Fuchsmühl
29.05.2018 - 16:43 Uhr

Beten für den Frieden in aller Welt

Ihren Ursprung hat die heutige Friedenswallfahrt der Soldaten- und Reservisten-Kameradschaften im Landkreis in der Heimkehrer-wallfahrt. Früher war das Ereignis noch ein eigener Termin; inzwischen ist es mit dem Rita-Fest zusammengelegt.

Der feierliche Akt am Mahnmal zum Frieden endete mit einer Kranzniederlegung durch Anton Hauptmann und Ferdinand Lienerth (3. bzw. 4. von links). Die Ansprachen hielten der stellvertretende Landrat Günther Kopp aus Kulmain und Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun (von links). Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Joseph (rechts). wro
Der feierliche Akt am Mahnmal zum Frieden endete mit einer Kranzniederlegung durch Anton Hauptmann und Ferdinand Lienerth (3. bzw. 4. von links). Die Ansprachen hielten der stellvertretende Landrat Günther Kopp aus Kulmain und Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun (von links). Den kirchlichen Segen spendete Pfarrer Joseph (rechts).

(wro) Ihren Ursprung hat die heutige Friedenswallfahrt der Soldaten- und Reservistenkameradschaften im Landkreis in der Heimkehrerwallfahrt. War das Ereignis anfangs ein eigener Termin, so findet sie heute zusammen mit dem Rita-Fest statt. Den Auftakt zur alljährlichen Friedenswallfahrt mit Vertretern aus Kirche und Politik, der örtlichen Soldaten- und Reservistenverbeine, dem Musikverein aus Wiesau und anderen Vereinen bildet stets eine Gedenkveranstaltung am steinernen Zeichen der Erinnerung an schwere Kriegszeiten.

"Die Gedenkstätte, die im August 1975 am Ortseingang feierlich enthüllt wurde, soll in der Heimat ermahnen, den Frieden dort und in aller Welt zu wahren", betonte Bürgermeister Wolfgang Braun in seiner Begrüßung. An der Gedenkstätte erinnerte er auch an die Anfänge der damaligen "Heimkehrerwallfahrt": Im Juni 1959 machten sich rund 2000 Teilnehmer von Wiesau aus auf den Weg nach Fuchsmühl, um für die gute Rückkehr aus Gefangenschaft und Krieg zu danken.

Viele, die seinerzeit daran teilgenommen hatten, lebten heute nicht mehr. "Wir wollen auch ihrer gedenken", sagte das Fuchsmühler Gemeindeoberhaupt. "Wir wollen aber besonders für Frieden und Freiheit in der Heimat und in der Welt beten." Ebenso wolle man stets auch um eine gerechte soziale Ordnung bitten. Stellvertretender Landrat Günther Kopp sah es als Pflicht, immer wieder an die Geschehnisse der beiden Weltkriege zu erinnern. Niemals vergessen werden dürften die vielen Opfer. "Es gibt keinen gerechten Krieg", stellte Kopp klar und ergänzte: "Die menschenverachtenden Dinge, die dort geschahen, lassen sich mit Worten kaum beschreiben. Man muss sich schon fragen, wie man zu solchen Grausamkeiten überhaupt fähig war."

Seit über 70 Jahren lebe man inzwischen mit den Gegnern von damals in Frieden und Freundschaft. Als Meilensteine bezeichnete Kopp die europäischen Bündnisse, die in der EU mündeten. Der Frieden sei das höchste Gut dieser Gemeinschaft. "Man muss alles dafür zu tun, dass das auch so bleibt." Wichtig sei auch die Freiheit, wobei Kopp auf die gefallenen Grenzen entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" verwies. Ein hohes Gut sei zudem das Recht auf eine freie Meinungsäußerung. Über die Demokratie sagte er: "Es gibt nichts besseres als jene Form der Mitbestimmung." Sein Unverständnis äußerte Kopp angesichts von Hassparolen und Hetzkampagnen. "Es ist unsere Aufgabe, aufzuklären, um mit offenen Augen diesem Gedankengut entgegenzuwirken." Gefragt seien hier die Gesellschaft und auch die Politik. "Die Toten aus den Weltkriegen sind die stummen Hüter der Vergangenheit." Man müsse alles dafür tun, dass deren Tod nicht sinnlos war, sondern ein Mahnmal für die Zukunft bleibe. Pfarrer Joseph knüpfte an die Worte seine Vorredner an. "Irgendwo auf der Erde ist immer Krieg", gab der Seelsorger zu bedenken. "Unzählige Menschen leiden, viele müssen sterben, weil in ihrem Land kein Friede ist." Joseph ergänzte: "Der wahre Friede ist ein Geschenk Gottes." Das Gebet um den Frieden sei heute mehr denn je wichtig, machte er mit Blick auf die 58. Prozession hinauf zur Wallfahrtskirche deutlich.

Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes, Ferdinand Lienerth aus Falkenberg, und der Kreisvorsitzende der BKV, Anton Hauptmann aus Hohenhard, legten im Anschluss an die Gedenkfeier einen Kranz nieder. Zusammen mit dem Falkenberger hielt der Vertreter der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung dort eine kurze Ehrenwache.



Musikalisch umrahmt wurde der Festakt am Ortseingang vom Musikverein aus Wiesau unter der Leitung von Christa Polata. wro
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt am Ortseingang vom Musikverein aus Wiesau unter der Leitung von Christa Polata.
Angeführt wurde der Zug zur Wallfahrtskirche von den Ministranten von „Maria Hilf“, danach folgten der Musikverein aus dem benachbarten Wiesau und die Fahnen- und Mitgliederabordnungen der weiteren Vereine. wro
Angeführt wurde der Zug zur Wallfahrtskirche von den Ministranten von „Maria Hilf“, danach folgten der Musikverein aus dem benachbarten Wiesau und die Fahnen- und Mitgliederabordnungen der weiteren Vereine.
 
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