12.08.2021 - 14:54 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Ranger im Naturpark Steinwald: Botschafter der Schutzgebiete

Arbeit und Engagement von Rangern und Rangerinnen wird weltweit eigentlich am 31. Juli alljährlich gewürdigt. Auch im Naturpark Steinwald sind zwei Ranger aktiv. Sie leisten aber nicht nur am „World Ranger Day“ bemerkenswerte Arbeit.

Die Ranger Jonas Ständer (links) und Marie Wittmann (rechts) sind im Naturpark Steinwald unterwegs.
von Bernhard SchultesProfil

Die Aufgaben von Rangern sind vielfältig und je nach Schutzgebiet und Land unterschiedlich: Als Ansprechpartner für Gäste und Besucher verstehen sie es überall auf der Welt, Groß und Klein die Geheimnisse der Natur näher zu bringen. So sind Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung wesentliche Bestandteile der Arbeit von Rangern in deutschen Schutzgebieten und Naturparken.

Darüber hinaus nehmen sie aber auch vielfältige andere Aufgaben wahr, wie der Geschäftsführer des Naturparks Steinwald, Ernst Tippmann, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien berichtet: „Als 2019 im Rahmen der Naturoffensive Bayern zwei hauptberufliche Ranger als Vollzeitstellen für den Naturpark Steinwald geschaffen wurden, war dies längst überfällig. Die großen Aufgabenfelder, wie Schutz, Erholung, Bildung und Entwicklung, konnten allein durch ehrenamtliche Mitarbeiter nicht mehr abgedeckt werden. Zudem wären derzeit diese großen Schwerpunkte ohne entsprechende Fachkenntnisse überhaupt nicht mehr ausführbar“, weiß Tippmann.

Hilfe bei Forschungen

Großflächig eingebunden sind die Ranger des Naturparks Steinwald, Jonas Ständer und Marie Wittmann, mittlerweile aber auch bei der Überwachung von Schutzbestimmungen und deren Einhaltung sowie bei der Erfüllung wichtiger Aufgaben für die Forschung. Hierzu gehören das Monitoring, die Datenerfassung sowie die Umsetzung von Projekten zum Arten- und Biotopschutz. Tippmann erinnert hierbei an die Maßnahmen und Handlungen zu Arnika, Kreuzotter, Feuersalamander, Fledermaus, Gartenschläfer und Flussperlmuschel. „In der demnächst fertiggestellten vierten Infostelle des Naturparks Steinwald auf der Grenzmühle werden die Ranger eine Hälterstation zur Aufzucht der Flussperlmuschel betreiben und wissenschaftliche Arbeiten durchführen“, lässt er weiter wissen.

Mit der andauernden Corona-Pandemie hat sich die Arbeit der Ranger im Naturpark Steinwald und auch weltweit verändert, unterstreichen zudem Vorstandsmitglieder des Naturparks Steinwald im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Das Gremium hebt dabei hervor, dass Schutzgebiete für die Bevölkerung und für den Tourismus als Erholungs- und Erlebnisraum in den Mittelpunkt gerückt und für Freizeitaktivitäten wichtig geworden seien. Dies trage aber dazu bei, dass die zu schützende, wertvolle Natur zu bestimmten Jahreszeiten oft auch gefährdet wird.

Ranger Jonas Ständer: „Mehrmals wurde deshalb im letzten Winter, wo regelrechte Traumbedingungen für Ski-Langläufer, Spaziergänger und Schneeschuhwanderer herrschten, zum Verzicht auf Touren querfeldein durch den Steinwald aufgefordert und zahlreiche Hinweisschilder angebracht. Kontrollgänge und Prüfungen haben aber zum Glück ergeben, dass nur wenige Fußabdrücke und Skispuren abseits der markierten Wege und Skiloipen vorhanden waren. Bei Nichtbeachtung unserer Hinweise hätten die Steinwaldbesucher ansonsten zahlreiche Wildtiere in Gefahr gebracht.“

