Mehrmals war in vergangener Zeit die Eingliederung des alten Rathauses in das Kinderhaus Gegenstand von Beratungen. Mit Entwürfen und Plänen wurde die Gemeinde bereits bei der Regierung der Oberpfalz vorstellig. Nachdem das Vorhaben im Herbst beschlossene Sache war, kam es im Januar dieses Jahres jedoch zu einer Kehrtwende: Ein Neubau in Holz-Modulbauweise auf dem großen Parkplatz vor der Steinwaldhalle stand zur Diskussion.
Wegen verschiedener Faktoren und der Kommunalwahl wurde eine Entscheidung letztendlich aber verschoben und auf das neue Gremium übertragen. Bürgermeister Adrian Käß erinnerte in der jüngsten Sitzung an die zurückliegenden Ereignisse und stellte vorne an, dass er seit seiner Amtsübernahme mit zuständigen Stellen, Architekten und der Kindergartenleitung das Thema umfangreich und ausführlich erörtert habe. Sein dringendstes Anliegen sei deshalb, nun „zeitnah eine Entscheidung herbeizuführen und das Kinderhaus auf einen Stand zu bringen, wo vernünftig gearbeitet werden kann“, wie er wörtlich betonte.
Platz mitten im Ort
Kein Hehl machte das Gemeindeoberhaut aber daraus, dass er den Umbau des alten Rathauses einem Neubau auf dem Parkplatz vor der Steinwaldhalle favorisiere. Als Hauptgründe nannte der neue Rathauschef vor allem die Verkleinerung des Vorplatzes der Steinwaldhalle und die damit verbundenen künftigen Einschränkungen. „Uns beneiden viele Kommunen um so einen Platz mitten im Ort“, unterstrich das Gemeindeoberhaupt. Außerdem sah Käß vor der Steinwaldhalle ein Risiko, da der Bau eines Kinderhauses auf dem einstigen Gelände des Hammerweihers erfolgen müsste. „Es gibt für das Gelände keine Baugrunduntersuchung“, betonte er.
In der anschließenden Aussprache sah auch Lisa Rau (Bündnis 90/Die Grünen) den großen Parkplatz als nicht geeignet für ein Kinderhaus. „Wir haben bereits viel Geld bei der letzten Erweiterung in die Kinderkrippe investiert, diese ist auf Grund des Alters sehr gut erhalten. Es ist nicht nachhaltig, diese Sachen nun brach liegen zu lassen“, betonte Lisa Rauh. Als weiteres Argument gegen einen Neubau vor der Steinwaldhalle sah sie eine mögliche Gefahr durch eine Überflutung und erinnerte an einen Starkregen 2024, bei dem der vorhandene Kinderspielplatz in kürzester Zeit überflutet wurde.
Finanzielle Gründe
Reinhard Stummreiter (UFW) akzeptierte diesen Einwand, sprach sich aber weiter für den Standort an der Steinwaldhalle aus. Mit Verweis auf vorliegende Angebote stand für ihn der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Hier ist die Holz-Modulbauweise günstiger als der Umbau des alten Rathauses aufgelistet. Zudem würde nach dem vorgesehenen Bau einer Stockanlage der Sparte Eisstock beim Schwimmbad, die derzeit das Gelände vor der Steinwaldhalle als Trainingsplatz nutzt, zu wenig genutzt. Einmal mehr forderte Stummreiter einen Neubau anstelle einer Eingliederung des alten Rathauses in das Kinderhaus.
Johannes Härtl (CSU) meinte mit Blick auf die nun mittlerweile zahlreichen Besprechungen zur Erweiterung des Kinderhauses: „Wir können mit der Diskussion jederzeit wieder von vorne anfangen, es kommt aber nichts Neues dabei raus.“ Den Parkplatz vor der Steinwaldhalle sah Härtl aufgrund seiner Vorgeschichte als Bauplatz für ein Kinderhaus als ungeeignet und sagte: „Die nötigen Gutachten würden nur Geld kosten.“ Zweiter Bürgermeister Uwe Heider (CSU) schloss sich der Aussage seines Fraktionskollegen an und meinte mit Blick auf den durch die Freien Wähler geforderten Neubau und des dafür erforderlichen Grundstücks: „Eure Aussagen ‚wir könnten, wir sollten‘ – das ist mir zu schwammig. Wieso kommt nichts Konkretes? Wenn wir einen Platz hätten, was Neues hinzustellen, würden wir das mit Sicherheit unterstützen.“ Die abschließende Abstimmung endete mit 7:5 für den Umbau des alten Rathauses und die Eingliederung in den Kindergarten. Die Mitglieder der Freien Wähler und der SPD stimmten dagegen.
Freibad-Sanierung
Weiter am Ball bleiben möchte die Gemeinde Friedenfels in Sachen Sanierung des Freibads. Auf die bereits in der April-Sitzung verabschiedete Interessensbekundung zur Sanierung des Freibads mit Antrag beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen folgte nun der nächste Schritt.
Das Gremium genehmigte einstimmig, die im Jahr 2024 erstellte Planskizze des Büros „WasserWerkstatt“ für den Umbau des Freibads in ein Naturbad als Grundlage für den Bewertungsprozess einzureichen. Im Fall einer Auswahl des Projekts durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages ist die Weiterentwicklung des Vorhabens möglich, betonte der Bürgermeister.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.