11.04.2019 - 13:57 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Ranger helfen bei der Arbeit

Zwei Naturpark-Ranger unterstützen bald die Arbeit im Naturpark Steinwald. Der Leiter der Koordinierungsstelle für die bayerischen Naturparke, Arjen de Wit, sah die Verantwortlichen im Steinwald auf dem richtigen Weg und spendete viel Lob.

Der langjährige Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider (Dritter von links) hat für den Naturpark Steinwald viel geleistet und zahlreiche Maßnahmen unterstützt. Bei der Jahreshauptversammlung dankten (von links) stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Naturpark-Vorsitzender Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg sowie der Vorsitzende der Steinwald-Allianz Hans Donko (Dritter von rechts) und der Leiter der Koordinierungsstelle für die 19 bayerischen Naturparke, Arjen de Wit (Zweiter von rechts). Forstdirektor Dirk Lüder (rechts) und Forstbetriebsleiter Norbert Zintl (Mitte) wünschten sie viel Erfolg.
von Bernhard SchultesProfil

Bei der Eröffnung der Jahreshauptversammlung des Naturparks Steinwald im Saal der "Schlossschänke" freuten sich der Vorsitzende des Naturparks Steinwald, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, und Geschäftsführer Ernst Tippmann über den Besuch des fachkundigen Referenten. In den Vordergrund stellten sie die mittlerweile fast 50-jährigen Bemühungen und Maßnahmen rund um den Naturpark Steinwald. Der Vorsitzende hob hervor, dass in Deutschland nur 16 Prozent der Menschen auf dem Land lebten, 84 Prozent in Ballungsgebieten. Die Mehrheit entscheide, "oft zum Nachteil der Landbevölkerung". Viele Städter sähen das Land nur als Spielwiese für ihre "ehrgeizig-ideologischen Ökostrom-Fantasien", mit der Folge "einer Beschädigung unseres größten Kapitals, der schönen Landschaft". Es sei Aufgabe der Landbevölkerung, auf diesen Missstand hinzuweisen, sagte Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg.

Arjen de Wit, Ehrengast und Leiter der Koordinierungsstelle für die 19 bayerischen Naturparke, verwies mit Blick auf den Naturpark Steinwald auf die anstehenden vielfältigen Aufgaben: „Natur schützen, Kulturlandschaften erhalten, naturverträgliche Erholung unterstützen, Regionalentwicklung fördern, nachhaltige Entwicklung vermitteln." Um künftig noch besser für diese Aufgaben gerüstet zu sein, haben die bayerischen Naturparke im vergangenen Jahr einen Dachverband mit Sitz in Eichstätt gegründet. "Als Verein können wir noch besser zusammenarbeiten, uns öffentlichkeitswirksam präsentieren und uns konstruktiv in politische Entscheidungsprozesse einbringen.“

Außerdem findet Arjen de Wit einen Erfahrungsaustausch unter den Naturparken besonders wichtig und für alle sehr hilfreich. „Die aktuellen Chancen erkennen und künftige Herausforderungen der Naturparke zu meistern, seien eine weitere große Aufgabe der Koordinierungsstelle in Eichstätt. Ermöglicht wurde die Stelle durch eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Das Ministerium stockte nach einem Beschluss des Landtags außerdem die Mittel für die Naturparke auf. „Der Umweltausschuss hat parteiübergreifend die finanzielle Stärkung der Naturparke unterstützt“, berichtete Arjen de Wit.

Ein großes Thema des Dachverbandes hat sich der Naturpark Steinwald für sein 50. Gründungsjubiläum im nächsten Jahr gesichert, wusste der Leiter der Koordinierungsstelle. „Die große Wanderausstellung der bayerischen Naturparke wird zu den Feierlichkeiten Gast im Steinwald sein.“ Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, so die Verantwortlichen.

Groß war die Zahl der Bewerber bei den beiden ausgeschriebenen hauptamtlichen Rangerstellen im Naturpark Steinwald, wie Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg und Geschäftsführer Ernst Tippmann berichteten. Ernst Tippmann: „Mit der derzeitigen personellen Ausstattung war es nicht mehr möglich, alle Arbeiten im Naturpark zu bewältigen. Durch eine finanzielle Erhöhung der Naturparkmittel im Haushalt hat die Staatsregierung die Möglichkeit geschaffen, mit einer Förderung von 90 Prozent Ranger mit entsprechender Ausbildung einzustellen. Für den Naturpark Steinwald wurden zwei Vollzeitranger bewilligt.“

Neben den Einrichtungen Glasschleif, Weißenstein oder Markthaus, die aus dem Naturpark nicht mehr wegzudenken seien, stellte der Geschäftsführer die künftige vierte Infostelle des Naturparks bei der Grenzmühle in den Mittelpunkt seines Tätigkeitsberichtes. Wörtlich sagte er: „Ein Hingucker wird dabei das Schaubecken für die Flussperlmuschel, das bündig mit der Außenwand des neuen Gebäudes abschließt und somit von Schulklassen, Gästen und Besuchern bestaunt werden kann, auch wenn die Infostelle geschlossen ist."

Einen abschließenden Dank verbunden mit einem kleinen Geschenk ließen sich Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg und Geschäftsführer Ernst Tippmann zum Abschied von Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider und Forstdirektor Johann Weber nicht nehmen. „Wir haben gemeinsam für den Naturpark Steinwald viel erreicht“, meinten die beiden Verantwortlichen des Naturparks Steinwald und dankten Schneider und Weber für die stets faire und gewinnbringende Zusammenarbeit. Diese wollen sie mit den Nachfolgern Forstdirektor Dirk Lüder und Forstbetriebsleiter Norbert Zintl fortsetzen.

Arjen de Wit: "Aktuelle Chancen für die 19 Naturparke in Bayern müssen wir nutzen und künftige Herausforderungen gemeinsam meistern."
Hintergrund:

Mittler zwischen Mensch und Natur

Das Aufgabengebiet der künftigen Naturpark-Ranger sei umfangreich. Und für sie dürfte Langeweile ein Fremdwort bleiben, meinte Geschäftsführer Ernst Tippmann. "Ihre Aufgaben reichen vom fachkundigen Ansprechpartner der Besucher, über Mittler zwischen Mensch und Natur bis hin zum Hausmeister und Beschützer des Naturparks." Bessere Möglichkeiten bestünden nun auch, sich künftig mit einer verstärkten Mitgliederwerbung auseinanderzusetzen, wie Ernst Tippmann sagte. Derzeit gehören dem Naturpark Steinwald der Landkreis Tirschenreuth, die Städte Weiden und Augsburg, 15 Städte und Gemeinden rund um den Naturpark, 22 Vereine und Vereinigungen, 2 Banken sowie 123 Privatleute an. (bsc)

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