Für Jonas Ständer steht fest: „Werden nämlich bei Wanderungen oder Skitouren abseits der vorgeschriebenen Routen die Tiere an ihren Ruheplätzen gestört, müssen sie flüchten und verbrauchen zusätzliche Energie, mit der sie im Winter genau haushalten müssen. Passiert das zu häufig, leiden die Tiere unnötig und können sogar verhungern.“

Auf Entdeckungsreisen

Das vorhandene Wissen und die Kenntnis der beiden hauptamtlichen Naturschützer im Steinwald kommen mittlerweile auch Kommunen, Schulen und Kindergärten zugute: In den zurückliegenden Monaten gingen die Ranger mit Kindergärten aus Fuchsmühl, Wiesau, Erbendorf und Falkenberg auf ganz besondere Entdeckungs- und Forschungsreisen. Auch Schulen nutzten das breite Naturangebot. Die Grundschüler aus Friedenfels erkundeten zum Beispiel mit den Rangern bei einem Wandertag den Lebensraum Bach. Diese Gemeinschaft und Zusammenarbeit will man auch im Naturpark Steinwald weiter vorantreiben und ausbauen. „Nur so können Qualität und Zukunftsfähigkeit gewährleistet werden“, sind sich die Verantwortlichen einig.

Große Aufmerksamkeit verschafften sich der Naturpark Steinwald und seine beiden Ranger vergangenes Jahr bei einer zweiwöchigen Wanderausstellung im Nordoberpfalz-Center in Weiden. Die Besucher bekamen hier zum alltäglichen Shopping-Angebot Infos zu Tieren, Pflanzen und der Natur.

Für Aufklärung und eine intakte Natur weiter einsetzen werden sich Jonas Ständer und Marie Wittmann auch weiterhin - und nicht nur am alljährlichen "World Ranger Day". Der 31. Juli bleibt jedoch ein Tag der Würdigung der weltweiten Gemeinschaft der vielen Ranger für ihren täglichen Einsatz für den Erhalt und Schutz der Natur und des Kulturerbes. Ausgerufen hat diesen Tag bereits 2007 die International Ranger Federation, betonen die Verantwortlichen des Naturparks Steinwald. Weltweit wird dabei auch den Rangern gedacht, die während ihres Dienstes verletzt oder sogar getötet wurden.

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Friedenfels
Info:

Der Naturpark Steinwald

  • Der Naturpark Steinwald wird von zwei hauptamtlichen Rangern betreut.
  • Mit einem ehrenamtlichen Geschäftsführer und Vorstandsmitgliedern stehen sie an vorderster Front bei der Verwaltung des 23.330 Hektar großen Naturparks.
  • Dieser beherbergt im Westen das Gebiet um Waldeck mit Waldecker Schlossberg, Anzenstein und Armesberg. Die alte, von Nürnberg kommende Handelsstraße über Kemnath, Neusorg, Waldershof durch die Eger-Röslau-Senke trennt nach Nordwesten den Steinwald vom Fichtelgebirge. Im Norden reicht der Naturpark knapp bis Marktredwitz/Waldershof und zieht im Osten um das Basaltgebiet des Teichelberges herum entlang der Bahnlinie bis Wiesau.
  • Er umfasst im Südosten das ausgedehnte Weihergebiet um Muckenthal und Schönhaid.
  • Die Südgrenze des Naturparks verläuft mit der B 299 von der Autobahn beim Naturschutzgebiet Waldnaabtal bis Erbendorf mit dem Naturschutzgebiet Föhrenbühl und endet im Südwesten am Hessenreuther Wald bei Atzmannsberg.

„Als 2019 im Rahmen der Naturoffensive Bayern zwei hauptberufliche Ranger als Vollzeitstellen für den Naturpark Steinwald geschaffen wurden, war dies längst überfällig."

Ernst Tippmann, Geschäftsführer des Naturparks Steinwald

 

 

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