Friedenfels
01.06.2026 - 10:57 Uhr

Wieder mehrfacher Storchennachwuchs in Friedenfels

Beim Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald und bei den Einwohnern ist die Freude groß. Bereits zum vierten Mal war die Brut der Störche im Naturerlebnisdorf besonders erfolgreich: Vor rund fünf Wochen schlüpften drei junge Störche.

Das Storchenpaar, das 2023 erstmals und seitdem alljährlich für mehrfachen Nachwuchs auf dem Schlot der Schlossbrauerei sorgte, zieht erneut mehrere Jungstörche groß. Kirchenbesucher der beiden gegenüberliegenden Gotteshäuser, Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Fahrer und Insassen von langsam vorbeifahrenden Autos und Motorrädern schauen immer wieder gespannt nach oben zum Horst der Weißstörche.

Täglich mehrmals sogar beobachtet Hans Lenk die Aufzucht des Nachwuchses. Dabei war sich der engagierte Storchenbetreuer anfänglich gar nicht so sicher, dass es in diesem Jahr drei Jungtiere sind. Wie er gegenüber Oberpfalz-Medien betont, zeigten sich bei der ersten Sichtung am 1. Mai nur zwei kleine Schnäbel. Mit Fernglas und seinen großen Objektiven am Fotoapparat bekam Lenk fast eine Woche lang stets nur zwei nach Futter schnappende kleine Jungstörche zu sehen. Am 5. Mai spitzte nach der Rückkehr eines Elternteils jedoch ein weiterer kleiner Schnabel aus dem Horst.

Viele Fotos und Notizen

Für Hans Lenk, der seit 2021 alle in Friedenfels ankommenden und durchziehenden Störche in den Sommermonaten täglich mehrere Stunden beobachtet und ihre Verhaltensweisen dokumentiert, war dies eine große Freude. Mit den drei diesjährigen Jungstörchen kann er mittlerweile unzählige Bilder von den bis jetzt zwölf in Friedenfels geborenen Weißstörchen vorweisen. Unzählige Notizen und Fotos besitzt er zudem von allen Friedenfelser Störchen bei der Futtersuche auf den Wiesen und Feldern rund um das Naturerlebnisdorf.

Durch eine fest montierte Kamera in seiner Wohnung, die stetig auf den Horst gerichtet und mit seinem Handy verbunden ist, kann er stets aktuelle Aufnahmen vom Geschehen in der Kinderstube machen. Die Ergebnisse übermittelt er an den Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald (KusS), dessen Mitglieder 2016 den Horst auf den Brauereischlot errichtet hatten.

"Horsti" und "Frieda"

In der Friedenfelser Storchenchronik hat Lenk auch die diesjährige Ankunftszeit vermerkt. So kam Männchen "Horsti" bereits am 21. Februar um 12.30 Uhr in Friedenfels an. Sein Partnerin "Frieda" folgte am 27. Februar um 13.20 Uhr. Die Namen erhielten die beiden Störche von Hans Lenk bereits im Jahr 2023. Dass es sich seit dieser Zeit immer um dieselben Altstörche handelt, die nach Friedenfels im Frühjahr zurückkehren, erkennt der Storchenbetreuer am Verhalten der Vögel, wie er weiter berichtet. Den zielgenauen Anflug nach der Winterpause auf den Brauereischlot, obwohl im Ort weitere Nisthilfen vorhanden sind, sowie das im Anschluss alljährliche Aufsuchen bekannter und beliebter Futterplätze nennt Hans Lenk als Beweis für seine Behauptung.

Gut entwickelt haben sich nach den Worten des Storchenliebhabers auch wieder die drei Jungtiere in diesem Jahr. Dazu beigetragen habe das Wetter in den vergangenen Wochen, was auch für reichlich Nahrung sorgte. Lenk verweist darauf, dass die diesjährigen Storchenkinder weiterwachsen und noch kräftiger werden müssen, bevor sie zum ersten Flug starten. Die Tage hat er schon mal in seinem Terminkalender stark eingerahmt, denn die wird er mit seiner Kamera wie schon in den vergangenen Jahren intensiv begleiten, um die Friedenfelser Storchenchronik mit neuen Infos und vor allem beeindruckenden Fotos bei der Futtersuche zu bereichern.

Hintergrund::

Blick in die Friedenfelser Storchenchronik

  • 2000: Errichtung einer Horstunterlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes der Güterverwaltung Friedenfels
  • 2001 bis 2015: immer wieder werden Störche in Friedenfels gesichtet; nach einer Inspizierung der Horstunterlage fliegen sie aber meist weiter auf den benachbarten Brauereischlot
  • 2015: Planungen durch den Verein Kulturlandschaft südlicher Steinwald für einen neuen Storchenhorst auf dem Kamin der Friedenfelser Brauerei
  • 2016: Errichtung eines Storchenhorstes auf dem Kamin der Friedenfelser Brauerei
  • 2017: drei aufgepäppelte Jungstörche werden beim Frauenreuther Weiher in die Freiheit entlassen
  • 2017: ein weiterer Storchenhorst wird im Ortsteil Frauenreuth beim Frauenreuther Weiher aufgestellt
  • 2018 bis 2022: immer wieder fliegen Störche die beiden Horste in Friedenfels an, es kommt aber nie zur Brut
  • 2020: Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg plant eine Auffangstation für verletzte Störche, die aber an Auflagen scheitert
  • 2023: ein Storchenpaar zieht im Horst auf dem Brauereikamin die ersten beiden Friedenfelser Jungstörche auf
  • 2024: vier Jungstörche schlüpfen im Horst auf dem Brauereikamin und verabschieden sich im August Richtung Süden
  • 2025: drei Jungstörche schlüpfen im Horst auf dem Brauereikamin und starten im August ins Winterquartier
  • 2026: drei Jungstörche schlüpfen im Horst auf dem Brauereikamin
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