Schmalz in den Wadeln, Durchhaltevermögen, gute Kondition - oder ein E-Bike unter dem Hintern abverlangt. Weil aber zwischen dem Start und dem Zielpunkt gerade mal 353 Meter Luftlinie liegen, umrunden wir den Berg in weitem Bogen von Geiselhof über Paulsdorf, Hiltersdorf und Kohlmühle, um dann nach dem Erhalt von europäischen Weihen im Tempelmuseum und geistiger Erbauung in der Asphaltkapelle von Etsdorf aus in einem fulminanten Schlussakkord Höhenluft zu gewinnen. Wenn wir schließlich wieder beim Parkplatz Hammermühle ankommen, wird unser Tacho 31 Kilometer Strecke und knapp 500 Höhenmeter bergauf anzeigen.

Vom Wanderparkplatz aus fahren wir entlang der Staatsstraße Richtung Lintach, um dann nach links nach Geiselhof abzubiegen. Das Dorf weckte einst überregionales Medieninteresse wegen einer gerichtlichen Auseinandersetzung, in der es um das Läuten der Kapelle St. Walburga ging. Der Glockenstreit von Geiselhof ist aber längst beigelegt und so reckt sich heute der Turm des 1840 erbauten Gotteshauses wieder selbstbewusst dem Himmel entgegen.

Beim Ortsausgang biegen wir beim neuen Kreuz, das von Feldahorn-Bäumen flankiert wird, nach links ab und folgen der Beschilderung der Nordic-Walking-Strecken 2/3. Im Hintergrund wölbt sich der sanfte Waldbuckel des Johannisberges. Bei Kilometer 2,1 weist ein Schild unseren Weg nach Paulsdorf. Wir fahren geradeaus über die Kreuzung und 500 Meter weiter; bei einem verlandeten Weiher links halten. Wir kommen zu einer Kreuzung, an der es links zum Bühler Stodlweg geht (geradeaus weiter). Hier können wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Deaz bittschee net so renna, 's is' ungsund - für Leit und Henna" steht auf einem Schild, das wir uns gerne zu Herzen nehmen. Vorbei an den weitläufigen Koppeln eines Gestüts erreichen wir Paulsdorf.

Prächtiger Pfarrhof

In der Nähe des 1786 erbauten Pfarrhauses kommen wir zur Staatsstraße, in die wir kurz nach rechts einbiegen, um sie 50 Meter weiter nach links auf einem Feldweg zu verlassen. Jetzt immer geradeaus auf die Silos eines landwirtschaftlichen Anwesens halten, bis wir auf den von Moos her kommenden Schweppermannradweg treffen (Kilometer 6,3). Hier links ab und geradewegs nach Hiltersdorf. Wir bleiben jetzt immer auf dem beschilderten Schweppermannradweg, der uns komfortabel bis kurz vor Högling bringt. Nach 3,3 Kilometern im Wald, in dem sich im Herbst die Schwammerlsucher tummeln, zweigen wir bei Kilometer 11,3 nach links ab und folgen dem Landkreis-Radweg mit der Nummer 5. Kurz nach der Kohlmühle biegen wir nach links in die Staatsstraße ein, um diese nach rechts Richtung Pennading zu verlassen. Bei Kilometer 14,3 zweigen wir rechts ab und lauschen entlang der Pennadinger Teiche dem Froschkonzert und dem Schnalzen der Karpfen.

Keine Zeit für Knödel

Bei der Teerstraße dann rechts ab und direkt hinein nach Etsdorf, wo wir der gelben Wegweisung für Radler bis zur Kirche und zum Tempelmuseum in der Rangersgass folgen. Gerade läuten die Glocken der Expositurkirche St. Barbara zur Mittagsstunde, als eine Hausfrau ihren Mann im Garten mit kräftiger Stimme zum Essen ruft. Gerne hätten wir uns an diesem sonnigen Tag mit an den Tisch zu Braten und Knödeln gesetzt, doch jetzt steht uns der schwierigste Abschnitt unserer Radtour hinauf auf den Johannisberg bevor.

Bei der Staatsstraße folgen wir dem Schild zur Asphaltkapelle. Entlang des Kreuze-Weges gibt es bis hinauf zu der Kapelle viel zu schauen und nachzudenken. Ein guter Ort, um zu rasten (Kilometer 17,6). Unterhalb der Kapelle bleiben wir auf dem Weg am Waldrand, der jetzt holprig wird und bald nach rechts in den Wald in eine Wurzelpassage mündet. Bei Kilometer 18,45 stoßen wir auf einen breiten Schotterweg, der uns nach rechts hinauf in das Tal des munter gurgelnden Forsterbachs leitet. So idyllisch dieser Streckenabschnitt mit seiner bei den Fischerhütten doch recht hohen Party-Dichte auch ist: An der immer stärker werdenden Steigung führt über zweieinhalb Kilometer kein Weg vorbei. Und das ist erst die halbe Miete, denn bei Kilometer 21,2 stoßen wir auf den breiten Ringweg, in den wir bei der Finsterbachquelle (Schild) für 50 Meter nach rechts einbiegen. Beim Hirmerschlag steigt der Forstweg nach links nun steil an. Zwei Mountainbiker, die schwungvoll bergab an uns vorbeirauschen, signalisieren das erforderliche Mitgefühl. Nach 500 Metern mit fast durchgehend 14-prozentigem Anstieg ist aber erst einmal das Schlimmste überstanden. Bei der Waldabteilung Eckenberg biegen wir links ab, um uns sodann nach rechts zu wenden. Wir folgen jetzt der gelb-rot-gelben Wegweisung des Karl-Krampol-Wanderweges bis zur Johannisbergkirche. Das Johannisbergfest am 24. Juni genießt eine lange Tradition. Pilgergruppen aus der Region brechen am nächstgelegenen Sonntag zu einer Fußwallfahrt auf. Unter freiem Himmel findet der Gottesdienst statt. Und anschließend darf die leibliche Stärkung nicht fehlen, die die Radfahrer motiviert, den Schlussspurt unter die Räder zu nehmen. Schließlich geht es von nun an fast ausschließlich bergab. Wir fahren, vorbei an einer vorgeschichtlichen Ringwallanlage, 800 Meter auf dem Karl-Krampol-Weg zurück. Wir zweigen beim Wegkreuz nach rechts Richtung Etsdorf ab. Bei der nächsten Verzweigung wieder rechts und bei Kilometer 25,5, einer großen Wegkreuzung mit markanter Buche, erneut rechts. Wir sind jetzt auf dem Ringweg.

Blick auf das Naabgebirge

Bei Kilometer 27,7 stoßen wir auf den Weg, der uns nach links direkt hinunter zur Hammermühle bringen würde. Wir folgen aber der Wegweisung zur Schmie-Alm, um von der Lifttrasse aus einen Panorama-Blick auf Freudenberg und das dahinter sich aufbauende Naabgebirge zu genießen. Im Ort ist die Wutschdorfer Kirche unser Orientierungspunkt. Wir biegen links in die Hauptstraße ein, fädeln im Ort nach links in die Hammermühlstraße ein und kommen über die Talstation des Skilifts zum Freudenberger Rathaus und zum Wanderparkplatz Hammermühle.

Bilder von der Radtour

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