15.01.2021 - 13:59 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bürgermeister hat große Ziele für Friedenfels

Die Einwohnerzahl steigt, das Kinderhaus platzt aus allen Nähten und Bauplätze sind gefragt wie nie. Bürgermeister Oskar Schuster hat neun Monate nach seinem Amtsantritt viel zu tun. Weit über 25 Projekte will er in nächster Zeit angehen.

Im Baugebiet „Grundacker“ der Gemeinde Friedenfels herrscht derzeit ein Bauboom. Nur noch wenige Baugrundstücke stehen zur Verfügung. Der Gemeinderat muss sich deshalb baldmöglichst mit der Ausweisung eines weiteren Baugebiets befassen.
von Bernhard SchultesProfil

Die Einarbeitungszeit ist vorüber. Bürgermeister Oskar Schuster hat seine ersten neun Monate Amtszeit trotz Corona-Pandemie gut gemeistert, auch dank der breiten Unterstützung seiner Mitarbeiter. Bei einem Pressegespräch mit Oberpfalz-Medien präsentiert das Gemeindeoberhaupt einen Maßnahmenkatalog, der es in sich hat. „Einiges davon habe ich als Gemeinderat vor Jahren mit angestoßen und beschlossen. Als Bürgermeister und Verantwortlicher führe ich sie nun zu Ende“, berichtet Schuster.

Er verweist auf eines der großen Projekte im vergangenen Jahr: „Der kulturelle und gesellschaftliche Mittelpunkt unserer Gemeinde war und ist die Steinwaldhalle“. Dass nun in wenigen Wochen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden können, freut Schuster besonders. Neben einer energetischen und technischen Sanierung wurde auch die Elektroinstallation auf den neuesten Stand gebracht. Während den Sanierungsmaßnahmen kamen allerdings ungeplante Arbeiten dazu. „Die nachträgliche Ausstattung der gesamten Halle mit LED-Lampen – wobei die Gemeinde hier eine Förderung erwartet – war ebenfalls nicht vorgesehen“, betont Schuster.

Straßensanierungen haben Priorität

Eine große Herausforderung für den Bürgermeister war auch der kürzlich abgeschlossene Rückbau der Tankstelle. „Im Zuge der Aufarbeitung wurde ein fünfter Tank unter der Erde gefunden, von dem man im Vorfeld nichts wusste. Alle Tanks mussten gereinigt und entsorgt werden.“ Im ausgehobenen Erdreich wurden keine Belastungen nachgewiesen, wodurch die Gemeinde Geld sparen konnte, informiert Schuster erleichtert.

„Im neuen Jahr warten aber bereits große neue Herausforderungen, die vom Umfang her der Gemeinde ebenfalls einiges abverlangen werden“, ist sich der Bürgermeister sicher. Allen voran stehen hier dringend erforderliche Straßeninstandsetzungen an. „Der Gemeinderat hat dazu als erstes die Sonnengasse auserkoren.“ Zusammen mit einer neuen Wasserleitung, die einen Ringschluss mit dem Ortsteil Siedlung ermöglicht und einer erforderlichen großen Stützmauer, gehöre dieser Straßenbau zu den großen Maßnahmen 2021, betont Schuster. Gebaut wird in diesem Zusammenhang auch ein Stück Gehweg beim Feuerwehrhaus. „Das noch fehlende kurze Stück stellt eine Anbindung zum Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße nach Wiesau und Marktredwitz her. Spaziergänger, Kinder sowie Mütter mit Kinderwagen, können dann gefahrlos neben dem Weg über die Otto-Freundl- und Badstraße vom Ortskern zum Freibad gelangen.“

Platz für weitere KiGa-Gruppe

Absolute Priorität hat zudem die Erweiterung des Kinderhauses. „Bis September muss der Kindergarten so erweitert werden, dass er nach den derzeitigen Anmeldungen eine zusätzliche Kindergartengruppe aufnehmen kann“, berichtet Schuster. Deshalb wird in den nächsten Wochen und Monaten der vorhandene Turnraum umgebaut und eine WC-Anlage installiert.

