Kerzenschein im Grenzwald

Der Duft von Pascherwürsten zieht über den Eulenberg. "Advent im Wald" lockt am Wochenende trotz Regen und Wind viele Gäste zur Landesgrenze. Warm eingepackt genießen sie den Zauber des bayerisch-böhmischen Adventsmarktes.

von Ludwig HöcherlProfil

In der Scheune des Bergweberhauses eröffnete Bürgermeisterin Birgit Höcherl als Pascher-Vorsitzende am Samstagnachmittag den Adventsmarkt. Nur wenige Meter neben der Landesgrenze dankte sie den vielen Helfern für ihr Engagement bei den Vorbereitungen, die in den vergangenen Wochen alle Beteiligten stark forderten. Die Grenzland-Blaskapelle Dietersdorf gab in Anwesenheit von CSU-Landtagsabgeordnetem Alexander Flierl und der Eigentümerin des Areals, Marianne Drachsler, den musikalischen Auftakt.

Wünsche ans Christkind

Ganze Arbeit hatte zu dieser Zeit bereits das "Kerzenteam" geleistet und Hunderte von Lichtern entlang des Rundwegs entzündet, deren Schein den Adventswald in eine heimelige Stimmung tauchte. Dadurch hatten die Besucher bereits am Eingang das Gefühl, dass auf dem Areal zwischen dem Grenzwirtshaus und der Freilichtbühne, etwas Besonderes auf sie zukommt. Kinder schickten beim Läuten eines Glöckchens ihren Weihnachtswunsch Richtung Himmel und bestaunten mit großen Augen die Holzfiguren am Wegrand. In den einfach gezimmerten Buden hatten die Anbieter aus Bayern und Westböhmen allerhand vorbereitet: selbstgefertigte Dekoartikel und Glückwunschkarten, handgemachte Keramik, Gedrechseltes, Gefilztes, Gestricktes und allerlei Imkereiprodukte. Viel davon wird wohl in zwei Wochen unter dem Christbaum liegen. Neben dem Kunsthandwerk kam die kulinarische Verpflegung nicht zu kurz: Die Auszeit-Stube lud bei Kartoffelsuppe und Eintopf zum Verweilen ein. Gegenüber haben Frauen Waffeln über offenem Feuer gebacken. Spiralkartoffeln am Spieß ließen sich die Besucher des Waldmarktes zu einer Tasse Glühwein oder Punsch genauso munden, wie die beliebten "Karpfnschoitn" und die am Eulenberg nicht wegzudenkenden Pascherwürste. So gestärkt vergaß man auch fast das nasskalte Wetter. Ständiger Begleiter der verschiedenen Musikgruppen war an den beiden Veranstaltungstagen der böhmische Wind. Wie von den Standlbetreibern und Besuchern immer wieder zu hören war, beeinträchtigte das Wetter die Stimmung allerdings nicht. "Mei, für's Weda ko ma halt nix", lautete hierzu der einhellige Tenor.

Wichtel und Wärme

Wärmen konnten sich die Gäste nicht nur in der Küche und im Stall des Bergweberhauses, sondern auch an den Feuerstellen auf der Freilichtbühne, wo sich im Sommer Pascher und Irrlichter tummeln. Die Wichtel, die im fantasievollen Stück eine wichtige Rolle spielen, gaben auch gleich einen Vorgeschmack auf die Theatersaison 2019 am Eulenberg.

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