„Auf den Spuren von Hundsling“ lautete die Einladung des Tourismusbüros zu einer exklusiven Drehort-Tour durch Friedenfels. Die Entdeckungsreise führte zu den Schauplätzen der Filmkomödie mit der Protagonistin und Wirtstochter Magdalena, gespielt von Christina Baumer. Die Teilnehmer besuchten das alte Friedenfelser Rathaus, dessen Amtstuben als Drehort für die Hundslinger Bürgermeisterin Traudl Baumgartner, gespielt von Edith Konrath, umfunktioniert wurden. Auch der Friedenfelser Dorfladen war Teil der Tour, wo im Film die Mutter Rosi, gespielt von Ulla-Britta Baumer, mausetot vor der Eingangstür liegt. Die Teilnehmer und Filmfans hatten viel Spaß und erhielten reichlich Informationen über das Filmgeschäft.
Ein Besuch auf dem Friedhof, wo Film-Mutter Rosi beerdigt wurde, sowie ein Stopp im fiktiven Wirtshaus „Rosi“ (Grüner Kranz), das Silvia und Dieter Schraml gehört, durften bei der Tour nicht fehlen. Zwischen persönlichen Anekdoten und kleinen Insider-Geschichten gaben Mitwirkende faszinierende Einblicke in die Filmproduktion. Tourist-Infoleiterin Melanie Höfer informierte über die Geschichte des Erholungsortes. Am Ende der eineinhalbstündigen Wanderung berichtete Dieter Schraml über das Gasthaus „Grüner Kranz“.
Nachgestellte Szenen
Im Mittelpunkt der interessanten Wanderung stand jedoch immer die Hauptdarstellerin Christina Baumer. In lebhaften Gesprächen während der Tour und im Wirtshaus „Rosi“ erfuhren die Teilnehmer bei einem Getränk Details von ihr: „Warum 90 Minuten Film fast 30 Drehtage benötigen“, wollte eine Teilnehmerin wissen. Christina Baumer und Ulla-Britta Baumer waren sich nicht zu schade, sowohl im echten Leben als auch wie im Film Mutter und Tochter darzustellen und einzelne Szenen an den besuchten Drehorten nachzustellen.
Beifall und eine wahre Lachsalve unter den Mitgliedern der Tour entfachte die Szene am Dorfladen, als Ulla Britta Baumer plötzlich über eine am Boden liegende Kartoffel ausrutschte und rückwärts zu Boden fiel. „Nach fast zwei Stunden habe ich es unter Anleitung eines Stuntmans geschafft, ohne Verletzung richtig rückwärts zu fallen“, betonte Ulla Britta Baumer schmunzelnd. Sie hatte in der Filmkomödie eine Nebenrolle vor dem Dorfladen. Ihre Schilderungen machten deutlich, dass auch andere Szenen, die in der fertigen Filmkomödie nur wenige Sekunden dauern, oft mehrere Stunden Proben erforderten.
"Irrsinniger Aufwand"
Den „oft irrsinnigen Aufwand“ für bestimmte Filmszenen betonte auch Christina Baumer selbst. Die mittlerweile aus dem Tatort, „Hubert ohne Staller“, „Soko Stuttgart“ und weiteren Filmen bekannte Schauspielerin erklärte zum Dreh in Friedenfels, dass die Disneyfiguren an der Gartenmauer beim Kindergarten neben dem alten Rathaus nicht im Film erscheinen durften. „Sie unterliegen dem Urheberrecht“, wusste die Hauptdarstellerin und meinte mit Blick auf die Schauspieler und Komparsen im Film, dass stets darauf geachtet wurde, dass an Kleidung und Schuhen keine Markennamen sichtbar waren. „Nike- und Adidas-Schuhe mussten deshalb zum Beispiel gewechselt oder das Label abgeklebt werden“, informierte die Darstellerin.
Von all diesen Aufgaben und Hintergründen wussten die Teilnehmer der Tour nichts, wie sich bei den Gesprächen an den einzelnen Drehorten herausstellte. Für Alfred Heimerl, der sich mit Freunden zur Film-Entdeckungsreise durch Friedenfels angemeldet hatte, waren die Aussagen von Christina Baumer „interessant und aufschlussreich“, wie er auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien betonte. Im Gespräch verriet der Friedenfelser weiterhin, dass er bereits 2023 als Zaungast die Dreharbeiten verfolgt hatte und von einem dreieinhalbstündigen Dreh im Friedhof wusste, bei dem am Ende aber nur wenige Minuten im Kino zu sehen waren.
Film ohne Fördermittel
Bei der Tour durch Friedenfels wurden auch die früheren Finanzierungsprobleme des Films deutlich herausgestellt. Der Film konnte vollständig ohne Fördermittel realisiert werden – dank großer Beteiligung und Sponsoring durch viele Firmen, Kommunen und Privatpersonen, wie Christina Baumer mitteilte. Bei der Wanderung durch Friedenfels erinnerte sie an den einzelnen Drehorten mehrmals an die Förderer. Neben den Sponsoren hob sie die Orte Friedenfels, Tirschenreuth, Waldsassen und Wiesau hervor, in denen Aufnahmen für den Film entstanden sind. „Besonders Friedenfels hat so viel für unseren Film getan“, meinte Baumer und verwies auf die Steinwaldhalle, „die über einen Monat von Bürgermeister Oskar Schuster und den Gemeinderäten für das Filmprojekt zur Verfügung gestellt wurde.“ Den mittlerweile eingespielten Erfolg des Films konnte Christina Baumer auch mit Zahlen belegen: „Vorgeführt wurde er bis jetzt in 85 Kinos in Bayern und gesehen haben ihn über 31.000 Kinobesucher.“
Einziges Manko der Film-Entdeckungsreise durch Friedenfels war ein abschließend geplantes Open-Air-Kino auf dem großen Parkplatz vor der Steinwaldhalle mit einer Großleinwand im Musikpavillon. Adrian Käß hatte dies in Absprache mit dem Tourismusbüro im Vorfeld organisiert und vorbereitet sowie Mitglieder des Freibad-Förderkreises für die Bewirtung des Freiluftkinos eingebunden. Immer wieder auftretende Regenschauer sowie die kühle Witterung ließen dies am Samstagabend jedoch nicht zu, bedauerte Adrian Käß gegenüber Oberpfalz-Medien. Die Verlegung in die Steinwaldhalle war deshalb unausweichlich, meinte der Organisator und freute sich über die nach und nach eintreffenden knapp über 70 Besucher. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien waren darunter auch einige Besucher, die die Filmkomödie „Hundslinger Hochzeit“ noch nicht gesehen hatten.
Filmkomödie „Hundslinger Hochzeit“
- Beim Start im Januar zu sehen in den Kinos in Tirschenreuth (Cineplanet), Mitterteich (Angerlichtspiele), Marktredwitz (Cineplanet) und Weiden (Neue Welt Kinocenter), anschließend in 81 weiteren Kinos in Bayern
- Hauptdarstellerin, Produzentin und Regisseurin: Christina Baumer, aufgewachsen in Triebendorf bei Wiesau
- Rund 100 Mitwirkende, unter anderem aus den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und der Stadt Weiden sowie weitere Komparsen aus der Region, Bayern und Deutschland
- Besucher bis jetzt knapp über 31.000
- Drehorte zum Film waren Friedenfels, Tirschenreuth, Waldsassen und Wiesau
























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