"Martin und die kleine Lok" klingt wie ein Buchtitel. Nur ist Martin ein Mädchen und die Lok gibt es bisher nur in der Gedankenwelt von Werner Robl, der leidenschaftlich gern schreibt. Was er so zu Papier bringt, stellt er am 22. März im Leseclub Waldershof vor.
Eine Kindergeschichte, eine Weihnachtsgeschichte, ein Mädchenroman oder die Kindheit auf dem Wiesauer Kreuzberg: Werner Robl schreibt über alles, was ihm gerade einfällt. Manchmal auch gleichzeitig. Dass der Fuchsmühler 62 Jahre alt werden musste, bis er mehr Zeit fand für sein Hobby, stört ihn überhaupt nicht. Es laufe gut, sagt er mit strahlenden Augen und zeigt auf eine fertige Seite auf dem Laptop. "Wenn's sprudelt, sind vier Seiten in einer halben Stunde runtergeschrieben."
Erst mal "was G'scheids"
Das Talent zur Leichtigkeit des Schreibens war bei Werner Robl schon früh erkennbar. "Ich hatte als Kind immer Einser im Aufsatz", erzählt er. Als logische Folgerung wollte der Bub Schriftsteller, Journalist oder Radiosprecher werden. Nur stieß er damit auf Granit bei seinen Eltern, "Du lernst was G'scheids", habe es geheißen und die Eltern hätten dem Sprössling vorgeschlagen: einen Job im Büro. Also ging Werner Robl ins Büro, zur Bekleidungsfirma Kärner in Wiesau. Geschadet, sagt er nach 35 Jahren Treue zum Erstberuf, habe ihm das nicht. Der Umgang mit vielen Menschen sei für ihn prägnant gewesen. Als Schreiber durchgestartet ist Robl vor gut sechs Jahren. Eine Krankheit sei Impuls dafür gewesen, die Leidenschaft zum Beruf zu machen, sinniert er. Seither ist Robl freiberuflich für Oberpfalz-Medien unterwegs.
Den zündenden Funken für eigene schriftstellerische Ambitionen lieferte dann, erst vor einem Jahr im August, der Wiesauer Kegelverein. "Ich wollte für das Programm der Weihnachtsfeier was ausprobieren", sagt er. Robl setzte sich also hin und schrieb die Weihnachtsgeschichte. Nur, dabei ging die Fantasie wie einst in der Schule mit ihm durch: Er schrieb in Mundart, gereimt, mit einer Maria, die am Kreuzberg in Wiesau wohnt und einem Jesuskind in einer Krippe in Harlachberg bei der "Glasschleif". Und Handwerker Josef erfährt in Robls Story beim "Stefflwirt", dass bei Maria ein fremder Mann gewesen sein soll. Auweia, was für ein Skandal! Die Geschichte kam sowohl bei der "Generalprobe" beim Kegelverein als auch bei der "Uraufführung", der Weihnachtsfeier des Caritasvereins, gut an.
Roman auf drei Zeitebenen
Aber jetzt ist März, was will Werner Robl da mit Weihnachten? "Im Oktober kommt das Buch dazu heraus", verrät er schmunzelnd über die Weihnachtsgedanken im Frühling. Layout, Design und Bebilderung wollen sorgsam ausgesucht sein. Robls Sohn Michael und Schwiegertochter Isa, beide Grafiker, helfen von München aus mit. Während das Buch erst entsteht, bastelt Robl schon am Marketing. Etliche Lesungen habe er quer durch den Landkreis bereits am Terminkalender.
Kaum war "Weihnachten" geschrieben, zog es Robl wieder an die Tastatur, "für was Größeres". Die Rede ist von oben erwähntem "Martin": Das Mädchen Martina Maria Richter, kurz "Martin" gerufen, hat ein kleines Haus in Fuchsmühl geerbt. Das ist das Grundgerüst. Damit es gewiss nicht leicht wird, schreibt Robl sein erstes großes Werk in drei Zeitebenen. "Martin" lebt in der Gegenwart. Sie findet im kleinen Haus ihre eigene Vergangenheit und die Historie von Fuchsmühl im Jahr 1894. Das klingt spannend, wobei Robl zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal selbst weiß, was sich alles abspielen wird in den drei Zeitebenen, die im Buch jeweils eine eigene Farbe und eine eigene Schriftform bekommen sollen.
"Nur den Schluss habe ich schon", verrät er, und dass es für "Martin" kein gutes Ende nehmen wird. Vielversprechend ist der Titel: "Gerechtigkeit gibt's nicht einmal im Himmel" soll das Buch heißen. Als persönliches Ziel der Herausgabe hat sich Robl das Jahr 2020 gesetzt. Er wolle sich Zeit lassen und erst schauen, wie das Weihnachtsbuch ankomme, sagt er.
Am 22. März im Leseclub
Dennoch können sich Interessierte aus der Geschichte um Martina Maria Richter schon vorlesen lassen. Werner Robl hat ausreichend Material fertig, aus dem er am Freitag, 22. März, um 18 Uhr im Leseclub Waldershof im Alten Rathaus vortragen wird. Mit Club-Leiterin Michaela Härtl hat er vereinbart, zudem auch über die Entstehung seines Buches mit allen Schwierigkeiten und Freuden am Schreiben zu referieren.













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