03.06.2019 - 12:14 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Brunnen für alle Friedenfelser

Zeit für die Gläubigen hatte Bischof Rudolf Voderholzer beim Pastoralbesuch in Friedenfels mitgebracht. Aus dem Brunnen, den er einweihte, sprudelte zur Feier des Tages nicht nur Wasser.

von Bernhard SchultesProfil

Lachend und mit einem freundlichen "Grüß Gott" begrüßte Bischof Rudolf Voderholzer nach dem Ausstieg aus dem Auto die vielen Gläubigen rund um den Pfarrhof. Viele Friedenfelser spürten dabei, dass sich der hohe geistliche Würdenträger Zeit für die Bevölkerung genommen hatte.

Obwohl es das Protokoll bei der Begrüßung am Pfarrhof nicht vorsah, meinte der Bischof: "Wir müssen gleich zur Kirche, doch ich möchte vorher noch die vielen Kinder segnen." Jedem einzelnen legte er dabei die Hand auf, hatte vor allem für die ganz Kleinen aus dem Kinderhaus noch nette Worte und einen Händedruck parat. Gefallen fand Voderholzer auch am Kirchenzug. Den Pontifikalgottesdienst zelebrierte er mit Bischof Boscol Puthur aus Australien sowie den beiden Ortsgeistlichen, Pfarrer Joseph und Siegfried Wölfel. Die musikalische Umrahmung steuerten die Blaskapelle Flossenbürg unter der Leitung von Franz Völkl, der Friedenfelser Frauenchor unter der Regie von Cilli Wittmann, der Singkreis "Cantiamo" mit Karin Gerolstein sowie an der Orgel Bernhard Schmidt und am Keyboard Katharina Pertsch bei.

Außergewöhnlich war die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer. Nicht wie üblich vom Ambo vor dem Hochaltar, sondern im Mittelgang stehend sprach er zu den Gottesdienstbesuchern. "Ich habe beim Einzug in die Kirche nicht nur die Apostel an den Wänden gesehen, sondern auch den Taufbrunnen", nutzte der Bischof diese Steilvorlage für den Tag der Marienbrunnen-Weihe. "Schon einmal wurde ein Brunnen von der Familie Gemmingen gespendet", verwies er auf die Inschrift des Taufbrunnens, der 1945 von Dora Freifrau von Gemmingen gestiftet wurde. "Das bewegt mich sehr, dass in einer Zeit, wo kaum das Nötigste zum Essen da war, ein Taufbrunnen gespendet wurde. Auf diese Weise wurde der Himmel offen gehalten und die wahre Zielbestimmung nicht aus den Augen verloren."

Lob für den Künstler

Zu diesem Taufbrunnen komme nun ein Dorfbrunnen. "Ich kann der Familie und dem Jubilar für ihr großzügiges Engagement nur danken", sagte der Bischof. Er erinnerte an die frühere Bedeutung eines Brunnens. "Wichtige Szenen und Gespräche spielten sich am Brunnen auch in der Bibel ab." Für Schmunzeln sorgte der Geistliche in der prall gefüllten Kirche, als er sich mit Lob für die gestaltete Brunnenfigur an den anwesenden Künstler Engelbert Süß wandte; "Ihre Patrona Bavariae kann mit der Münchener Figur auf dem Marienplatz mithalten. Sie ist die Mitte Bayerns und jetzt habt ihr die Mitte in Friedenfels." In einem abschließenden Gebet sagte der Bischof: "Heilige Gottesmutter, Patronin dieser Kirche und Krönung des neuen Brunnens, bitte für uns, Amen."

Lebendige Pfarrgemeinde

Pfarrer Joseph stellte die Pfarrgemeinde als von vielen engagierten Christen lebendig gehaltene vor: "Der Glaube lebt hier in Friedenfels. Seit über 70 Jahren wird in unserer Kirche täglich der Rosenkranz gebetet. Unsere Pfarrei hat eifrige Ministranten, eine Kolpingsfamilie und einen Mütterverein, die stets um das Wohl der Kirche bemüht sind." Der Ortsgeistliche dankte den vielen Helfern bei der Vorbereitung des Pastoralbesuchs und lud zur anschließenden Weihe am Marienbrunnen ein.

Hier dankte Spender Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg dem Bischof für die Segnung: "Es ist ein Brunnen von allen Friedenfelsern für alle Friedenfelser." Er erinnerte damit an die Idee, zu seinem 60. Geburtstages keine Geschenke zu kaufen, sondern sich mit kleinen Spenden an der Finanzierung eines Brunnens zu beteiligen. Sein abschließender Dank galt Künstler Engelbert Süß und allen Firmen, die am Bau beteiligt waren.

Bier zur Feier des Tages

Eine Überraschung hatte sich der Baron noch aufgehoben: Aus einem großen Stein, der neben dem Marienbrunnen künftig frisches Trinkwasser spendet, kam zur Einweihung Friedenfelser Bier. Dass dieser Gerstensaft etwas Besonderes war, bewies die stets lange Menschenschlange. Auch den Vertretern der Geistlichkeit schmeckte es köstlich, wie Bischof Boscol Puthur bestätigte.

Besondere Freude über die gelungene Anlage zeigte Bürgermeister Gottfried Härtl. "Der neue Brunnen mit der Patrona Bavariae passt harmonisch zu den alten Denkmälern Schloss, Schlossbrauerei, Ökonomiehof, Verwaltungsbau ,Schlößl', katholische Pfarrkirche, ehemalige alte Schule und Grundschule im historischen Ortskern von Friedenfels." Härtl dankte allen Helfern, die zu diesem besonderen Tag im Erholungsort beigetragen hatten.

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