31.05.2019 - 14:17 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Neuer Schliff fürs Jugendheim

Fast sprachlos war Pfarrer Joseph, als er am Ende der 72-Stunden-Aktion das Jugendheim besichtigte: Seine Ministranten hatten die Begegnungsstätte der Friedenfelser Pfarrei in drei Tagen umfassend auf Vordermann gebracht.

Einer Großbaustelle glich das Friedenfelser Jugendheim in den letzten Tagen. Die Friedenfelser Ministranten (Bild) opfern 72 Stunden ihrer Freizeit und beteiligten sich an der bundesweiten Sozialaktion der Deutschen Katholischen Jugend und verpassten der beleibten Begegnungsstätte ein neues Outfit mit frischen neuen Farben und Materialien.
von Bernhard SchultesProfil

Die Räume und das Inventar des beliebten Treffpunkts waren schon recht in die Jahre gekommen, weshalb die älteren Ministranten um Anna-Maria Härtl, Carolin Heindl, Maximilian Heindl, Philipp Schraml, Sebastian Schultes und Anna Wildenauer die Idee fassten, hier tätig zu werden. Sie beschlossen, das Projekt im Zuge einer bundesweiten Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) anzugehen. Eine Neugestaltung des Jugendheims eignete sich gut dafür, weil es nicht nur von den Minis, sondern von Gruppen aller Altersschichten genutzt wird.

Nach einer genaueren Besichtigung der Räume und der Aufnahme der Schäden wurde eine Materialliste erstellt. Benötigtes Material wurde anschließend gekauft, zudem stöberten die Ministranten zu Hause bei ihren Eltern nach Werkzeugen, Arbeitsgeräten und anderen Hilfsmitteln. Für die ganz schmutzigen Arbeiten wurden außerdem spezielle Kleidung sowie Hand-, Mund- und Kopfschutz bereit gelegt.

Großer Arbeitseifer

"Pünktlich um 17.07 Uhr am letzten Donnerstag, wie es der bundesweite Zeitplan vorsah, liefen deshalb auch bei uns die Arbeiten an", erklärte Maximilian Heindl bei einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien im Jugendheim. Hier zeigte sich, dass der Gruppe die Arbeiten sogar großen Spaß machten. Selbst das Ausbessern der Decke, eine ziemlich anstrengende Arbeit, ging zügig von der Hand. Schadhafte Stellen wurden mit frischem Putz überzogen. Risse waren zuvor mit einer Malerspachtel leicht geweitet und anschließend mit schnell trocknendem Material wieder gefüllt worden. "Wenn mal doch das eine oder andere Material an den Wänden und der Decke nicht so richtig kleben und haften bleiben wollte, wussten wir Oberministranten immer einen Rat", scherzte Sebastian Schultes. Das Abkleben der Steckdosen und Fußbodenleisten sowie der Ränder und Ecken hatten die jüngeren Ministranten übernommen. Auch das Verlegen von Schutzfolien gehörte zu ihren Aufgaben. Die im Baumarkt gekauften Farben wurden leicht verdünnt und von den Ministranten gemeinsam aufgetragen. So manch großer Fleck auf der Kleidung und Spritzer im Gesicht und auf den Händen bewiesen am Ende den großen Arbeitseifer der Jugendlichen.

Möbel aus Paletten

Nicht weniger schmutzig ging es beim Abschleifen von Fenstern und Türen zu. Mit Bandschleifern und Sandpapier nahm man sich die vergilbten Rahmen vor und befreite die schönen alten Fenster und Türen von den alten Lackschichten. Um dem feinen Staub und manchen Gerüchen zu entgehen, erledigten die Ministranten zahlreiche Arbeiten im Freien. Wundern werden sich ältere Besucher künftig womöglich über den jugendlichen Stil auf der Terrasse und bei Bedarf im Inneren des Gebäudes. Denn die Ministranten haben Europaletten besorgt und folgten dem Trend "Palettenmöbel-Bau". In Eigenregie gestalteten sie Sitzgelegenheiten und kamen zu dem Schluss, dass sich mit Paletten fast alles zaubern lassen könne. "Ein Weiterbau ist deshalb künftig nicht ausgeschlossen", hieß es aus der Runde der jungen Leute.

Weil bei den zahlreichen Zusammenkünften von Jung und Alt auch immer wieder Küchenabfälle anfielen, entschlossen sich die Jugendlichen auch für den Bau eines Komposters. Hierbei machten vor allem die Mädchen um Anna Wildenauer eine gute Figur. Mit Akkuschrauber und passenden Werkzeugen waren die Bretter rasch zusammengesetzt. Pfarrer Joseph kann sich künftig einige Müllgebühren sparen.

Dass die zahlreichen Arbeiten auch durstig und hungrig machten, versteht sich von selbst. Die Pfarrei hatte aber vorgesorgt. Dennoch werden die Ministranten bei passender Gelegenheit noch eine Feier im Zusammenhang mit dem Projekt ausrichten. "Mal schau'n, wer uns hierzu eine kleine Spende ermöglicht", meinten die Ministranten zum Abschluss mit einem Lächeln.

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