07.05.2020 - 11:35 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Arnika sucht neues Zuhause im Steinwald

Der Naturpark Steinwald bemüht sich seit nunmehr zehn Jahren um den Erhalt und die Wiederausbreitung der Arnika. Leider hat ihr Vorkommen abgenommen, Verantwortliche versuchen jetzt erneut gegenzusteuern.

Eine selten gewordene Pflanze rund um den Steinwald ist die Arnika. Der Naturpark Steinwald bemüht sich deshalb wieder um eine stärkere Verbreitung und bittet Naturliebhaber und Grundstücksbesitzer um Unterstützung.
von Bernhard SchultesProfil

Die Arnika-Pflanze - botanisch Arnica montana - ist eine geschützte Heilpflanze, die viele noch aus ihrer Kindheit von blütenreichen Arnikawiesen und selbst hergestellter Arnikatinktur für kleinere Blessuren kennen. Sie ist heute bayern- und deutschlandweit gefährdet. Durch zu intensive, falsche oder auch zu geringe Nutzung sind viele ihrer Standorte auch im Steinwald verloren gegangen.

Nur noch auf keinen Randflächen

Im Naturpark Steinwald werden neben Bestandskontrollen und der Organisation der notwendigen Flächenbewirtschaftung und der Pflege deshalb Arnika-Pflanzen aus autochthonen Samen nachgezogen und auf geeigneten Standorten ausgepflanzt. Landschaftsarchitekt Robert Mertl, der sechs Jahre das Artenhilfsprojekt im Auftrag des Naturparks Steinwald geleitet hat, und Landschaftsökologin Susanne Ullmann-Wiesent, die seit vier Jahren das Vorhaben umfangreich betreut, wissen dabei von vielen kleinen Erfolgen - aber auch Rückschlägen.

Die Mitte Juni bis Juli leuchtend gelb blühende Pflanze kommt vor allem auf frischen, lichten bis sonnigen, nährstoffarmen und bodensauren Borstgrasrasen, Bergwiesen und auch Mooren mit Ton-, Lehm- oder Torfböden vor.

Die rund um den Steinwald noch verbliebenen Vorkommen sind meist nur noch kleinflächig oder in Rand- oder Saumstrukturen zu finden. Mögliche Ursachen des starken Rückganges liegen vermutlich auch in einer fehlenden Beweidung, die der Art ursprünglich zu ihrer Ausbreitung verhalf (Weideunkraut: Selektion und Schaffung offener Bodenstellen). Zum Rückgang der Arnika-Populationen hat jedoch auch das Abpflücken beigetragen.

Der Naturpark Steinwald weist deshalb besonders darauf hin, dass die Arnika als gefährdete Art auf der Roten Liste steht. Um sie zu erhalten, wurde sie unter besonderen Schutz gestellt. Ein Abpflücken ist ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und kann mit empfindlichen Geldbußen belegt werden.

Naturpark bittet um Unterstützung

Für die Auspflanzung der nachgezogenen Pflänzchen sucht der Naturpark Steinwald geeignete, öffentlich zugängliche Flächen außerhalb oder am Rand von Ortschaften, auf denen eine langfristige Etablierung von Arnikabeständen möglich erscheint. Voraussetzung ist die Lage innerhalb des Naturparks Steinwald und eine Zweckbindungsfrist von fünf Jahren.

Interessierte Flächeneigentümer können sich melden beim Verein Naturpark Steinwald, Marienstraße 41, 95689 Fuchsmühl, unter der Telefonnummer 0 96 34 / 707 89 29, oder per E-Mail an info[at]naturpark-steinwald[dot]de .

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