Bei der gut besuchten Zusammenkunft im Saal der Schlossschänke vertrauten die Mitglieder einstimmig dem bewährten Naturpark-Vorsitzenden. Als Grund, warum er bei den nächsten Wahlen in vier Jahren nicht mehr kandidieren möchte, nannte Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg schlicht sein Alter. Die lange Führung des Naturparks seit 2003 dürfte ein weiterer Grund für seinen Rückzug sein, vermuteten Versammlungsbesucher nach der Ankündigung umgehend. Auch Beisitzer Wolfgang Schödel will 2027 sein Ehrenamt in andere Hände legen.
Das Ergebnis der Wahl: Vorsitzender Eberhard von Gemmingen-Hornberg, Stellvertreter Landrat Roland Grillmeier, Kassier Thomas Weiß, Schriftführer Jonas Ständer, Beisitzer Margit Bayer, Wolfgang Braun und Wolfgang Schödel, Kassenprüfer Petra Wach und Toni Dutz.
Ihren ersten Rechenschaftsbericht absolvierte Elisabeth Frank, seit Mai 2022 hauptamtliche Geschäftsführerin des Naturparks, mit Bravour. Als Grundlage rückte sie die zahlreichen Landschaftspflege-, Naturschutz- und Einrichtungs-Projekte in den Mittelpunkt, die sowohl in freier Natur als auch am Schreibtisch viel Aufwand erfordern. Fortschritte verkündete sie bei der ökologischen Aufwertung von Perlmuschelgewässern im Steinwald. Ein Höhepunkt war die Eröffnungsveranstaltung der Infostelle Grenzmühle im Oktober 2022 mit neuen Möglichkeiten zum besseren Schutz der wenigen Bestände der Flussperlmuschel.
Wegepaten und Loipenkarten
Elisabeth Frank verwies auch auf die Bemühungen des Naturparks zum Fortbestand von Kreuzotter, Arnika, Feuersalamander und die Bereitstellung von Fledermausquartieren. Gefragt war der Verein auch bei der Erstellung von Wanderkonzepten und der Besucherlenkung. Bei der Erholungsnutzung strebe man eine Qualitätsregion fürs Wandern und Mountainbiken an, verwies Frank auf die Kooperation mit der Steinwald-Allianz und dem Fichtelgebirge. Die derzeit laufende Ausbildung von Wegepaten sei eine von vielen Voraussetzungen. Ideen waren auch gefragt bei der Aufwertung von Wanderausgangspunkten im Steinwald sowie bei der Überarbeitung der Loipenkarten. Als großes Projekt nannte die Geschäftsführerin die Erweiterung des Naturparks im Hessenreuther Wald: „Eine Entscheidung hierzu steht noch aus, wird aber für den Herbst erwartet.“
Konstant blieben die Mitgliederzahlen. Derzeit gehören 162 Mitglieder – 114 Einzelpersonen sowie 48 Kommunen und Vereine – dem Naturpark Steinwald an. Der drei bis vier Mal im Jahr erscheinende Rundbrief „Aktuelles aus der Geschäftsstelle“ werde gerne angenommen, teilte Elisabeth Frank mit und warb für die Umstellung auf E-Mail, um Portogebühren zu sparen.
70 Veranstaltungen im Programm
Stolz war die Geschäftsführerin auf das neue Veranstaltungsprogramm. Aufgelistet darin sind 70 Führungen, 27 mehr als im Vorjahr. 20 externe Referenten und Institutionen kommen zu den Veranstaltungen. Die Programme liegen in den Mitgliedsgemeinden und Tourist-Infos auf. Die Einzeltermine sind auch im Internet (naturpark-steinwald.de/veranstaltungen) einsehbar. Eine große Rolle spielen Erlebnistouren in die Natur. So wird auch der Gartenschläfer besucht, der das Wappentier des angestrebten neuen Naturparkzentrums werden soll.
Die Naturpark-Ranger Cornelia Greiner und Jonas Ständer präsentierten Aktionen und zeigten Bilder, unter anderem Aufnahmen aus dem Inneren eines Kobels, die bewiesen, dass die Brutstätten für den Gartenschläfer mittlerweile angenommen werden. Auch Sichtungen von Jungtieren bei den Luchsen sowie von Fledermäusen im Steinwald wurden gezeigt. Neben den Bemühungen um den Fortbestand der Flussperlmuschel waren die Ranger gefragte Ansprechpartner bei Führungen sowie in der Umweltbildung in Kindergärten und Schulen. Lob von kommunaler Seite ernteten die Ranger etwa für den Streuobstpakt und die Schulung von Bauhofmitarbeitern beim Baumschnitt.
Viel Aufwand erforderten die regelmäßigen Wanderwege- und Gebietskontrollen, wie Jonas Ständer berichtete. Die Naturparkranger zeigten auch Präsenz an schönen Wochenenden im Steinwald. Hinweise für Wanderer, Fahrradfahrer und Spaziergänger gehörten hier zur Tagesordnung.
Dass die bestehende Satzung des Naturparks Steinwald nicht in Stein gemeißelt ist, bewies eine abschließende Änderung, vorbereitet von der Geschäftsführerin in Absprache mit dem Vorstand und zuständigen Behörden. Mehrheitlich genehmigte die Versammlung formelle Änderungen, unter anderem den Sitz des Vereins: Der ist nicht mehr wie seit der Gründung Erbendorf, sondern Fuchsmühl, wo auch die Geschäftsstelle ist.
Verein Naturpark Steinwald
- Vereinsgründung:12. Februar 1970 in der Schlossschänke Friedenfels
- Naturparkfläche: 230 Quadratkilometer
- Vorsitzender seit 2003:Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg
- Mitglieder: 114 Einzelpersonen, 48 Kommunen und Vereine














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