Dies sei jedoch nur eine anfängliche Zwischenlösung. „Harmonisch integriert werden können nämlich die neuen Räumlichkeiten in eine für später geplante Erweiterung des Kindergartens. Hierzu muss aber zuerst das Rathaus mit all seinen Bediensteten in das alte Lehrerwohnhaus neben der Pfarrkirche umziehen“, erklärt der Bürgermeister. Dann würden der vorhandene Kindergarten und die Räumlichkeiten des Rathauses der Einrichtung als Gesamthaus zur Verfügung stehen.

Als Freifläche könne dann auch das direkt angrenzende Grundstück, das im Besitz der Gemeinde ist, genutzt werden. Zur Anbindung benötige man lediglich eine kleine Brücke über den Bach. Weit fortgeschritten sind auch die Pläne für das künftige neue Rathaus im alten Lehrerwohnhaus. Wenn alles normal läuft, hofft Schuster in etwa zwei Jahren dieses Vorhaben verwirklichen zu können.

Kläranlage: Baubeginn Ende 2021

Geprüft und abgeschlossen sind auch die Planungen zur neuen Kläranlage durch das Wasserwirtschaftsamt, berichtet das Gemeindeoberhaupt. Derzeit befinden sich die Unterlagen beim Landesamt für Umwelt. Nach deren Prüfung sollen das Konzept dem Gemeinderat vorgestellt und dann weitere Umsetzungsmaßnahmen eingeleitet werden. Einen möglichen realistischen Baubeginn sah Schuster frühestens gegen Ende des Jahres.

Nicht verpassen will man im Erholungsort heuer ein Förderprogramm des Freistaats zur Sanierung von Kneipp-Anlagen. Das komme der Gemeinde ganz gelegen, weil die Friedenfelser Anlage nicht mehr zeitgemäß sei. „Das Kneippbecken selbst ist in einen technisch guten Zustand, jedoch der Zu- und Abfluss bereiten stets Probleme und beeinträchtigen dadurch die Wasserqualität“, informiert Schuster. Geplant ist eine kostengünstige, neue Anlage: „Ein Schöpfrad soll das Wasser aus dem Wiedenbach anheben und über ein kleines Schilfklärbecken ins Kneippbecken leiten.“

Freudig zur Kenntnis nimmt die Gemeinde auch den derzeit herrschenden Bauboom. „Da aber langsam die Baugrundstücke im Erholungsort rar werden, müssen wir uns über ein neues Baugebiet beraten“, informiert Schuster. Sehr gut angenommen wurde im vergangenen Jahr die kurzfristig eingeführte „Grüngutsammelstelle“. Wegen der großen Nachfrage ist in diesem Jahr eine Ausweitung des allwöchentlichen Abtransports geplant. Bereitstehende, getrennte Sammelcontainer kann sich Schuster bei der Kläranlage gut vorstellen.

Seniorenwohnanlage und Wohnmobilstellplatz geplant

Vorarbeit leisten sowie den Weg frei machen für wichtige weitere Projekte möchte Schuster in den nächsten Monaten und Jahren seiner Amtszeit. Auf seinen Schreibtisch liegt eine To-Do-Liste, auf der Stichpunkte und Notizen zu einer Seniorenwohnanlage, zu Wanderwegen, zur Umgestaltung der Minigolfanlage, zu einem Wohnmobilstellplatz sowie zum Bau eines neuen Kinderspielplatz in der Siedlung vermerkt sind. „Mal schauen wie sich die Zeit entwickelt und was man umsetzen kann“, meint der Rathauschef dazu.

Auf das einstige intensive Leben der Friedenfelser Vereine hofft Oskar Schuster jedoch schon baldmöglichst. Doch zunächst habe Vorrang, dass die Friedenfelser Bürger Corona weiterhin gut überstehen und gesund bleiben. „Dann können wir wieder an unsere traditionsreichen Veranstaltungen anknüpfen.“ Er freut sich auf das Autorennen am Friedenfelser Berg, große Feste in der Steinwaldhalle – oder auf einen Zwicklbier-Abend, meint der Bürgermeister augenzwinkernd.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.