"Drachenherz" – so nennt sich eine eingeschworene, zwölfköpfige Gemeinschaft, die sich dem spektakulären Spiel mit dem Feuer verschrieben hat. Den Zuschauern stockt dabei manchmal regelrecht der Atem. Denn bei den fulminanten Shows geht es heiß her. Mit Funkenregen, Feuertänzen, Feuerschlucken und anderen Einlagen sorgen die Mitglieder nach Einbruch der Dunkelheit für eine Show, die Jung und Alt begeistert. Die Gästebucheinträge auf der Homepage sprechen Bände. "Gigantisch", "mega", "unfassbar schön" und andere Superlative sind dort nachzulesen.
Florian Stilp aus Friedenfels, der mit dem Konnersreuther Manuel Plonner die Auftritte und Inszenierungen der Shows bis ins letzte Detail plant, bezeichnet dabei das Feuerspucken als Königsdisziplin. Wichtig ist der Gruppe dabei, dass man bei den Shows das Feuer in seiner faszinierendsten Form erleben kann. Dazu gehört, dass Flammen kunstvoll durch die Luft züngeln und Bilder und Muster in den schwarzen Nachthimmel zeichnen.
Die atemberaubenden Feuereffekte gefallen auch Carina Schwab. Auch sie ist Mitglied in der Gruppe. "Die Feuereffekte sind einfach wunderschön anzuschauen", sagt die Lebenspartnerin von Florian Stilp. Beigebracht haben sich die Mitglieder ihr Hobby selbst, wie die beiden Organisatoren, Stilp und Plonner, betonen. Und das geht nicht einfach so. Deutlich wird im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass sie sich im Vorfeld umfangreich mit der Materie und den nötigen Requisiten beschäftigt hatten. Sie haben verschiedene Schulungen besucht und sich mit der Feuerkunst bis ins letzte Detail vertraut gemacht.
Mit LEDs trainiert
"Bei allen Vorführungen ist Sicherheitspersonal dabei", hebt Florian Stilp hervor. Neben dem Feuerspucken gibt es bei den Auftritten der Gruppe auch Feuertanz, Seilspringen und verschiedene Spezialeffekte zu bestaunen. "Bevor der Umstieg aufs echte Feuer kam, haben wir viel mit LEDs trainiert", berichtet Florian Stilp. In der Gruppe gehe es dabei ziemlich locker zu. Jeder könne seine Ideen und Vorstellungen einbringen.
Bei den Trainingsabenden, die vom Frühjahr bis in den Herbst in regelmäßigen Abständen stattfinden, werden die Vorschläge umgesetzt und ins Programm eingebaut. Die beiden Organisatoren hätten übrigens nichts gegen weitere Feuerkünstler. "Wer Lust hat, bei einem Training zuzuschauen, soll einfach vorbeikommen."
Ein Teil der Mitglieder der 2020 gegründeten Gemeinschaft kannte sich bereits vorher, einige seien auch schon früher in ähnlichen Gruppen aktiv gewesen, berichtet Florian Stilp. Nach der auferlegten Corona-Zwangspause habe man sich neu formiert und viele neue Effekte ins Programm eingebaut, berichten die beiden "Drachenherz"-Organisatoren. Es sei dabei ein Glücksfall, dass man in den eigenen Reihen versierte Handwerker habe. "Zu 90 Prozent stellen wir erforderliche Gerätschaften und Gebrauchsgegenstände in Eigenregie her", berichtet Stilp voller Stolz.
Manchmal kullern sogar Tränen
Darunter sind auch große, entzündbare Herzen aus Eisen, die bei Hochzeiten und Heiratsanträgen eingesetzt werden. "Diese Darbietungen sind oft sehr emotional", sagt Florian Stilp. Schon öfter seien da Tränen von Bräuten und Gästen einer Hochzeitsgesellschaften über die Wangen gekullert. Die Leidenschaft, die in den Auftritten stecke, bemerkten die Gäste, unterstreichen die Organisatoren. Ein Beweis sei der oft nicht enden wollende Applaus nach den Shows.
Aber "Drachenherz" tritt nicht nur bei Mittelalterfesten, Hochzeiten und Heiratsanträgen auf. Auch bei Straßen- und Vereinsfesten zeigt die Gruppe oft ihr Spiel mit dem Feuer. Solche Feste würden neben den Auftritten bei Hochzeiten mittlerweile den Schwerpunkt ihrer Auftritte bilden, erzählen sie.
Aufmerksam auf die Feuerkünstler aus dem Landkreis Tirschenreuth wurde man auch schon in Furth im Wald. Zum letztjährigen Drachenfest in der Stadt des ältesten Volksschauspiels Deutschlands gab es eine Einladung, über welche sich die Friedenfelser Truppe riesig gefreut hatte.
Der Auftritt dort scheint nicht schlecht gewesen zu sein. Denn auch in diesem Jahr dürfen die Nordoberpfälzer beim Drachenfest in Furth im Wald wieder ihre "heiße Show" zeigen. Der Feuer speiende Further Drache, den Mitglieder auch schon früher bei Festspielen gesehen hatten, gab der Truppe auch ihren Namen. ",Drachenherz' gefiel uns allen am besten", sagt Florian Stilp.
In eine längst vergangene Zeit tauchen die Mitglieder von "Drachenherz" während des Jahres ein, wenn die Mittelaltermärkte rufen. An Wochenenden wird dann oft das heimische gemütliche Bett mit einen Zelt getauscht.
Eine besondere Atmosphäre
"Die besondere Atmosphäre der Märkte, Festivals und Ritterturniere mit vielen Gleichgesinnten bewegt", erzählen Stilp und Plonner. Zusammen reisen die Mitglieder deshalb oft zu den Orten, an denen diese Veranstaltungen stattfinden und sind dann "in einer anderen Zeit", wie Stilp erzählt. "Glühende Eisen und Schwerter sowie geselliges Lagerleben am offenen Feuer stehen dann im Mittelpunkt", berichtet er.
In diesem Jahr plant "Drachenherz" neben der Show beim Drachenfest im Herbst in Furth im Wald Mitte Juli Auftritte beim Mittelalterfest "Horto Historico" in Teublitz (12. bis 14. Juli) und beim "Straßenfest Siedlung" in Friedenfels (Termin noch in Planung) fest ein. Außerdem ist ein Fotoshooting mit den Mitgliedern des Fotoclubs Arzberg vorgesehen.
"Drachenherz"
- Gründung: 2020
- Ansprechpartner: Florian Stilp und Manuel Plonner
- Mitglieder: 12
- Aktivitäten: Feuerspucken, Feuertanz, Seilakrobatik und verschiedene Spezialeffekte
- Auftritte: bei Hochzeiten, Geburtstagen, Betriebsfeiern, Festen und Mittelalter-Events























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