09.09.2019 - 15:24 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bierfreude und Wanderlust

Die Wanderlust ist trotz kühler Temperaturen ungebrochen. Hochstimmung herrscht in Friedenfels beim Herbstfest mit seinem Höhepunkt, dem Bierwandertag.

So wie diese Wandergruppe aus Reuth genossen viele Teilnehmer die Rast.
von Autor ROHProfil

Der einzige noch verbliebene große Wandertag der Region hat inzwischen Kult-Status. Treue Gäste und neue Teilnehmer am Bierwandertag erfüllen die einst von Emmeram Trottmann entwickelte Idee Jahr für Jahr mit Leben. Scharenweise machten sie sich auch in diesem Herbst auf die Tour in Richtung Ölpoint, Schwarzer Weiher und durchs Hainbachtal.

Das Herbstfest mit Bierwandertag entpuppte sich als furioses Finale des Sommers in der sonst eher beschaulichen Steinwaldgemeinde. Drei stimmungsvolle Festabende lockten, Tausende Besucher wollten wieder dabei sein und feiern. Es war wie immer, auch wenn nach sonnigen Jahren heuer kühles Herbstwetter die Teilnehmer empfing. Doch tief hängende Wolken bremsten die Wanderlust am Sonntagmorgen nur minimal. Das gute Image, beste Organisation, ein ansprechendes Musikprogramm, ein reichhaltiger Mittagstisch sowie jede Menge süffiges Bier und andere Getränke verhalfen dem Fest zu einem glänzenden Erfolg. Den Zustrom beeinträchtigte ein bisschen Regen am Samstagabend nur unwesentlich. Kein Partywetter? Von wegen: Im Zelt war es gemütlich, während die Band "Erwin und die Heckflossen" mit ihren Instrumenten alles unternahm, um die Stimmung hochzuhalten.

Der Besucheransturm war enorm beim letzten Großereignis des zu Ende gehenden Sommers in Friedenfels. Von den ausgewiesenen Parkplätzen bis zu den Ortsstraßen war fast jeder freie Meter mit Autos zugestellt. Die Friedenfelser Schloßbrauerei und die Helfer aus den örtlichen Vereinen freuten sich über insgesamt rund 6000 Gäste in Feierlaune an den drei Tagen.

Eingebettet in das Herbstfest war der Bierwandertag, heuer zum 35. Mal angeboten. Nicht nur die Frühaufsteher erlebten eine frische Atmosphäre um 10 Grad. Rund 2500 Naturliebhabern und sportlich Aktiven, aber auch ansonsten eher bewegungsfeindlichen Zeitgenossen kam das kühle Wanderwetter anscheinend sehr entgegen. Beseelt von dem Gedanken "dabei sein ist alles" machten sie sich in kleinen und größeren Gruppen auf den Weg, um die rund zehn Kilometer lange Tour zu bewältigen. Derweil leistete das Rote Kreuz am Rastplatz Schwerstarbeit. Große Bottiche heißer Suppe wurden in Becher aufgeteilt und an die Gäste ausgegeben. Rotes Kreuz und Jugendrotkreuz waren zusätzlich beim Sanitätsdienst im Dauereinsatz. Der sonst einsame Weiler Bobenwart sah sich beim Wandertag einer unglaublichen Menschenmenge gegenüber. Jeder Meter der breit gestreuten Hofstelle wurde in Beschlag genommen. Die von weitem sichtbaren Brauereifahrzeuge zogen magisch an und bremsten den Vorwärtsdrang der Marschierer. Den Durst nach der Hälfte der Strecke bekämpfte man gerne mit Friedenfelser Freibier. An den Zapfhähnen herrschte unglaublicher Andrang. Braumeister Christian Mitterbauer und seine helfenden Mitstreiter standen fast auf verlorenem Posten.

Die Wanderer genossen dazu die Aussicht nach Westen bis hinauf nach Pfaben und hinüber zu den Windrädern bei Wildenreuth. Nicht nur auf dem Hinweg durch den Muckenthaler Forst zeigte sich die herbstliche Natur von seiner schönsten Seite. Naturnahe Wege führten am Haferdeckstein vorbei zurück zur Festhalle. Gegen Mittag war das Zelt schon gut gefüllt mit zurückgekehrten Wanderern, die Hunger hatten. Von zwei Wildschweinen steckten bald nur noch Reste am Spieß. Die Steinwaldmusikanten pflegten die Gemütlichkeit mit nicht nur böhmischer Blasmusik. Die Band "Original Oberpfälzer Buam-Express" hielt die Feierlaune bis zum Ende des Herbstfestes hoch, obwohl es am späten Nachmittag etwas zu regnen begann. Wie in den 34 Jahren zuvor gab es für den abgestempelten Wanderpass einen speziellen Erinnerungskrug, diesmal mit historischem Emblem. Viele Kinder nutzten das Begleitprogramm mit Gabi Lang. Ungeplant war am Rande des Bierwandertages nur ein Hubschraubereinsatz: Ein Teilnehmer kam in der Nähe von Voitenthan in eine gesundheitliche Notlage. Die Bereitschaftsleiter des BRK-Friedenfels, Andrea Winkler und Willi Wick, sowie Dr. Siegfried Steinkohl waren sofort vor Ort und kümmerten sich um die Versorgung. Das gekonnte Landemanöver des angeforderten Helikopters weckte die Aufmerksamkeit aller Rastenden, insbesondere der Kinder.

Zufriedene Wanderer nehmen ihre Erinnerungskrüge in Empfang.
Die Steinwaldmusikanten unterhielten am Start- und Zielort.
Beste Stimmung herrschte am Samstagabend im Festzelt.
Gut gelaunte Wanderer, unterwegs mit Kind und Kegel.
Gut gelaunte Wanderer unterwegs.
Das Bullenreiten war eine Attraktion.
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