Fuchsmühl
09.05.2023 - 12:13 Uhr
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Marktrat Fuchsmühl sagt Ja zu neuen Krediten und Urnengräbern

Einigkeit herrschte in der jüngsten Sitzung des Fuchsmühler Marktrats. Die Gemeinderäte verabschiedeten den Haushalt 2023, der ein Gesamtvolumen von 5.618.696 Euro hat. Thema waren auch neue Urnengräber.

Auf Plätzen, wo im Fuchsmühler Friedhof Gräber aufgelöst wurden, könnten in Zukunft Urnengräber entstehen. Bild: kro
Auf Plätzen, wo im Fuchsmühler Friedhof Gräber aufgelöst wurden, könnten in Zukunft Urnengräber entstehen.

Einstimmig hat der Marktgemeinderat den von Kämmerer Andreas Günthner erstellten Haushaltsplan sowie den Finanzplan und den Investitionsplan bis 2026 gebilligt. Der Verwaltungshaushalt 2023 umfasst 3.406.042 Euro, die Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt sind mit 2.212.654 Euro veranschlagt. Erstmals seit 2014 nimmt die Marktgemeinde wieder einen Kredit für Investitionen auf. Dafür sind 650.000 Euro vorgesehen.

Umfassend erläuterte Bürgermeister Wolfgang Braun den Markträten den Haushalt. Die Steuerkraft pro Einwohner betrage derzeit 736,25 Euro. Damit stehe man im Ranking unter den 26 Kommunen im Landkreis an 17. Stelle. Nach Brauns Worten liege die Arbeitslosenzahl in Fuchsmühl aktuell bei drei Prozent; es gebe 237 Arbeitsplätze. Durch die Kreditaufnahme steige natürlich die Pro-Kopf-Verschuldung - von 654 Euro auf 1019 Euro. Der Schuldenstand liege derzeit bei 1.608.337 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenhaushalt betrage 297.178 Euro, so dass für Investitionen ein verfügbarer Betrag von 222.394 Euro bleibe. Die allgemeine Rücklage werde zum Jahresende auf 852.632 Euro sinken. Im Vermögenhaushalt seien alleine rund 1 Million Euro für Investitionen (Baumaßnahmen) vorgesehen. Die Schwerpunkte seien dabei, so der Bürgermeister, Ortsentwicklung, Straßensanierung, Wasser und Kanal sowie Wohnungsbau und -sanierung.

Bürgermeister Wolfgang Braun dankte Kämmerer Andreas Günthner und Geschäftsleiter Florian Heinl für ihre Arbeit. Trotz der Kreditaufnahme wolle man auch in Zukunft Ziele haben und weiterhin investieren. Braun: „Denn Investitionen sind Investitionen für die nachfolgende Generation.“ Für die CSU sprach Markus Troesch. Er verwies darauf, dass aufgrund der vielen Investitionen die Schulden steigen. Deshalb regte er an, die eine oder andere Investition zu „strecken“. Rainer Bleistein (SPD) betonte, dass man ohne Kreditaufnahme nicht auskommen werde. Bleistein weiter: "Ich hoffe, dass wir 2023 wieder Stabilisierungshilfe erhalten.“ Man müsse jede einzelne zukünftige Investition kritisch betrachten. Christopher April (Freie Wähler) erklärte: „Wir investieren sehr viel in die Infrastruktur.“ Doch in den kommenden Jahren werde wegen der Preissteigerungen vermutlich alles wesentlich teurer.

Photovoltaik

Den Gemeinderäten lag eine Anfrage für eine rund zwei Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage vor. Sie signalisierten Zustimmung, allerdings mit der Auflage, dass der Bauherr die Kosten für die Bauleitplanung übernehmen müsse. Auch hatte man nichts gegen die Ausweisung des Sondergebiets „Energiepark Triebendorf-Ost“ der Nachbargemeinde Wiesau. Fuchsmühler Belange seien nicht beeinträchtigt.

Friedhof

Bürgermeister Wolfgang Braun wies darauf hin, dass von den 26 Urnenstelen im Fuchsmühler Friedhof bis auf 3 schon alle vergeben seien. Er regte deshalb an, auf Plätzen im Friedhof, wo Gräber aufgelöst wurden, Urnengräber zu schaffen. Von dieser Idee zeigten sich alle drei Fraktionssprecher sehr angetan. Markus Troesch sagte: „Eine tolle Idee.“ Der Bürgermeister sicherte zu, mit den Planungen zu beginnen und bis zur nächsten Marktratssitzung eine Kostenschätzung für die Urnengräber vorzulegen.

Radwegsanierung und Schöffenwahl

Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 30. März gab Bürgermeister Wolfgang Braun bekannt, dass die Sanierung des Geh- und Radweges in Herzogöd im Rahmen des Programms „Stadt und Land“ die Firma Grillmeier aus Tirschnitz ausführen wird. Weiter teilte er aus dieser Sitzung mit, dass Daniela Mark, Manfred Beer, Anita Neufeld und Florian Bächer als Schöffen dem Amtsgericht Tirschenreuth vorgeschlagen werden.

Hintergrund:

Eckdaten im Haushalt 2023

  • Gesamtvolumen: 5.618.696 Euro
  • Verwaltungshaushalt: 3.406.042 Euro
  • Vermögenshaushalt: 2.212.654 Euro
  • Kreditaufnahme: 650.000 Euro
  • Schuldenstand aktuell: 1.608.337 Euro
  • Pro-Kopf-Verschuldung: Anstieg von 654 auf 1019 Euro
  • Allgemeine Rücklage: sinkt auf 852.632 Euro
  • Investitionen: rund 1 Million Euro
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