24.04.2020 - 09:56 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Zurück auf heimischen Tellern

Seit drei Jahren bemüht sich die Öko-Modellregion Steinwald verstärkt um die tolle Knolle Topinambur. Wegen der Coronakrise wurde Projektmanager Günther Erhardt aktiv und verteilte das wertvolle Pflanzgut bei über 40 Bestellern.

Trotz der Coronakrise findet Topinambur auch in diesem Jahr seine Abnehmer. Projektmanager Günther Erhardt (Bild) von der Öko-Modellregion Steinwald lieferte in dieser Woche mit Mundschutz die schmackhafte Knolle bei über 40 Bestellern im ganzen Landkreis an. Interessierte können den „Kartoffelersatz“ im Dorfladen Friedenfels sowie in der Geschäftsstelle der Öko-Modellregion in Erbendorf erwerben.
von Bernhard SchultesProfil

Auch wenn Topinambur über viele Jahre fast völlig vergessen war, die Alternative zur Kartoffel ist mittlerweile wieder in vielen Gärten im Landkreis zu finden. Gartenbesitzer lassen sich die tolle Knolle schmecken. Und die Verantwortlichen wissen: "Da Topinambur-Pflanzen erst im Spätsommer blühen, wenn kaum noch andere Pflanzen leuchten, finden Insekten hier noch ein reiches Nahrungsangebot."

Großen Anteil an der Rückbesinnung auf das alte Gemüse hat hier im Landkreis die Öko-Modellregion Steinwald. Projektmanager Günther Erhardt und Josef Schmid vom Biohof Grenzmühle kennen sich mit der Pflanze seit Jahren bestens aus und wissen zudem viel über Zubereitung und Geschmack. Als gelernter Koch und Landwirt hat Günter Erhardt seine Felder mit dem "Kartoffelersatz" bereits mehrmals bestellt. Interessenten vermittelt er seine praktischen Erfahrungen und gibt zudem Tipps zum Anbau und der Verarbeitung.

Süß oder herzhaft

"Topinambur kann sowohl roh als auch gekocht, in süßen als auch in herzhaften Speisen verzehrt werden. Salate, Kuchen oder Brot - Topinambur ist vielfach einsetzbar", erklärt Erhardt. Beim Pflanzen verweist Günter Erhardt lediglich auf erforderliche angehäufelte Beete wie für Kartoffeln. "Ein Pflanzabstand in der Reihe von 20 bis 30 Zentimeter und ein Reihenabstand von 60 Zentimeter sind ideal. Im mehrreihigen Pflanzverband entwickelt sich dabei eine große Biodiversität." Topinambur sei zudem eine sehr anspruchslose Pflanze, die keine besonderen Anforderungen an Boden und Pflege stelle, weiß der Knollen-Fachmann.

In Dorfladen und Geschäftsstelle

In den zurückliegenden Jahren hatte die Öko-Modellregion Steinwald im April jeweils mehrere Verteilstationen eingerichtet, wo Interessierte die Knollen erwerben konnten. Wegen der derzeitigen Coronakrise belieferte Günter Erhardt nun weit über 40 Besteller, die im gesamten Landkreis verteilt waren. Für Liebhaber der Knolle und Interessenten, die keine Bestellung bei der Öko-Modellregion Steinwald eingereicht haben, hat er noch einige Vorräte, die im Dorfladen Friedenfels sowie in der Geschäftsstelle der Steinwald-Allianz in Erbendorf zur Abholung bereit stehen. Bei der Anlieferung in Friedenfels freute sich Günter Erhardt, dass trotz der Coronakrise der Topinambur seine Abnehmer findet.

Gesunde Inhaltsstoffe

Die nussig-süßliche Alternative zur Kartoffel strotze vor gesunden Inhaltsstoffen, so Erhardt. Topinambur, auch als Erdbirne, Rosskartoffel, Indianerknolle oder Jerusalem-Artischocke bekannt, gehörte vor dem Siegeszug der Kartoffel in Europa zu den bevorzugten Nahrungsmitteln. "Ganz gleich ob Mensch oder Tier: Alle liebten das schmackhafte Wintergemüse. Vor allem in Frankreich und den Niederlanden wurde die nahrhafte Knolle gerne gegessen." Heute wird der Topinambur weltweit angebaut. Besonders in Nordamerika, Asien, Australien und Russland gibt es große Anbaugebiete. Aber auch in Deutschland, vor allem in Brandenburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg, wird Topinambur kultiviert.

In Aussehen und Form ähnelt der Topinambur (Bild) der heimischen Kartoffel.

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