25.07.2019 - 12:06 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

AWO-Schiff mit neuer Kapitänin

Der AWO-Ortsverein hat mit Ramona Glowka eine neue Vorsitzende. Stellvertreter sind Edwin Ulrich und Hannelore Bienlein-Holl. Dem Thema Mehrgenerationenhaus widmet sich AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner.

In einer Mitgliederversammlung wählte die AWO Fuchsmühl ein neues Vorstandsgremium. Vorsitzende wurde Ramona Glowka (Vierte von links). Unterstützt wird sie von Edwin Ulrich und Hannelore Bienlein Holl (vorne neben Glowka). Bürgermeister Wolfgang Braun (Fünfter von links) und Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner (Dritte von rechts) gratulierten.
von Werner RoblProfil

Bereits vor mehr als anderthalb Jahren hatte AWO-Vorsitzender Edwin Ulrich seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte der mehrfache Vereinsvorsitzende und ehrenamtliche BRK-Mann den Wunsch, etwas kürzer treten zu wollen. "Ich habe mehrere Gespräche geführt", kommentiere Ulrich bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Weißenstein" die wochenlange Nachfolger-Suche. "Ramona Glowka sagte ja."

Ulrichs letzte Rede war eine von ihm gewohnte, detaillierte Rückblende. Zu sprechen kam er auf die zurückliegende Jahreshauptversammlung im November. Bereits dort versuchte man - jedoch vergeblich - den Vorstand neu zu bilden. Bis auf Schriftführer Helmut Wildenauer blieben frei werdende Posten aber unbesetzt. "Somit blieb der restliche Vorstand kommissarisch im Amt."

Spende übergeben

Trotzdem sei das Verbandsleben nicht zum Erliegen gekommen. Er verwies auf die Weihnachtsfeier im Schlosshotel, bei der man an die Vorsitzende der Mitterteicher Tafel, Nicole Fürst, eine Spende überreichen konnte. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurde Hannelore Bienlein-Holl ausgezeichnet und als langjährige Schriftführerin verabschiedet. Präsenz zeigte der Ortsverein bei zahlreichen Veranstaltungen. Organisiert von Hannelore Bienlein-Holl ging es in die Dreiflüssestadt Passau. Auf Ulrichs Vorschlag wurde Bienlein-Holl für ihr soziales Engagement von Landrat Wolfgang Lippert mit der Johann-Andreas-Schmeller-Medaille ausgezeichnet. Zählte der AWO-Ortsverein im Oktober 2018 noch 129 Mitglieder, seien es aktuell 119, so Ulrich. Er dankte allen, "die mich unterstützten". Abschließend meinte er: "Ich freue mich, dass die Finanzen geordnet sind, wenn ich mein Amt übergebe."

"Eigentlich habe ich mir nie vorgestellt, eines Tages - neben meinem Beruf bei der Mitterteicher AWO - weitere Verantwortung zu übernehmen", stellte sich die Kandidatin für den Ortsvorsitz, Ramona Glowka, vor. Edwin Ulrich habe sich mit Umsicht und Sorgfalt dem AWO-Ortsverein gewidmet. "Wir hoffen, dass er sich nur ins zweite Glied zurückzieht", warb die Fuchsmühlerin für eine künftige Unterstützung Ulrichs.

Kein Stillstand

"Dass ich auf die Hilfe meines Mannes Roland zählen kann, macht mich sehr froh", ergänzte die designierte Vorsitzende, die einen Wunsch folgen ließ: "Ich möchte, dass wir ein geschlossenes und gutes Bild abgeben." Zudem sei sie bestrebt, dass die AWO als hilfreiche Organisation, vor allem für die Ärmsten, öffentlich wahrgenommen werde. "Der Ortsverband wird mit der Wahl Glowkas zu neuem Leben erweckt", freute sich Bürgermeister Wolfgang Braun in einem Grußwort. Der befürchtete Stillstand sei vom Tisch.

AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner nimmt Stellung zum Mehrgenerationenhaus:

Begegnungsstätte für Jung und Alt

AWO-Kreisgeschäftsführerin Angelika Würner wartete in der Mitgliederversammlung der Arbeiterwohlfahrt Fuchsmühl mit Informationen aus dem Kreisverband auf. "Aktuell liegt unser Schwerpunkt in der Planung einer Tagespflege in unserem ,Haus der Pflege'." Betont widmete sie sich in ihrem Grußwort dem Thema Mehrgenerationenhaus. Wörtlich sagte sie: "Die Mitterteicher Einrichtung wird hervorragend geführt und ist stets gut besucht. Viele denken aber, wir wären ein Cafébetrieb." Würner dementierte dies. Das Haus sei eine Begegnungsstätte für Jung und Alt. Vereine, Schulen und Kindergärten seien stets willkommen. Viele Leistungen würden kostenlos und zum Wohl der Bevölkerung erbracht.

Natürlich brauche man, neben einer Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern, auch ein Stammpersonal. "Auch unsere Mitarbeiterinnen, die die Einrichtung betreuen, wollen von dem, was sie verdienen, leben können." Die Lohnkosten zu erwirtschaften, sei aber nicht möglich, bedauerte Würner. "Selbstverständlich erhalten wir eine kleine Förderung. Wir werden auch vom Landkreis Tirschenreuth finanziell unterstützt", machte die Kreisgeschäftsführerin deutlich.

Einnahmen erziele man durch die Bewirtung der Gäste, etwa bei Vorträgen. Das Erwirtschaftete reiche aber nicht, man sei auf einen Zuschuss angewiesen, bedauerte die Sprecherin. Gedeckt werde das Minus derzeit durch den Kreisverband. "Und genau dies wollen wir nicht länger tun", machte Würner in aller Deutlichkeit klar.

Sie ließ anklingen, dass man die Probleme bereits mit Bürgermeister Roland Grillmeier erörtert habe. "Auch ihm liegt viel an der Weiterführung des Hauses." Weiter erklärte die Geschäftsführerin: "In der Vergangenheit war es immer so, dass wir auf die Stadt Mitterteich zählen konnten und ich denke, dies wird wieder so sein." Sie bat um Verständnis: "Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Wir werden aber ein Pressegespräch, zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Mitterteich und den Verantwortlichen der AWO, zu gegebener Zeit anberaumen." Viele Gerüchte seien im Umlauf, klagte Würner.

"Unsere Pflege mit unserem Pflegedienstleiter Michael König und seiner Stellvertreterin Daniela Wiesner an der Spitze läuft hervorragend", betonte Würner an anderer Stelle. Die AWO könnte noch mehr Patienten betreuen, leider fehle es an qualifiziertem Fachpersonal. Das aber sei ein Problem, mit dem alle Pflegeeinrichtungen derzeit zu kämpfen hätten. "Durch die Ausbildung im eigenen Haus beziehungsweise die drei Pflegefachkraft-Auszubildenden versuchen wir dem Notstand entgegenzuwirken." Positive Bilanz zog Würner bei der Auslastung der Einrichtung "Betreutes Wohnen": "Viele Menschen stehen auf der Warteliste." Besonders stolz sei man auf die mehr als 100 Mitarbeiter. "Ohne diese tollen Menschen könnten wir nicht so viel Gutes tun." Mit Blick auf die Kreisverbands-Neuwahlen im September sagte sie: "Lassen wir uns überraschen, wer künftig unser großes AWO-Schiff führen wird." (wro)

Hintergrund:

Vorstandswahl

Zur Vorsitzenden wählten die Mitglieder der AWO Fuchsmühl Ramona Glowka. Stellvertreter sind Hannelore Bienlein-Holl und Edwin Ulrich. Die Kasse führt Roland Glowka. Nicht gewählt werden musste der Schriftführer, Helmut Wildenauer, der bereits im November bestimmt wurde. Beisitzer sind: Anna Koller, Elke Ulrich, Sieglinde und Gustl Sperber. Als Kassenprüfer fungieren Nicole Fürst und Robert Ernstberger.

Nominiert wurden auch die Delegierten für die Kreiskonferenz: Ramona Glowka, Anna Koller und Robert Ernstberger. Als Ersatzleute stehen bereit: Nicole Fürst, Hannelore Bienlein-Holl und Roland Glowka. (wro)

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