05.10.2018 - 09:36 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Für eine intakte Natur am Feldrand

Steinhaufen an Feldrändern mit dichten Hecken gab es früher zuhauf. In der heutigen modernen Landwirtschaft sind sie vielerorts verschwunden. Eine Abordnung von Bündnis 90/Die Grünen schafft Abhilfe.

Einsatz für die Artenvielfalt: Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, von links Heidrun Schelzke-Deubzer , Monika Mertl, Markus Möllmann, Katharina Hage, Lisa Rauh, Anna Toman, Josef Schmidt, Stephan Gleißner und Gisela Sengl, errichten an einem Feldrain in Friedenfels einen Steinhaufen und pflanzen zahlreiche Sträucher, darunter Holunder und Wildrosen.
von Bernhard SchultesProfil

Der Grünen-Ortsverband Friedenfels mit Fraktionssprecherin Lisa Rauh hatte dazu an einem Feldrand ihres Biobetriebs für die nötigen Voraussetzungen gesorgt. Wie früher, wo Steinhaufen zu Hunderten als Nebenprodukt der Landwirtschaft anfielen, hatten sie einen Steinwall errichtet. Bereit lagen auch zahlreiche Heckensträucher, wie Hundsrosen und Holunder, die am Steinwall und dem Feldrain gepflanzt wurden.

Bereits früher hatte die engagierte Naturschützerin mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Christian Rauh derartige kleine Trittsteine für ein funktionierendes Ökosystem angelegt.

Freuen konnte sie sich bei der jüngsten Aktion über eine breite Unterstützung. Neben dem Grünen-Kreisverband Tirschenreuth mit Vorsitzender Heidrun Schelzke-Deubzer war auch die Direktkandidatin zur Landtagswahl, Anna Toman, und die agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, Gisela Sengl, angereist. Sengl fand die Aktion super und sagte: „Wir Menschen sind davon abhängig, dass die Natur funktioniert. Wir müssen uns darum kümmern, dass die Lebensgrundlagen erhalten bleiben.“ Für die Expertin stand fest, dass die Landwirtschaft zur Ökologisierung verpflichtet werden müsse. „Die Landwirtschaft muss runter vom Gifteinsatz und mehr Räume schaffen für die Artenvielfalt. Dazu gehören auch mehr Hecken, mehr Feldraine. Die innere Einstellung zur Landwirtschaft muss sich ändern." Gisela Sengl weiter: "Der Glaube, dass nur Masse zählt, ist falsch. Wir brauchen Qualität und das muss belohnt werden durch gute Produkte.“ Für die engagierte Politikerin stand fest: „Landwirtschaft ohne Gift und Chemie ist möglich. Der Biolandbau zeigt es.“

Auch der Vorsitzenden des Kreisverbandes Tirschenreuth, Heidrun Schelzke-Deubzer, ist wichtig, dass Artenschutz und Landwirtschaft noch näher zusammenrücken. Mit Blick auf die Pflanzaktion sagte sie: „Alle reden vom Insektensterben, mit solchen Maßnahmen kann man entgegenwirken und vielen Arten zum Überleben verhelfen." Heidrun Schelzke-Deubzer richtete auch einen Appell an die Landwirte, mitzuhelfen und derartige Rückzugsgebiete zu schaffen.

Biobauer Josef Schmidt unterstützte diese Aussage von Heidrun Schelzke-Deubzer und freute sich, dass derartige Rückzugsgebiete für die Natur und die Tiere geschaffen werden. „Im Gegensatz zu heute haben früher viele Bauern dazu beigetragen, dass derartige kleine Oasen für die verschiedensten Lebewesen vorhanden waren.“

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