Damit nicht genug: Das Deutsche Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie in Münster bescheinigte den Unternehmen Schlossbrauerei und Güterverwaltung der Friedenfelser Betriebe eine erfolgreich abgelegte und umfassende Nachhaltigkeitsprüfung in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Sozialkompetenz. Der Geschäftsführer der Friedenfelser Betriebe, Thomas Schultes, freute sich bei der Eröffnung des Festakts über eine große Anzahl an Ehrengästen. Sein Willkommensgruß zur Feierstunde galt den Geschäftsführern Cordula Rutz von der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau Bayern (LVÖ) und Stefan Dissel vom Deutschen Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie in Münster. Außerdem waren die Bio-Königin aus dem Allgäu, Carina Bichler, stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Wolfgang Wenisch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Hans Donko von der Steinwald-Allianz, die Bürgermeister Friederike Sonnemann aus Waldershof, Fritz Holm aus Wiesau, Gottfried Härtl und Oskar Schuster aus Friedenfels sowie die Vorstände Joachim Geyer von der Raiffeisenbank Oberpfalz Nordwest und Ludwig Zitzmann von der Sparkasse Oberpfalz Nord der Einladung gefolgt.
„Unsere Untersuchungen waren eine Freude“, meinte Stefan Dissel vom Deutschen Institut für Nachhaltigkeit und Ökonomie in seiner Laudatio. „Bereits vor drei Jahren waren der Standard und das Level in Ihren Unternehmen sehr hoch. Doch was wir diesmal vorgefunden haben, sprengte unsere Erwartungen.“ Der Geschäftsführer verwies dabei auf den Erfolg mit dem Bio-Mohn sowie die in Planung befindliche Schilfkläranlage. Große Zertifikate waren das sichtbare Zeichen der erfolgreichen umfassenden Nachhaltigkeitsprüfung, die Stefan Dissel unter großem und langem Applaus dem Inhaber der Friedenfelser Betriebe, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, aushändigte.
Nicht leugnen wollte der Geschäftsführer der Friedenfelser Betriebe, Thomas Schultes, bei der Überleitung zum Gewinn des Innovationspreises, dass der Weg hin zur Bio-Produktion überaus steinig war. Schultes schilderte den Besuchern die vielfältigen Maßnahmen und die teils schwierigen Bemühungen bei der Umstellung auf ökologischen Landbau. „Doch durch die mittlerweile vielen kleinen Erfolge und die erfolgte Auszeichnung für Bayerns beste Bio-Produkte auf der Grünen Woche in Berlin durch Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und LVÖ-Vorsitzenden Hubert Heigl", war sich der Geschäftsführer sicher, "dass der eingeschlagene Weg richtig ist“. Schultes dankte deshalb dem Betriebsleiter des Friedenfelser Landhandels, Christof Angetter, und ganz besonders Biobauer Josef Schmidt für ihre stete Unterstützung. Für das besondere Engagement von Josef Schmidt, der sich mit großer Leidenschaft um den ökologischen Mohn-Anbau bemüht hatte, war ein großer Präsentkorb das sichtbare Zeichen des Dankes.
Beeindruckt zeigten sich die Besucher im Brauereimuseum bei der anschließenden Präsentation und den Ausführungen zum Mohn-Anbau im Naturpark Steinwald. Die Mitarbeiterin der Friedenfelser Betriebe, Marina Schicker, stellte die Kulturpflanze in Wort, Bild und Film eindrucksvoll in den Mittelpunkt. „Speise-Mohn stammt ursprünglich aus dem Mittleren Osten und Asien und blüht weiß, violett und rosa. Im antiken Griechenland und im weströmischen Reich wurde er als Heilmittel eingesetzt. Athleten verwendeten in der Antike Kuchen aus Mohn und Honig als Kraftnahrung."
Verschärfte Auflagen hinsichtlich Morphingehalt ließen den Mohn in den 50er Jahren in Deutschland verschwinden, so Schicker. "Der rotblühende Klatschmohn hat mit unserem Anbau nichts zu tun“, meinte Marina Schicker und fuhr fort: „Der Beginn des Biomohn-Anbaus im Naturpark Steinwald war ein Zusammenschluss von mehreren Landwirten, mit dem Ziel, diese Kulturpflanze wieder einzuführen." Ein Forschungsprojekt der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit dem Titel „Speisemohn im ökologischen Anbau - Entwicklung regionaler Anbau- und Vermarktungskonzepte“ unterstützte fachlich und praktisch das Entwicklungsziel von morphinarmem Mohn. 2017 und 2018 konnten bereits signifikante Erfolge erzielt und nachgewiesen werden, berichtete Schicker. Auf einem Sensorik-Symposium im Oktober 2018 über Biomohn bei der Biotask AG in Esslingen stellte Professor Dr. Bärbel Kniel fest: „Friedenfelser Mohn ist herausragend in Qualität und Geschmack.“
Marina Schicker informierte weiter: „Hergestellt wird unser prämiertes Mohnmehl aus dem Mohntrester bei der Produktion von Mohnöl. Der ausgepresste Mohntrester wird gereinigt, zerkleinert und zu Mehl verarbeitet. "Das entstehende Mohnmehl kann wie normales Mehl verarbeitet werden, hat aber den genialen Effekt, dass die erzeugten Lebensmittel ohne jeden Zusatz den feinen nussigen Mohngeschmack erhalten.“ Einen abschließenden Appell vor dem „Sturm auf das vorbereitete schmackhafte Bio-Büfett“ verkündete Geschäftsführer Thomas Schultes: „Friedenfelser Bio ist auf der Suche nach weiteren regionalen Bio-Landwirten, die sich zu vertraglich garantierten Preisen und Leistungen im Mohn-Anbau versuchen. Mohn-Anbau ist pflanztechnisch herausfordernd, aber die finanziellen Erträge liegen auch deutlich über denen von anderen Bio-Produkten.“




















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