02.04.2020 - 10:16 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Palmweihe heuer ohne Gläubige

Der alte Brauch der Palmbüschelweihe am Palmsonntag wird in der Pfarrei Maria Immaculata alljährlich groß gefeiert. In Zeiten der Coronakrise bedarf es jedoch neuer Formen. Ausfallen wird die Palmweihe aber auch in diesem Jahr nicht.

Pfarrer Joseph und die Ministranten führten in den zurückliegenden Jahren die Palmprozession an. Als sichtbares Zeichen der Verehrung trugen die Gläubigen prachtvolle Palmbuschen. In diesem Jahr muss der Geistliche die Palmbüschel im leeren Gotteshaus weihen.
von Bernhard SchultesProfil

Das Hochamt am Palmsonntag bescherte der Friedenfelser Pfarrgemeinde in den vergangenen Jahren jeweils eine gut gefüllte Pfarrkirche. Zum einen trug dazu die Palmweihe mit einer Prozession vom Pfarrhof zur Pfarrkirche und zum anderen ein perfekt inszeniertes Passionsspiel durch die Friedenfelser Ministranten bei. Pfarrer Joseph hatte in den zurückliegenden Jahren die Gläubigen vor der Messe auf den Vorplatz des Pfarrhofes eingeladen. Hier wurde meist bei herrlichem Frühlingswetter die Segnung der Palmzweige vollzogen.

Der Geistliche erinnerte mit dem Brauch an den Einzug Jesu in Jerusalem. Wie die Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes überlieferten, ging Jesus mit seinen Jüngern zum jüdischen Paschafest nach Jerusalem. Als sie zum Ölberg kamen, bat Jesus zwei der Jünger, vorauszugehen und nach einer Eselin und ihrem Fohlen zu suchen und diese zu ihm zu bringen. Die Jünger erfüllten diesen Wunsch und breiteten ihre Kleider auf dem Rücken des Fohlens aus. Jesus nahm Platz und ritt nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin versammelte sich eine immer größer werdende Menschenmenge, um Jesus zu empfangen. Einige Menschen breiteten auch ihre Kleider vor ihm aus, andere schnitten Zweige von Palmen ab und streuten sie auf den Weg. Deshalb haben Esel und Palmzweige in der Bibel eine besondere Bedeutung.

Die Friedenfelser Katholiken hielten in den zurückliegenden Jahren den Brauch hoch und zogen singend und betend zur Pfarrkirche. In diesem Jahr jedoch zwingt die Corona-Pandemie zu besonderen Maßnahmen und einer Änderung der liebgewordenen Tradition.

Mit Namenskärtchen

Pfarrer Joseph, Mesner Tobias Megies, Pfarrgemeinderat und Tischmütter haben sich in einer telefonischen Absprache zum Palmsonntag deshalb auf folgende Änderung geeinigt: Sie bitten die Gläubigen, ihre Palmbuschen und -zweige mit Namenskärtchen zu versehen und am Freitag oder Samstag am rechten Seitenaltar in der Pfarrkirche Maria Immaculata abzulegen. Einer der Ortsgeistlichen wird die Palmbuschen am späten Abend weihen. Abgeholt werden können sie dann wieder am Sonntag zu den Öffnungszeiten der Pfarrkirche - von 10 Uhr bis 19 Uhr.

Einen zusätzlichen Service haben in diesem Jahr zudem die Tischmütter der Kommunionkinder arrangiert. Sie bieten kostenlose Palmbuschen und -zweige an, die lose und ohne Namensschild am Seitenaltar bereitliegen. Über eine kleine Spende, die in den Opferstock am Haupteingang eingeworfen werden kann, würden sich die Tischmütter und die Pfarrei freuen.

Schutz vor Krankheiten

Einig waren sich die Verantwortlichen bei dem Telefongespräch schnell darüber, das trotz der Coronakrise die Gläubigen auf ihre geweihten Palmbuschen und -zweige nicht verzichten müssen. In den Häusern und Wohnungen sowie an den Haustüren oder am Kruzifix, an denen sie alljährlich nach der Palmweihe angebracht werden, sollen sie auch heuer die Bewohner vor Blitz, Feuer, Krankheiten und Unglück bewahren.

Hinweisen wollen die Vertreter der Pfarrei Friedenfels auch - obwohl zurzeit keine öffentlichen Messen, Gottesdienste und Andachten stattfinden - darauf, dass die Friedenfelser Pfarrkirche täglich zum stillen Gebet geöffnet ist. Neben den genannten Öffnungszeiten am Sonntag ist die Pfarrkirche Maria Immaculata von Montag bis Samstag jeweils von 8 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. Aber auch hier gilt der vorgeschriebene Mindestabstand unter den Kirchenbesuchern, so die Verantwortlichen.

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