14.06.2018 - 14:56 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Spaß und Bildung kombiniert

Das beliebte dreitägige Familienbildungs-Wochenende im Ferienhaus Lambach ist alle zwei Jahre fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Kolpingfamilie. Im Blickpunkt steht diesmal ein Vortrag über Zoff unter Geschwistern.

Erholung, neues Wissen und Diskussion prägen das Familienbildungs-Wochenende der Kolpingfamilie Friedenfels. Sebastian Wurmdobler, pastoraler Mitarbeiter und Bildungsreferent des Kolpingwerkes Regensburg (vorne sitzend), sprach über „Geschwister – mal Freund, mal Feind“.
von Bernhard SchultesProfil

(bsc) Reiner Gärtner, Vorsitzender der Kolpingfamilie und Organisator des Ausflugs, freute sich mit den 37 Teilnehmern über die Erholung, besonders aber über das Schwerpunktthema. Sebastian Wurmdobler, pastoraler Mitarbeiter und Bildungsreferent des Kolpingwerkes Regensburg, referierte über "Geschwister - mal Freund, mal Feind". Wurmdobler: Die Beziehung zwischen Geschwistern ist manchmal eine komplizierte Angelegenheit. "Sie stimmen zwar genetisch zu 50 Prozent überein. Und trotzdem sind sie völlig verschieden." Und das obwohl sie die "gleiche" Erziehung bekommen. In einem Moment streiten Geschwister, im nächsten Moment spielen sie friedlich miteinander oder hecken gemeinsam etwas aus. Mit einem Film über Geschwisterprobleme, den Jugendliche gedreht hatten, tauchten die Eltern und Kinder auf humorvolle Art und Weise in das Thema ein. Egal ob Jung oder Alt, jeder fühlte sich sofort angesprochen und konnte Erfahrungen teilen, die in diesem Film geschildert wurden. Denn bei diesem Thema konnten alle - Kinder wie Erwachsene - mitreden. Geschwister zu haben ist für jedes Kind eine große Herausforderung. "Schließlich muss die Aufmerksamkeit der Eltern mit anderen geteilt werden", so der Bildungsreferent des Kolpingwerkes Regensburg.

Geschwistergeschichten

In Kleingruppen beschäftigten sich die Familien mit Geschwistergeschichten, um herauszufinden, mit welchen Herausforderungen die Geschwister zu kämpfen haben. Die Ergebnisse wurden notiert und später präsentiert. Die Gute-Nacht-Geschichte "Der Weglauftag" rundete den ersten Abend des Familienbildungswochenendes ab. Auch wenn der offizielle Teil damit beendet war, hallte das Thema bei den Gesprächen im "Osser-Stüberl" noch lange nach. Mit einem Morgenimpuls, der zum Staunen einlud, starteten die Familien am Samstag gemeinsam in den Tag. Danach wurden die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt. Alle Einzelkinder, alle ältesten Geschwister, alle mittleren Geschwister und alle jüngsten Geschwister tauschten sich darüber aus, was denn die Vor- und Nachteile ihrer jeweiligen Geschwisterposition seien. Am spannendsten war die Frage, welches Elternverhalten gewünscht wird. Am wichtigsten war, "dass Mama und Papa mehr Zeit mit dem Kind verbringen, ohne sie mit den anderen Geschwistern teilen zu müssen".

Die Kinder in ihrer jeweiligen Geschwisterposition zu verstehen und die jeweiligen Bedürfnisse zu erkennen, war das Ziel der nächsten Einheit. Denn so könnten Streitereien zwischen den Geschwistern vermieden werden. Mit vielen neuen Erkenntnissen verabschiedeten sich die Familien in die Mittagspause. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Nach dem Abendessen trafen sich die Familien wieder im Gruppenraum. Bei der abendlichen Einheit stand das Thema "Geschwistergerechtigkeit" auf dem Programm. Eine witzige Karikatur verdeutlichte auf treffende Art, dass die Gleichbehandlung der Geschwister eigentlich ungerecht sei. Jedes Kind habe andere Bedürfnisse und Stärken. Das zu erkennen und jedem Kind das zu geben, was es brauche, sei gerecht.

Stärken erkennen

Ein "Spiele-Parcours" mit elf Stationen forderte die Familien besonders. Ziel war es, für jede Aufgabe ein Familienmitglied zu wählen, das am besten für diese Herausforderung geeignet ist. Das bedeutete natürlich, dass man sich gegenseitig mit seinen Stärken wahrnehmen und sich auf ein Familienmitglied einigen musste. Und dass dann auch zu akzeptieren war, wie derjenige an die Sache rangeht und nur einschreiten durfte, wenn ausdrücklich Unterstützung angefordert wurde. Es war spannend, zu beobachten, wie die Familien und Geschwisterkinder die Herausforderungen anpackten. Mit einem Gottesdienst in der Hauskapelle endete das Familienbildungs-Wochenende.

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