05.12.2021 - 11:34 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Marktrat Fuchsmühl sagt Ja zu Machbarkeitsstudie für Gasthof "Zum Schützen"

Die Gemeinde Fuchsmühl möchte eventuell das Gebäude des früheren Gasthofs "Zum Schützen" revitalisieren. Deshalb wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Über eine Machbarkeitsstudie möchte der Markt Fuchsmühl klären, was mit dem ehemaligen Gasthof "Zum Schützen" (Bild) geschehen soll.
von Werner RoblProfil

Aktuell stehen in Fuchsmühl zwei geschichtsträchtige Gasthöfe leer. Mit dem „Fürstenhof“ befasste sich der Marktgemeinderat bereits mehrmals. In naher Zukunft möchte man sich auch Gedanken machen, was aus dem (wegen der Fuchsmühler Holzschlacht historisch bedeutenden) ehemaligen Gasthof „Zum Schützen“ werden soll. Das derzeit ungenutzte Anwesen liegt in der Ortsmitte und in Sichtweite zur Wallfahrtskirche "Maria Hilf". Wie auf Nachfrage zu erfahren war, befindet sich das Gasthof- und Metzgerei-Anwesen mit früherer Kegelbahn an der Marienstraße aktuell noch in Privatbesitz.

Die Gemeinderäte waren sich in der jüngsten Sitzung einig und vergaben die Machbarkeitsstudie für das Anwesen Marienstraße 11 ("Zum Schützen") an das Architekturbüro Stiefler und Seiler (Bayreuth). Den Angebotspreis bezifferte die Gemeindeverwaltung Fuchsmühl auf Anfrage von Oberpfalz-Medien auf 25.000 Euro.

Historische Bedeutung erlangte der Gasthof „Zum Schützen“ im Jahr 1894. In der damaligen „Bittnerschen Wirtschaft“ wurde der sogenannte „Generalmarsch“ beschlossen. Nachdem den Holzrechtlern in Fuchsmühl der Bezug ihres rechtlich zugesicherten Brenn- und Bauholzes verweigert worden war, zogen sie mit Äxten und Sägen in den Wald. Den bereits begonnenen Holzeinschlag stoppten angeforderte Soldaten des 6. Königlich Bayerischen Infanterieregimentes aus Amberg. Die Bluttat, unter der militärischen Leitung von Premierleutnant Hermann Mayr, ging in die Geschichtsbücher ein.

Einhausung in Carl-Ulrich-Straße

Die Sanierung der Carl-Ulrich-Straße ist abgeschlossen. Bürgermeister Braun bedauerte aber den „noch nicht optimalen Zustand“ des Umfeldes und meinte konkret einen auf einem Privatgrundstück befindlichen Stellplatz für Entsorgungscontainer. Der Bürgermeister sprach sich für eine „optische Aufwertung“ aus, für die man bereits eine Lösung gefunden habe. Aktuell geplant sei eine aus Holz gefertigte Einhausung ohne Dach. „Es schaut ordentlich aus“, kommentierte Braun die den Räten vorgestellten Skizzen, die das Bayreuther Architekturbüro Stiefler und Seiler im Auftrag der Gemeinde angefertigt hatte. "Da es sich um ein privates Teilgrundstück handelt, muss vorsorglich eine Vereinbarung mit dem Eigentümer getroffen werden", informierte der Bürgermeister.

SPD-Marktrat Rainer Bleistein erinnerte daran, dass die Einhausung an einer Engstelle gebaut werde. „Die Türen gehen nach außen auf“, warnte er vor einem möglichen Gefahrenherd. Braun verteidigte die ins Auge gefassten Flügeltüren: Im Vergleich zu einer Schiebetüre seien diese deutlich preiswerter. CSU-Markträtin und Zweite Bürgermeisterin Andrea Hecht befürwortete die in ihren Augen notwendige Aufwertung an der Carl-Ulrich-Straße. „Ich finde es gut, dass die Marktgemeinde eine Förderung generieren konnte“, unterstrich sie an anderer Stelle.

In die Debatte klinkte sich auch Hechts Fraktionskollege Wolfgang Dutz ein: „Ich sage ja. Aber.“ Das „Aber“ sei langgezogen, verwies Dutz auf die Tatsache, dass die Einhausung auf einem Privatgrundstück entstehen werde. Daher vertrat Wolfgang Dutz die Meinung, dass auch die Frage einer möglichen Kostenaufteilung zwischen der Gemeinde und dem Grundstücksbesitzer geklärt werden müsse.

Nach Anhörung und Austausch aller Argumente bat Bürgermeister Braun um das Votum. Den Beschlussvorschlag formulierte er wie folgt: Die Einhausung wird auf Grundlage der Planung des Architekten Stiefler ausgeführt. Die Zustimmung erfolgte geschlossen.

Hier ein weiterer Bericht zur Gemeinderatssitzung in Fuchsmühl

Fuchsmühl
Die historische Aufnahme des Gasthofs "Zum Schützen" (im Volksmund seinerzeit auch "Bittnersche Gastwirtschaft" genannt) entstand 1909. In der Wirtsstube wurde im Oktober 1894 der "Generalmarsch" in den Wald bei Herzogöd beschlossen.
Korrektur:

Ja zu Machbarkeitsstudie

Aufgrund eines bedauerlichen Missverständnisses ist das Thema Machbarkeitsstudie für den ehemaligen Gasthof "Zum Schützen" in einer ersten Version leider falsch dargestellt worden. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien unterstreicht Bürgermeister Wolfgang Braun, dass die Machbarkeitsstudie für das Anwesen Marienstraße 11 an das Architekturbüro Stiefler und Seiler (Bayreuth) vergeben wurde. Der Beschluss des Marktgemeinderats erging einstimmig. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

 

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