Friedenfels
23.08.2018 - 11:40 Uhr

Raritäten der Automobilgeschichte

Oldtimer-Fans sind selbst nicht unbedingt Oldies. Das Interesse an historischen Fahrzeugen pflegen mittlerweile viele Altersgruppen.

Ein Auto, das beim „3. Friedenfelser-Berg-Classic-Preis 2018“ die Blicke auf sich ziehen wird: Ein Mercedes 24/100/140, Baujahr 1924. Zur damaligen Zeit der schnellste Serien-Tourenwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Bild: Michael Rapp
Ein Auto, das beim „3. Friedenfelser-Berg-Classic-Preis 2018“ die Blicke auf sich ziehen wird: Ein Mercedes 24/100/140, Baujahr 1924. Zur damaligen Zeit der schnellste Serien-Tourenwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h.

(bsc) Die Veranstalter des „3. Friedenfelser-Berg-Classic-Preis 2018“ freuen sich besonders, dass sie ab heute neben den bekannten NSU Prinz, den Rennsport-Klassikern von BMW, Fiat, Ford, Opel und VW wertvolle Oldtimer-Tourenwagen präsentieren können. „Unter den 127 gemeldeten Fahrzeugen sind einige ganz besondere Schätze und Raritäten der Automobilgeschichte“, weiß AC-Vorsitzender Stefan Schmalzreich. Neben Motorsport-Fans dürften diese Autos vor allem Nostalgiker, Bastler, Tüftler und Schrauber interessieren.

„Die Oldtimerei ist keineswegs ein Hobby nur für Reiche. Die Kleinanzeigen in den Fach- und Tageszeitungen sind mittlerweile voll mit derartigen Juwelen und Schnäppchen, teilweise schon für wenige Tausend Euro“, erzählen Mitglieder der beiden ausrichtenden Vereine und betonen: „Bei der Restaurierung kann man dann im schmutzigsten Hobby der Welt, wie viele Schrauber ihr Steckenpferd liebevoll bezeichnen, ganz besonders aufgehen.“

Das älteste Fahrzeug das an der Berg-Gleichmäßigkeitsprüfung auf der legendären Rennstrecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth am Wochenende teilnimmt, ist ein Mercedes 24/100/140, Baujahr 1924. Viele Mitglieder der ausrichtenden Vereine, AC Friedenfels und MSC Wiesau, kennen dabei den Werdegang des einstigen Paradepferdes aus dem Hause Daimler-Motoren-Gesellschaft ganz genau. Das Modell 24/100/140 war auch im internationalen Vergleich ein Spitzenprodukt und wurde daher häufig von internationalen Größen, Herrschern und Königen sowie dem Jetset der damaligen Zeit als Fortbewegungsmittel bevorzugt. Konstruiert wurde der Mercedes 24/100/140 von Ferdinand Porsche, der 1922 zur Daimler-Motoren-Gesellschaft als Ersatz für Paul Daimler gekommen war. Die Kunden konnten entweder aus sehr gelungenen Serienaufbauten, wie sechssitziger Tourenwagen, viersitziges und viertüriges Cabriolet oder Limousine, auswählen. Ganz Betuchten war es vorbehalten, ihren Wunsch-Aufbau bei einem Karosserieschneider ihrer Wahl auf das Fahrgestell bauen zulassen. Auch im Werk hatte man für gute Kunden des Hauses immer ein offenes Ohr für Sonderwünsche. Der Motor war ein 6,3-Liter-Reihen-Sechszylinder mit serienmäßigem Kompressor, zuschaltbar über das vollständige Durchtreten des Gaspedals. Der Motor leistete ohne Kompressor 100 PS, mit Kompressor sogar 140 PS und brachte es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145km/h. Zusätzlich gab es ab 1926 auch das so genannte „Modell K“, bei dem das „K“ für „Kompressor“ stand. Es handelte sich nämlich um die sportliche Variante des Typ 24/100/140 mit kürzerem Radstand, normalen Halbfedern hinten und seitlichen Auspuff-Metallschläuchen an der rechten Seite der Motorhaube. Ab 1928, als „Mercedes-Benz Typ 630 Modell K“, wurde dann auch die Motorleistung auf 160 PS erhöht.

Hier noch einmal das Programm des „3. Friedenfelser-Berg-Classic-Preis 2018“: Freitag, 24. August: 16 bis 20 Uhr Papier- und Fahrzeugabnahme im Fahrerlager, ab 20 Uhr Festbetrieb im Festzelt mit der Band „Charivari“. Samstag, 25. August: 7 bis 10 Uhr Papier- und Fahrzeugabnahme im Fahrerlager, 9 Uhr Fahrerbesprechung im Festzelt, 9.30 bis 17 Uhr Trainingsläufe, 18.30 Uhr Vorstellung der Fahrer und Präsentation der Fahrzeuge. Anschließend Fahrerlagerparty im Festzelt mit der Band „Famers Five“. Sonntag, 26. August: 9 bis 17 Uhr Wertungsläufe, 17.30 Uhr Siegerehrung erneut im Festzelt.

 
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