11.06.2019 - 11:27 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Zum 100. Geburtstag in die Heimat

Maria Hanslmair, vielen Einheimischen besser bekannt als „Schuster-Mare“, besuchte mit 100 Jahren ihr Heimatdorf Friedenfels. Bei Kaffee und Kuchen trifft sie Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte.

Als Hundertjährige hatte Maria Hanslmair (rechts) einen Wunsch frei. Sie besuchte ihr Heimatdorf Friedenfels und traf Familie und Freunde. Über die gemeinsamen Erinnerungen freuten sich Nichte Lisa Rauh (Zweite von rechts) sowie eine Abordnung der Seniorenvereinigung mit (von links) Erika Stock, Hedwig Wendl und Erwin Bächer.
von Bernhard SchultesProfil

Träume und Wünsche gibt es auch im hohen Alter. Ein besonderer Wunsch ging für die rüstige Münchner Jubilarin Maria Hanslmair, die im April ihren 100. Geburtstag feierte, in der vergangenen Woche in Erfüllung. Geholfen hat dabei das Haus Curanum in Karlsfeld bei München. In diesem Altenheim verbringt die gebürtige Friedenfelserin seit einigen Jahren ihren Lebensabend. Das Haus Curanum gehört zur Korian-Gruppe und zählt mittlerweile mit seinen 234 Pflegeheimen zu den größten Pflegedienstleistern in Europa.

"In den Korian-Einrichtungen in Deutschland werden die Hundertjährigen in diesem Jahr besonders gewürdigt und gefeiert", erzählte Tanja Müller von der Unternehmenskommunikation, die zusammen mit drei weiteren Mitarbeitern und Betreuern Maria Hanslmair auf ihrer Wunschtour in ihre alte Heimat begleitete. "Alle Hundertjährigen haben einen Wunsch frei, den ihnen die Mitarbeiter der Einrichtung nach Möglichkeit erfüllen. Grundsätzlich können alle Wünsche erfüllt werden, sofern sie realistisch sind", sagte Tanja Müller.

In Öd geboren

Geboren wurde die Jubilarin im Ortsteil Öd des Erholungsortes. Und hier hat es der Friedenfelserin immer gut gefallen. Maria Hanslmair war das zweitälteste von neun Kindern. Von den Geschwistern lebt heute niemand mehr, zwei fielen im Krieg. In den 50er Jahren zog Maria Hanslmair zu ihrem Bruder Richard Schuster, der in der Ortsmitte das legendäre und weithin bekannte Café "Am Steinwald" führte. Hier lernte sie auch eine ihrer besten Freundinnen kennen, der sie nun bei ihrer Kurzvisite im Erholungsort nach dem Mittagessen bei ihrer Nichte Hildegard Kohl unbedingt einen Besuch abstatten wollte.

Greta Seitz freute sich riesig über den überraschenden Besuch ihrer Freundin aus München. Sie konnte sich noch ganz genau an das erste Aufeinandertreffen erinnern. "Ich wollte mich um die freie Stelle als Bedienung im Café ihres Bruders bewerben und bin deshalb am 15. August 1957 von Windischeschenbach nach Friedenfels gekommen. Als ich die Tür zum Café öffnete, war Maria die Erste, die mich herzlich begrüßte. Schnell war ich mit ihrem Bruder Richard einig und fing am gleichen Tag noch mit der Arbeit an. Damals begann die Blütezeit des Fremdenverkehrs in Friedenfels und das Lokal war jeden Tag brechend voll. Marie und ich hatten stets alle Hände voll zu tun", erzählte Greta Seitz beim Besuch, der viele Erinnerungen weckte.

Stets Spaß an der Arbeit

Ihren Ehemann hat Maria Hanslmair im Zug kennengelernt. Er arbeitete bei der Bahn und stammte aus Dachau. Nach der Hochzeit folgte sie ihm nach München und war bis zu seinem Tod 39 Jahre mit ihm verheiratet. Sie selbst hat 22 Jahre im Büro bei Grundig in Dachau gearbeitet. Spaß an der Arbeit hatte sie ihr ganzes Leben. Wann immer sie Urlaub bei ihrer Familie in Friedenfels machte, half sie auch ihrem Bruder in der Gaststätte. Auch nach dem Tod ihres Ehemanns Franz kam sie noch oft in ihre alte Heimat. Die Friedenfelser kennen sie; mit ihrem Bruder Richard machte sie mit Walking-Stöcken lange Spaziergänge. Auch der frühere Pfarrer Heinrich Dotter gesellte sich oft zu den beiden Spaziergängern.

Noch vor dem Treffen mit weiteren Verwandten, Freunden und Bekannten am Nachmittag des Ausflugs in der vergangenen Woche wünschte sich die Jubilarin einen Besuch in der Kirche sowie einen Abstecher zum Friedhof zum Grab ihrer Familie. Reinhard Kohl, der bei der Rundfahrt das Betreuungsteam des Pflegeheims begleitete, konnte dabei seiner interessierten Tante zahlreiche Neuigkeiten und viel über ihre alten Bekannten berichten. Nichte Hildegard Kohl hatte derweil eine große Kaffeetafel vorbereitet und eine kleine Feier zu Ehren ihrer Tante aus der Landeshauptstadt organisiert.

Noch immer Mitglied

Groß war das Hallo beim Zusammentreffen. Zita Schuster, Ehefrau des Zweiten Bürgermeisters Oskar Schuster, der auch ein Neffe der Jubilarin ist, überbrachte für ihren verhinderten Ehemann Glückwünsche und ein kleines Geschenk der Gemeinde. Neben den herzlichen Gesprächen mit Familienmitgliedern, die auch aus den Nachbarorten angereist waren, freute sich die Jubilarin auf ihrer Wunschtour besonders über die Anwesenheit einer Abordnung der Seniorenvereinigung bei der Kaffeetafel. Vorsitzender Erwin Bächer betonte nach der freudigen Begrüßung besonders, dass seine einstige Nachbarin noch immer Mitglied bei den Friedenfelser Senioren ist. "Noch vor einigen Jahren ist sie zu besonderen Veranstaltungen der Vereinigung angereist und war bei zahlreichen Feiern dabei."

Auch an ihrem jetzigen Wohnort, im Haus Curanum in Karlsfeld bei München, ist Maria Hanslmair aktiv. Hier bewundert das Pflegepersonal besonders ihre täglichen kleinen Spaziergänge und die allmorgendliche, selbstständige Abholung ihrer Augentropfen. "Irgendwas muss man ja im Alter haben", meinte Maria Hanslmair zum Abschied und verwies darauf, dass sie leider nicht mehr ganz so gut sehe und höre.

Zita Schuster (rechts) überreichte im Namen ihres verhinderten Ehemanns, des Zweiten Bürgermeisters Oskar Schuster, an Maria Hanslmair ein Geschenk und eine Urkunde des Erholungsortes Friedenfels.
Seit 1957 beste Freundinnen: Maria Hanslmair (links) besuchte bei ihrer Kurzvisite in ihrer Heimat auch Freundin Greta Seitz. Ein Glas Sekt durfte dabei nicht fehlen.
Reinhard Kohl (rechts) begleitete seine Tante Maria Hanslmair auf ihrer Wunschtour durch Friedenfels.
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