Man hätte sich das Wetter vergangener Jahre für den diesjährigen Doppelgeburtstag mehr als gewünscht. Doch nach 2025, als der Bierwandertag ebenfalls verregnet war, meinte es der Wettergott in diesem Jahr mit dem Veranstalter erneut nicht gut. Dietmar Völkl aus Parkstein, der mit Ehefrau Barbara und weiteren Freunden von der Jugendblaskapelle Parkstein am frühen Morgen einer der Ersten war, blieb die ersten Kilometer noch verschont. Eine Stunde danach jedoch setzte der Regen ein und erschwerte die erste Etappe hinauf in den Ortsteil Bärnhöhe enorm.
Das Angebot der BRK-Bereitschaft Friedenfels, den Teilnehmern auf diesem Streckenabschnitt eine warme Suppe zu reichen, wurde gerne angenommen. Unter den großen Bäumen an der Versorgungsstation suchten viele Wanderer während ihrer kurzen Pause Schutz vor dem teils kräftigen Regen. Anschließend setzten sie ihre Wanderung fort. Beim Anwesen Dostler in Bärnhöhe zweigte die 8,5 Kilometer lange Tour nach Frauenreuth ab. Auf einer großen Wiese am Ende des Blaslbergs war die Raststation der Schlossbrauerei Friedenfels aufgebaut. Während Brauereibesitzer Fabian Kern mit seinem Personal anfangs noch wenig Arbeit hatte, füllte sich der Rastplatz trotz des nasskalten Wetters zusehends. Bereits kurz vor Mittag meinte Fabian Kern: „Gefühlt haben wir jetzt schon mehr Wanderer als im letzten Jahr versorgt.“
Schöne Wanderstrecke
Zu dieser Zeit traf auch Wolfgang Pschorn aus Kastl bei Kemnath mit weiteren Familienmitgliedern ein. Bei einem frischen Bier meinte er: „Es ist immer wieder verwunderlich, was die Brauerei jedes Jahr für schöne Strecken findet.“ Eigens für den diesjährigen Jubiläumswandertag kamen Jan Schulz, sein Vater Rolf und Horst Meier. Bis zum vergangenen Jahr besuchte das Trio aus Alfeld im Landkreis Hildesheim den Bierwandertag mit weiteren Familienangehörigen. Jan Schulz betonte jedoch, dass sein mittlerweile schulpflichtiges Kind in diesem Jahr nur ein Männerwochenende ermöglichte. Das helle Jubiläumsbier, das speziell für den 140. Jahrestag der Brauerei gebraut wurde, schmeckte dem Trio ebenso gut wie vielen anderen Festgästen.
An den Festtagen lobten die Gäste das Bier mehrfach, und es wird auch in Zukunft im Brauereiprogramm bleiben. Die beiden Brauereibesitzer Karlheinz Mohr und sein Sohn Fabian Kern freuten sich bei der offiziellen Eröffnung mit dem ersten Fassanstich am Samstag besonders über das Lob für das Bier. Zur mittlerweile 140-jährigen Geschichte der Schlossbrauerei sagte Brauereichef Mohr: „Wir haben zwar bislang nur drei Jahre dazu beigetragen, aber wir sind sehr stolz, dieses Jubiläum mit euch feiern zu dürfen.“
Zwei kräftige Schläge
Die Anwesenheit des Landtagsabgeordneten Tobias Reiß sowie zahlreicher Bürgermeister und Vertreter aus dem Landkreis Tirschenreuth wertete Mohr als Zeichen der Verbundenheit. Unter den Ehrengästen waren auch Christian Büttner und Christian Tretter von der Brunnenverwaltung König Otto-Bad sowie Martin Luginger und Heiko Reischl vom Brauereilieferanten Afri-Colo, „mit denen wir sehr erfolgreich zusammenarbeiten“, wie Karlheinz Mohr betonte. Die Beteiligten hatten beim offiziellen Anzapfen des ersten Fasses die Lacher auf ihrer Seite. Anlässlich des Jubiläums überließen die Brauereiverantwortlichen Friedenfels Bürgermeister Adrian Käß die Ehre. Dieser erledigte die Aufgabe souverän mit zwei kräftigen Schlägen, was Fabian Kern zur anerkennenden Bemerkung verleitete: „Ein Schlag hätte schon genügt“. Käß verteidigte seinen zweiten Schlag schmunzelnd und ergänzte: „Ein schwarzer Bürgermeister setzt auf Sicherheit“.
Die Verantwortlichen hatten in diesem Jahr auch mit dem Musikangebot eine gute Wahl getroffen. Am Freitag sorgte die Partyband „Highline“ für Stimmung bei den meist jungen Besuchern. Am Samstag erfreute „Saxndi“ das Publikum, und am Sonntag spielten der Musikverein Wiesau sowie der Original „Oberpfälzer Buam-Express“. Die Showtanzgruppe des TSV Friedenfels erhielt einen kräftigen und langen Sonderapplaus, als sie am Sonntag ihr neues Showprogramm auf der Bühne in der voll besetzten Brauereihalle präsentierte. Zum erneuten Erfolg des Friedenfelser Herbstfestes trugen auch die zahlreichen Brauereiführungen am Samstag und Sonntag bei, wie Besitzer Karlheinz Mohr gegenüber Oberpfalz-Medien betonte.
























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