19.08.2018 - 12:49 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Motorsport ist sein Leben

Breiter und tiefer gelegt, ein satter Sound und aus dem Motor das letzte PS herausgekitzelt: Wenn es um Autos geht, darf es bei Alexander Weig ruhig ein bisschen mehr sein.

Fast täglich „schraubt“ Alexander Weig an seinen Autos. Der sympathische Motorsportler hat sich auf Bergrennen spezialisiert, freut sich jedoch enorm auf die Gleichmäßigkeitsprüfung beim „3. Friedenfelser Berg-Classic-Preis“ am Wochenende.
von Bernhard SchultesProfil

(bsc) Am kommenden Wochenende, beim "3. Friedenfelser Berg-Classic-Preis", ist der Friedenfelser wieder in seinem Element. "Motorsport ist mein Leben", sagt der Familienvater, der sich täglich nach Feierabend in seine Garage zurückzieht und an seinen "Lieblingen" arbeitet, putzt und vor allem schraubt. Weigs Objekte sind Autos und Oldtimer mit dem weiß-blauen Logo aus der Landeshauptstadt.

Schon immer BMW-Fan

"Ich bin eigentlich schon immer ein begeisterter BMW-Fan. Schon als Jugendlicher wusste ich, ein Auto aus München wird einmal meines werden." Mittlerweile hat er vier davon, einen 325i E30, einen 323i, einen 3.0 C und einen 525i Kombi, den meistens Ehefrau Manuela fährt. "Ich rechne mir schon Chancen auf einen der vorderen Plätze am Wochenende aus", meint der gelernte Kfz-Mechaniker mit Blick auf das Rennen und zeigt eines seiner Prachtstücke, den BMW 325i E30 Baujahr 1988.

Dieses Fahrzeug, mit dem er am Berg-Classic-Preis teilnimmt, hat mit der herkömmlichen Version nur noch wenig Gemeinsames. Unter der Motorhaube kommt ein völlig aufgemotzter Motor mit 2700 Kubikzentimetern und 235 PS, einem auffallenden Renngetriebe, einer Drosselanlage von einem BMW M3, einer handgefertigten Ansaugbox sowie von unten verschlossenen Bodenplatte zum Vorschein. "Von Hand kann man da nicht mehr viel einstellen, alles wird über den Laptop programmiert und eingestellt", weiß der findige Tüftler. Der Hochleistungsmotor benötigt deshalb auch einen besonderen Kraftstoff bei starker Beanspruchung, erzählt der Motorsportler. Sein Benzin von einer nahe gelegenen Raststätte mit der Oktanzahl 100 hat hochwertigere Bestandteile. "Er verbrennt besser, bringt mehr Leistung und schützt vor der schädlichen Wirkung des Klopfens. Würde ich Benzin mit einer niedrigeren Oktanzahl verwenden, würde eine unkontrollierte Verbrennung oder Verpuffung entstehen, die die Motorleistung reduziert und im schlimmsten Fall auch zu einem Motorschaden führen könnte", erklärt Alexander Weig. Zum Vergleich: Normalbenzin hat 91 Oktan, Superbenzin 95 Oktan und Super Plus 98 Oktan.

Kraftprotz abgespeckt

Während all seine anderen Autos TÜV und Straßenzulassung besitzen, hat der Kraftprotz des Friedenfelsers keine Zulassung. "Ich transportiere ihn deshalb nur auf dem Hänger zu den einzelnen Rennen." Um möglichst schnell bei seiner Lieblingsdisziplin, dem Bergrennen, zu sein, wurde das Auto auch völlig abgespeckt. Fast alle Karosserieteile sind mittlerweile aus Plastik. "Rund 850 Kilogramm bringt es zur Zeit auf die Waage."

Im Nachbarland nimmt er derzeit an der tschechischen Meisterschaft im Bergrennen teil. Hier sind die Vorschriften noch etwas lockerer als in Deutschland, erzählt Alexander Weig und zeigt auf die vielen Pokale auf den Regalen in einer seiner beiden Garagen. Dass es sich dabei um keinen normalen Abstellplatz für Autos handelt, sehen die Besucher und Freunde, die oft bei Alexander Weig vorbeikommen und um einen Rat bitten, sofort. Eine frühere Keller-Wohnung hat der Tüftler eigens dafür umgebaut, selbstverständlich mit Lüftung und Heizung. Sein derzeit kostbarster Schatz, der BMW 3.0 C Baujahr 1974, steht hier auch im Winter bei angenehmem Temperaturen.

Es versteht sich von selbst, dass an diesem Auto kein Salzkorn vom Winter zu finden ist. "Auch erst ganz wenig Regen hat er bis jetzt abbekommen, wenn ja, dann wurde er hinterher sofort getrocknet", erzählt Alexander Weig. Nicht umsonst wird das Auto, das in Deutschland ziemlich rar geworden ist, bereits mit Beträgen um 60 000 Euro gehandelt. "Meine Autos werden einmal meine Altersvorsorge", scherzt der Friedenfelser. Zu seinem "Schrauberhobby" in der Garage gehört mittlerweile auch ein fast tägliches Suchen im Internet nach interessanten Oldtimerfahrzeugen und Ersatzteilen. "Ich habe hier schon einiges gefunden. Mich freut, wenn vergleichbare Autos wie meine alljährlich um einige tausend Euro teurer gehandelt werden." Angesprochen auf die BMW-Idylle und seinen dazu nicht ins Bild passenden VW-Bus vor der Garage kommt es wie aus der Pistole geschossen: "Ich brauch' ja auch ein Fahrzeug, in dem ich nachts bei meinen Bergrenneinsätzen schlafen kann." Obwohl der "3. Friedenfelser Berg-Classic-Preis" am Wochenende eine Gleichmäßigkeitsprüfung ist und nicht wie bei Bergrennen möglichst schnell gefahren werden muss, freut sich Alexander Weig auf den Wettbewerb enorm. "Man kann sich mit den eigenen Vereinskollegen bei einem besonderen Wettbewerb messen und freut sich auf die vielen Fahrzeuge auf der legendären Rennstrecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth."

Für AC im Arbeitseinsatz

Als Mitglied des ausrichtenden Vereins AC Friedenfels übernimmt der Motorsportler nächstes Wochenende auch gerne zusätzliche Arbeiten. "Wenn man den Sport gerne auslebt und Freude daran hat, dann muss man auch selbst etwas dafür tun", ist sein Grundsatz. Und damit der diesjährige Berg-Classic-Preis wieder ein Erfolg wird, unterstützt er mit viel Aufwand die Vorarbeiten an der Rennstrecke - sehr zur Freude des AC-Vorsitzenden Stefan Schmalzreich.

Mit seinem BMW 325i E30 Baujahr 1988 bestreitet Alexander Weig den „3. Friedenfelser Berg-Classic-Preis“. Wie viele Stunden er mittlerweile in seinen Kraftprotz gesteckt hat, kann er nicht genau sagen.

Alexander Weig ist eigentlich schon immer ein begeisterter BMW-Fan. Bereits als Jugendlicher wusste er, ein Auto aus München wird einmal seins. Mittlerweile hat er vier, sein derzeit kostbarster Schatz ist ein BMW 3.0 C Baujahr 1974 (hinten Mitte).

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