07.02.2020 - 12:27 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Auch als kritischer Wächter gefordert

Nicht nur um Haus und Grundstück geht es bei der Siedlergemeinschaft Friedenfels. Vorsitzender Otmar Zeitler wünscht sich: Die Mitglieder sollen auch Meinungen zu Themen im Ort offen nach außen tragen.

Umfassend berichtete Vorsitzender Otmar Zeitler bei der Jahreshauptversammlung der Siedlergemeinschaft Friedenfels über die Aktivitäten in Landes- und Ortsverband.
von Bernhard SchultesProfil

"Wir sollten uns auch zu Themen, die uns betreffen, in die Gemeindepolitik einmischen, denn wir bezahlen ja auch", meinte der engagierte Vereinschef auf der Veranda im Gasthof "Goldener Engel". Umfassend analysierte Otmar Zeitler das zurückliegende Siedler-Jahr bei der Jahreshauptversammlung. Einen Schwerpunkt im Landesverband nannte Zeitler den Einsatz für alters- und generationengerechtes Bauen. "Die unbezahlbaren Mieten in den Städten und eine Lösung bei der neuen Grundsteuer, die allen Bürgern gerecht wird", seien weitere Themen des Verbandes gewesen, sagte Otmar Zeitler.

"Als kritischer Wächter sei die Siedlergemeinschaft auch auf Ortsebene gefordert. Denn unsere Mitglieder tragen hier Kosten und Belastungen." Großes Bedauern äußerte der Vorsitzende, dass Straßenausbesserungen im Erholungsort zuletzt nur in der Steinwald- und Badstraße vorgenommen worden seien. "Die Gemeinde erhält hierfür jährlich 80.000 Euro pauschal durch die Kfz-Steuer vom Staat. Für 2020 ist anstelle der Schusterbergstraße die Sonnengasse für Straßenausbesserungen vorgesehen." Weiter stünden aber die Gartenstraße, der Rosenbühl, Voglherdweg, Bärnhöhe und die Schönfußstraße an. "Die Kläranlage sollte eigentlich 2020 in Betrieb gehen, aber man hört nichts mehr", so der Vorsitzende.

Auch das Freibad hätte in der jetzigen Form keine Zukunft mehr, meinte Otmar Zeitler und präsentierte der Versammlung Bilder einer möglichen Neugestaltung. "Diskussionen über die Freizeitanlage finden leider hinter verschlossenen Türen statt", beklagte der Redner und meinte: "Das Misstrauen der Bürger steigt immer mehr. Die Bürger werden überhaupt nicht mehr informiert und beteiligt. Die letzte Bürgerversammlung fand im April 2018 statt." Als unmögliche Planung bezeichnete Zeitler den vorgesehenen Umbau des Lehrerwohnhauses zum Rathaus. "Viel zu kurzfristig ist die Konzeption vor Weihnachten den Räten vorgelegt worden."

Pflanzentauschbörse

Große Freude bereitete den Siedlern das Jubiläumsjahr zum 60-jährigen Bestehen. "Der Jubiläums- und Ehrenabend war der Höhepunkt im zurückliegenden Jahr, mit einem vollem Lokal und vielen Jubilaren." Als einen weiteren gelungenen Abend stufte der Vorsitzende den Hutza-Abend ein, der bereits zum 27. Mal stattfand. Neben dem Geräteverleih, der reibungslos funktionierte, kam auch die Pflanzentauschbörse sehr gut an und besserte die Vereinskasse auf, so der Siedler-Vorsitzende. Er bat, weiter die Werbetrommel für neue Mitglieder zu rühren: "Nach einem Todesfall, zwei Austritten und fünf Neuaufnahmen ist der Verein bei 165 Mitgliedern angekommen."

Als informativ empfanden die Besucher der Versammlung die abschließenden Informationen über die künftigen neuen Stromzähler und "Smart-Meter". Otmar Zeitler: "Alle Haushalte erhalten in den kommenden Jahren mindestens eine sogenannte moderne Messeinrichtung, einen digitalen Stromzähler. Einige Haushalte müssen zudem den Einbau intelligenter Messsysteme dulden, die auch als 'Smart Meter' bekannt sind. Die intelligenten Messsysteme speichern den Stromverbrauch. Mit den neuen Stromzählern kommen jedoch auch höhere Kosten auf die Bürger zu, für die es aber gesetzliche Obergrenzen gibt."

Datenübermittlung

Otmar Zeitler erläuterte: "Ein intelligentes Messsystem, auch 'Smart Meter' genannt, besteht aus zwei Elementen: einem digitalen Stromzähler für den Stromverbrauch und einem Kommunikationsmodul, das die Datenübertragung ermöglicht. Das intelligente Messsystem ermittelt den Stromverbrauch, speichert und verarbeitet die Daten. Der Messstellenbetreiber baut die neuen Stromzähler ein, betreibt, wartet und übermittelt die Daten unter anderem an den Stromversorger und den Netzbetreiber." Ein digitaler Stromzähler ersetze in absehbarer Zeit den alten analogen Stromzähler, informierte der Vorsitzende. Auch könne die moderne Messeinrichtung mit einem Kommunikationsmodul verbunden werden. "Erst durch dieses Kommunikationsmodul, auch Smart-Meter-Gateway genannt, wird eine moderne Messeinrichtung zu einem intelligenten Messsystem. Dieses ermöglicht die Datenübertragung in beide Richtungen. Es kann also sowohl Signale senden als auch empfangen." Auf diese Weise könnten in Zukunft zum Beispiel auf Wunsch elektrische Geräte in einem "Smart Home" automatisch an- oder ausgeschaltet werden. "Das kann für Verbraucher sinnvoll sein, wenn Strom zu manchen Tageszeiten günstiger angeboten wird als zu anderen."

Einen gesetzlichen Zwang für Messstellenbetreiber zum Einbau von intelligenten Messsystemen bei Verbrauchern gebe es derzeit nur für drei Gruppen: "Seit 2017 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden pro Jahr. Ab 2020 für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden pro Jahr sowie seit 2017 für Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen, zum Beispiel Photovoltaik, mit einer Nennleistung von mehr als sieben Kilowatt." Ausschlaggebend sei der Durchschnitt der letzten drei Jahresverbrauchswerte.

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